Verwertungsrechte

  • Dass politische Entscheidungen nicht zwingend mit Weisheit zu tun haben, beweisen EU Bürokraten mit einem Medien-Gesetzesentwurf.

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    Dreharbeiten eines Studentenfilmprojektes (Sophia)

     

    Falls Sie es noch nicht getan haben, sollten Sie es jetzt tun: Machen Sie sich Gedanken über die Rechte an Ihrer künftigen Arbeit als Regisseur. Welche Rechte?

     

    Nun, einmal gibt es die so genannten Urheberrechte, das sind nichtübertragbare, ideelle Rechte an Ihren in das Projekt eingebrachten Ideen, sowie die Nutzungsrechte an dem durch Ihre Mitgestaltung entstandenen Filmwerk.

     

    Beginnen wir mit den Urheberrechten. Alles, was Sie erschaffen, ist urheberrechtlich geschützt. Es ist Ihr geistiges Eigentum. Und damit ist auch jede “Zweitverwertung” (Fotokopien, Videos, Tonaufnahmen) Ihrer Werke zumindest theoretisch honorarpflichtig.

     

    Nun können Sie schlecht neben jedem Festplattenrecorder oder Computer im Land stehen und registrieren, wer Ihren neuen Film digital aufzeichnet. Sie können nicht einmal schätzen, wie viele Menschen dies möglicherweise tun werden. Oder in wie vielen online oder DVD Videotheken Ihr Film stehen wird.

    Diese Aufgabe übernehmen so genannte Verwertungsgesellschaften. Die bekannteste ist die GEMA, die sich um die Zweitverwertungsrechte von Musik kümmert. Sie sammelt pauschal Geld bei den Herstellern von  Audio-CD- oder DVD- Rohlingen, MP3 Playern etc. ein und verteilt es unter den Musikschaffenden nach einem festen Schlüssel. (Der hängt mit Häufigkeit und Reichweite der Musikausstrahlung zusammen.)

     

    Doch Sie sind ja kein Musiker. Sie haben mit Film zu tun. Nun, in diesem Bereich gibt es eine ganze Reihe von Verwertungsgesellschaften. Hier finden Sie die Namen und Anschriften sowie den Kreis der Betreuten. Hier sind nur Beispielhaft deutsche Verwertungsgesellschaften genannt, in den Nachbarländern sind das dann beispielsweise die "Suissimage" (Schweiz) oder die "VDFS"(Österreich).

     

     

    Verwertungsgesellschaften

     

    VFF – Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH
    Widenmayerstr. 32
    80538 München
    Tel. (089) 212 147 15
    Fax. (089) 228 55 62
    Selbstständige Filmhersteller (Producer), Sendeunternehmen und deren Werberundfunkgesellschaften

     

    VG Bild – Kunst
    Weberstr. 61
    53113 Bonn
    Tel. (0228) 915 340
    Fax. (0228) 915 34 39
    info@bildkunst.de
    Bildende Künstler, Fotografen, Regisseure, Cutter, Bildjournalisten, Bildagenturen, Grafik-Designer, Foto-Designer

     

    VG Wort
    Goethestr.49
    80336 München
    Tel. (089) 514 120
    Fax. (089) 514 12 58
    www.vgwort.de
    Autoren, Verlage

     

     

     

    GVL Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH
    Postfach 13 03 82
    20103 Hamburg
    Tel. (040) 411 70 70
    Fax. (040) 410 38 66
    Musik-Regisseure, Künstler, Bild- und Tonträgerhersteller, Veranstalter

     

    VGF Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH
    Beichstr. 8
    80802 München
    Tel. (089) 391 425
    Fax. (089) 340 12 91
    Produzenten, Regisseure(keine Auftragsproduktion fürs Fernsehen)

    Schweiz

    In der Schweiz ist die wichtigste Verwertungsgesellschaft u.A. für Regisseure Suissimage

    Neuengasse 23, 3001 Bern, Schweiz Telefon:+41 31 313 36 36

      Österreich

    VDFS VERWERTUNGSGESELLSCHAFT DER FILMSCHAFFENDEN Gen.m.b.H 

    Bösendorfer Str. 4/13 1010 Wien Tel. 0043 - 1 -504.76.20 Fax 0043 - 1 - 504.79.71 www.vdfs.at office@vdfs.at

     

     

     

    Auch, wenn Sie in den Nachbarländern leben, beziehen sich Teile unserer Fragen auf die deutschen Verwertungsgesellschaften. Diverse Punkte sind aber in den Nachbarländern ähnlich geregelt.

     

     

    Frage 1

    Sie können Ihre Urheberrechte natürlich nur einmal vertreten lassen. Welche Verwertungsgesellschaften sind für Regisseure geeignet? Welche würden Sie bevorzugen?

     

     

    Frage 2

    In welcher oder welchen Verwertungsgesellschaften ist Ihr Produzent vermutlich Mitglied?

     

     

    Die Mitgliedschaft in den Verwertungsgesellschaften ist im Prinzip kostenlos. Indirekt erhalten diese natürlich doch von Ihnen Geld, indem sie ihre Verwaltungskosten vom Gesamterlös (und der erhöht sich durch Ihre Mitgliedschaft) abziehen.

     

    Die Zahlungen, die Regisseure aus dieser Zweitverwertung erhalten, sind vergleichsweise bescheiden. Vermutlich ist dies historisch begründet. Da die GEMA viel früher als andere Verwertungsgesellschaften ihr Terrain finanziell abgesteckt hat, blieb für die Anderen nicht viel übrig.

     

    Wenn also der Komponist eines Filmes für dessen Ausstrahlung im TV Musik-Zweitverwertungshonorare von beispielsweise 4.000 EUR erhält, bekommt der Regisseur vielleicht 200 EUR.

     

    Doch kommen wir zu den Nutzungsrechten. Diese benötigt der Produzent von Ihnen, damit der fertige Film auf alle nur erdenklichen Weisen verwertet werden kann. Der produzent muss nämlich diese Rechte im Paket mit allen anderen erforderlichen Rechten an TV-Sender, Filmverleihe etc. weitergeben.

     

    Diese Rechte übertragen Sie Ihrem Produzenten mit Ihrem Regievertrag. Sie haben noch keinen? Dann wird es aber Zeit, sich einen zu downloaden!

     

    Regievertrag (MS Word)

       

     

    In dem Vertrag steht eine sehr hohe Regiegage. Diese ist eigentlich nur im Bereich der Privatsender zu erreichen. Diese machen nämlich so genannte Buy-out-Verträge, bei denen etwa Wiederholungshonorare (solche zahlen öffentlich-rechtliche Sender wie ARD oder ZDF bei Wiederholungen Ihres Filmes) nicht mehr gezahlt werden.

     

    Dieses Buy-out ist durchaus vorteilhaft für den Regisseur, denn für ein normales Fernsehspiel bekommt man nie im Leben so viele Wiederholungen und Honorare, um auf solch eine hohe Summe zu kommen. Die Regiehonorare bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hängen vom Sendeplatz ab (Drittes Programm oder Deutschlandweit) und natürlich auch von den individuellen Verhandlungen. Aber die Bandbreite liegt hier etwa zwischen 10.000 und 30.000 EUR für die Regie eines abendfüllenden Filmes.

     

     

    Frage 3

    Um beurteilen zu können, wie viel oder wenig Sie für Ihre Arbeit als Regisseur verdienen, sollten Sie sich Gedanken machen, wie lange Sie denn an Ihrem Spielfilm arbeiten werden. Bedenken Sie bitte alles, von der Überarbeitung des Drehbuchs über die Vorbereitungen, Motivsuche, Besetzung, die Drehzeit, den Schnitt, die Vertonung, Mischung, Farbkorrektur etc. Bitte geben Sie den geschätzten Zeitaufwand in folgenden Bereichen an:

    Vorbereitungen:

    Dreharbeiten:

     

    Wochen

     

     

    Wochen

    Postproduktion:

    Gesamt:

     

    Wochen

     

     

    Wochen

     

     

     

    Frage 4

    Bitte lesen Sie sich den Vertrag gründlich durch. Es ist ein seriöser Vertrag, in der Praxis gibt es zuweilen erheblich härtere. Sind Ihnen irgendwelche Klauseln aufgefallen, die evtl. Ihre Gestaltungsfreiheit oder Ihre Arbeit einschränken könnten? Wenn ja, welche Punkte und warum?

     

     

    Seminarteilnehmer: (Bitte füllen Sie alle Felder aus)
    Nachname, Vorname:  
    E-Mail-Adresse:  

    Bitte senden Sie Ihre Lösungen ans Movie-College.

     

     

     

  • Rechtekauf

    Dreharbeiten zu Werbefilm

    Die Vielzahl an Rechten, die es bei Dreharbeiten abzuklären gilt, wächst stetig.

    Als Produzent können Sie die Verwertungsrechte an Ihrem produzierten Film an Fernsehanstalten, Filmverleiher, Videovertriebe etc. weiterverkaufen. Allerdings müssen Sie andererseits vorab eine Vielzahl von Rechten diverser Kreativer, die den Film mitgestaltet haben, erwerben. Vor allem sollten Sie wachsam sein, wenn Leistungen Dritter, auch in Ausschnitten, bewusst oder zufällig in ihrem Film auftauchen. Die meisten Irrtümer tauchen allerdings bei der Verwertung von Drittrechten auf. Gemeint sind Fernsehausschnitte, Hörfunkmitschnitte, gesungene Lieder etc.

     

    Besonders häufig begegnen einem Nachlässigkeiten in diesem Zusammenhang bei Amateurfilmen, YouTube & Co lassen grüßen; aber man möchte nicht glauben, wieviel Unbedarftheit in dieser Hinsicht selbst manche Filmhochschul-Absolventen mitbringen. Dies kann für den Produzenten äußerst schmerzliche und kostenintensive Folgen haben! Nachträgliche Forderungen von Rechteinhabern sind nicht selten ruinös.

     

    Irrtum 1

    In einer Filmszene läuft im Hintergrund der Fernseher. Die Tatsache, dass während man gedreht hat, dieses Programm ja tatsächlich im Fernsehen lief, wird gerne als Legitimation genommen, dieses einfach mit zu verwenden. Ist aber falsch, man benötigt auf jeden Fall die Rechte an dem gezeigten Programm.

     

    Irrtum 2

    Der Produzent kommt an den Drehort. Drei Schauspieler singen in der Szene eine Strophe einer TV-Serien-Titelmelodie aus den 60er Jahren. Irritiert fragt er die Regisseurin: „Hast du die Rechte an der Musik erworben?“ Antwort: „Nein, wieso, die singen das doch selber!“... Dass die der Musik zugrunde liegende Komposition oder der Liedtext mit Sicherheit einen Urheber sowie einen Verlag haben, deren Rechte damit verletzt werden, wurde der Regisseurin während ihrer Ausbildung wohl nie vermittelt.

     

    Irrtum 3

    Die Hauptfigur der Geschichte gibt sich literarisch gebildet und zitiert einige Zeilen aus einem unlängst erschienenen Roman. Nun, auch in diesem Fall gibt es einen Urheber und einen Verlag, der die Nutzungsrechte jedweder Art besitzt.

     

    Irrtum 4

    Wir drehen auf einem Jahrmarkt. Die Achterbahn lässt die Schauspieler durch die Lüfte sausen, und die letzten Diskothekenhits dröhnen dazu aus den Lautsprechern. „Die Musikrechte hat der Achterbahnbetreiber ja bereits erworben, darum müssen wir uns nicht kümmern“ gehört zu den Lieblingsantworten, die leiderfahrene Produzenten von ihren Regisseuren zu hören bekommen. Dabei muss der Schausteller gar keine Musikrechte erwerben, sondern nur die Verwendung der Gema melden und dafür Gebühren bezahlen. Anders aber der Produzent, der sich fragt, warum für die Dialogteile der Szene beim Aussteigen aus der Achterbahn nicht die Musik vorübergehend abgestellt wurde. So muss er entweder die Musikrechte erwerben, was locker 30.000 Euro kosten kann, oder die komplette Szene nachsynchronisieren lassen. Auch nicht ganz billig!

     

    Tja, und dann sind da noch die Markenrechte. Darf man die Darsteller im Dialog sagen lassen: „Du siehst aus wie Superman?“ oder „Der ist reich wie Onkel Dagobert“? Allein an diesen wenigen Beispielen zeigt es sich, dass die frühzeitige Klärung und Berücksichtigung der verschiedenen Nutzungs- und Markenrechte sehr wichtig ist.

     

                                                                            Urheberrecht

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