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Screenshot: Canvas mit Blocking, Figuren, Kameras und Licht von oben

 

Bei den immer kürzer werdenden Drehzeiten ist gute Vorbereitung und Kommunikation mit dem Team essenziell. Und mindestens genauso wichtig sind gute Visualisierungen, die man lange vor Drehbeginn schon vorbereiten und dann bequem am Filmset abrufen kann. Das verschafft einem mehr Sicherheit und hilft, Fehler zu vermeiden. 

Eine neue App soll das Blocking, Leuchten und Planen von Filmszenen und Einstellungen erleichtern und aus Drehbüchern einzelne Szenenfiles generieren. Die App "Back-to-One" kann aus Drehbüchern, die man als FDX oder PDF importiert, automatisch ein Projekt mit allen Szenen (samt Slugline) und allen Rollen anlegen, wenn man möchte, auch gleich mit Figuren im Bild. Das spart ungemein Zeit und man kann zügig mit dem Blocking beginnen. Natürlich kann man die Rollen vor dem Import aufräumen, zusammenführen oder löschen, kann Figuren optional pro Szene setzen und auch den Text jeder Szene sauber formatiert anzeigen.

Unmittelbar neben der grafischen Darstellung kann nämlich das Drehbuch sauber angezeigt werden. Man kann eine Kamera auswählen und ihr Drehbuch- Zeilen zuordnen. Dann sieht man sofort, welche Einstellung welchen Text transportiert oder auch wo das Coverage von mehreren Einstellungen übernommen wird. Im Arbeitsprozess können auch farbige Fassungen für Revisionen (bunte Seiten) generiert werden, hierfür kann man geänderte Seiten importieren.

 

Screenshot: Shot List, nach Kamera-Setups gruppiert, mit Drehzeit-Summen

 

Die App ist kein typisches Programmierer-Tool sondern man spürt, dass sie direkt aus der Praxis stammt. Entwickelt hat sie der Regisseur Erik Haffner (u.a. "Pastewka", "Sketch History" und "Ladykracher"), der sich damit neben seiner Regiearbeit ein Werkzeug gebaut hat, das ihm selbst beim Drehen immer gefehlt hat. Dabei handelt es sich um eine Blocking- und Shot-List-App für Regie und Kamera auf iPad und Mac. Profis merken sofort, dass da jahrzehntelange Erfahrung eingeflossen ist.

Insbesondere beim Staging gibt es diverse Automationen und Kontrollfunktionen. Man kann seine Charaktere, Kameras und Licht frei platzieren. Die Kamera richtet sich dann automatisch aus, mehrere Setups laufen parallel, und Achsensprünge fallen bereits in der Planung auf. Hat man die Szenen erst einmal gestaged, schreibt sich die Shot List von selbst. Dabei erzeugt jede Kamera automatisch einen Shot und ist bidirektional mit dem Canvas verknüpft. Die App denkt wie ein Drehplan und kommt mit ans Set. Das die App der Praxis entspringt, das merkt man an zahlreichen Feinheiten. Bei der Shot-List wird genau berücksichtigt, wie es am Set tatsächlich abläuft.

  • Nach Kamera-Setups gruppiert (1A/1B), am Stück gedreht
  • Drehzeit gehört dem Setup, nicht der einzelnen Kamera: drei Kameras zu je zehn Minuten kosten zehn, nicht dreißig
  • Einstellungsgrößen in der Sprache, in der man arbeitet: Super Totale · Totale · Halbtotale · Amerikanisch · Halbnah · Nah · Groß · Detail
  • Am Set sind die geplanten Einstellungen live abhakbar: offen / gedreht / gestrichen
  • Es gibt ein Storyboard je Shot, im Bildformat, in dem wirklich gedreht wird
  • Drehtag je Szene und Drehtag-Filter
  • Schneller Wechsel zwischen den Szenen ist möglich

Das Importieren von Drehbüchern in das Programm geht leicht und intuitiv. Alles was man sich in Back-To-One erarbeitet, kann man nicht nur per komfortabler Nagivation am Set auf sein Tablet holen, sondern auch als PDF ausgeben und an sein Team verschicken. Mehr Infos findet Ihr hier: https://back-to-one.de/

 

Thema: Regie Dieser Beitrag gehört zum Themenbereich Regie. Mehr zur Regie
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