Gelb

Die besondere Farbe

Melonen

Kaum eine Farbe hat so eine Leuchtkraft wie das Gelb.

Auch, wenn die additive Farbmischung mit Rot, Grün und Blau arbeitet, so gehört Gelb zu den Primärfarben. Gelb ist hell und warm und wie der Sommer, so wirkt es duftig und heiter. In der Natur findet man das Gelb, ähnlich wie das Rot, häufig in Form von Blüten oder Früchten. Sie stechen aus dem Grün hervor wie leuchtende Sterne, sind lebendig, funkelnd und aktiv, bis sie verblühen und verlöschen.

 

Aus den Erfahrungen, die der Mensch mit der Natur gemacht hat, stammen die symbolischen Verknüpfungen, die er mit dieser Farbe verbindet. Sonnenlicht, Gold und Blüten sind allesamt positiv belegt. Überschwang, Sorglosigkeit, Enthusiasmus, Reife und Fülle gehören zu den direkten Zuordnungen. Rein optisch hat es eine große Strahlkraft und ist weithin sichtbar. Absperrungen, Warnhinweise oder auch Sicherheitskleidung sind häufig Schwarz/Gelb gehalten.

 

Assoziativ

Sonnenuntergang

Auch, wenn sie die meiste Zeit des Tages über weißes Licht abstrahlt, wird die Sonne in Bildern zumeist gelb dargestellt.

Im Film wird Gelb mit unterschiedlichen Inhalten und Werten in Zusammenhang gebracht. Gelb ist eine nahe Verwandte von Gold, häufig werden wertvolle Dinge, edle Gemächer gelbfarben ausgeleuchtet. Es hat mit Wärme zu tun, mit Sommer, mit Süden, mit angenehmen, leichten Lebensbedingungen. Gelb steht von seinem Symbolgehalt auch für Verliebtheit. Es steht die geistige, nicht die körperliche Liebe und wird von Kostümbildnern gerne genutzt, um die Protagonisten auch nach außen hin sichtbar in eine verliebte Stimmung zu "kleiden".

 

Seltsamerweise steht ein leuchtendes Gelb blassen, hellhäutigen Europäern nicht wirklich gut, es macht blass, lässt sie wegen der Nähe zur Hautfarbe leicht kränklich erscheinen. Gelb wird mit China in Verbindung gebracht. Dort steht es für Berühmtheit, Weisheit sowie Harmonie. Es steht für Wachstum, nicht nur symbolisch, sondern auch ganz praktisch. In Hühnerställen bewirkt gelbes Licht, dass sich die Eierproduktion erhöht.

 

Sensible Farbe

Blume

Besonders intensiv wirkt Gelb durch den Kontrast zur Komplementärfarbe Violett.

Gelb ist gerade wegen seiner Reinheit und Leuchtkraft eine sehr empfindliche, ja, unsichere Farbe. Schon durch leichte Beimischung etwa von Schwarz oder Weiß kann die ganze Strahlkraft ruiniert sein. Und selbst, wenn man es nicht mischt, sondern nur in die Nachbarschaft bestimmter Farben bringt, kann sich der Symbolgehalt des Gelbes rasch verschieben.

 

In Testreihen haben Versuchspersonen bestimmte Farbstellungen mit Gelb in signifikanter Übereinstimmung interpretiert. Gelb und Grün stehen für Neid. Leute, die sich sehr häufig ärgern, werden erkranken an der Galle - die Galle ist gelbgrün. Neider werden grün vor Neid. Isolation, Neid oder Wahnsinn können so durch unmittelbare Nachbarschaft oder Beimischung anderer Farben assoziiert werden. Gelb, Grün und Schwarz werden als dreckig empfunden. Gelb, Grün, Grau und etwas Schwarz werden dem Geiz zugeordnet. Gelb, Grün, Grau und Schwarz werden als Neid interpretiert. Gelb neben Schwarz und Violett zu etwa gleichen Teilen wird als Eifersucht gedeutet.

 

Filmbeispiele

Franta Offiziere

Gelbe Uniform als farbdramaturgisches Element in dem Spielfilm "Franta"

Je nach Einsatzart findet man in Filmen die Farbe Gelb auf unterschiedlichste Weise wieder. Manchmal zieht sie sich leitmotivisch durch den ganzen Film, in anderen Fällen kennzeichnet sie nur eine bestimmte Phase, in der sich die Protagonisten befinden. So hat Bertoluccis Kameramann Vittorio Storraro in dem Film "Der letzte Kaiser" die Szenen im Kaiserpalast gelbfarben gehalten. In Hitchcocks Thrillern, ganz besonders in "Vertigo", tauchen an ausgewählten Stellen leuchtende Farben wie etwa Gelb auf, um den Zuschauer auf nahe dramatische Ereignisse einzustimmen. In "Die Ehre der Prizzis" (von John Huston) trägt der Hauptdarsteller plötzlich ein gelbes Sakko, als er verliebt ist. In Vincente Minnellis Van-Gogh-Verfilmung (1956) hat der Regisseur ein komplettes Weizenfeld gelb färben lassen. Es reflektiert so das Innenleben des Malers bis hin zu den schwarzen Krähen, die auffliegen und die der Maler, gespielt von Kirk Douglas, hastig versucht, im Bild festzuhalten. In Robert Altmanns Film "Vincent and Theo" machen die gelben Sonnenblumenfelder, in denen sich der Hauptdarsteller bewegt, dessen innere, paranoide Zerrissenheit spürbar. In der Ernst-Weiß-Verfilmung "Franta" (Kamera: Immo Renz, Regie: Mathias Allary) trägt die Hauptfigur Franta zu Beginn in seinem unschuldigen, reinen Seelenzustand eine gelbe Uniform, die im Verlauf der Geschichte mehr und mehr die Farben verändert. Später, als Franta seine junge Frau in den Selbstmord treiben will, wird seine gelbe Uniform durch Schwarz getrübt und verschmutzt.