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Donnergrollen zum Jubiläum

 

Das hatte sich das Alumni-Organisationsteam sicher ganz anders gedacht, als die große 50-Jahresparty geplant wurde. Hochsommer, Innenhof, Frischluft und Grillenzirpen wären die Zutaten gewesen, eine überfüllte Veranstaltung mit Leichtigkeit zu entspannen. Doch pünktlich kurz vor Beginn der großen Party verdunkelte sich der Himmel, ein Gewitter begann und Monsunartiger Regen setzte ein.

 

Der hörte zum Glück eine Stunde später wieder auf, wodurch die Food Trucks im Innenhof der HFF, bei denen man sich das Essen selber kaufen musste, zumindest trocken erreichbar waren. Rund um die Leinwand mit den gebeamten Firmenlogos der Sponsoren, konnten Würstchen oder Burger erworben werden. Die aufgestellten, gut durchnässten Liegestühle blieben aus naheliegenden Gründen, unbenutzt.

 

Das schlechte Wetter hinderte jedoch die meisten geladenen Gäste nicht, in das gigantische Hochschulgebäude zu kommen und bei Live-Musik zu schauen, wen man denn von den Ehemaligen noch wiederkennen möge. Immerhin 50 Jahrgänge an Studierenden, da kommen weit mehr als Tausend Absolventen heraus, von denen viele es tatsächlich in die Medienbranche geschafft haben. Längst nicht alle sind gekommen, jene die weiterhin in München und Umgebung geblieben sind, haben es eher zu der Feier geschafft, viele Andere, die es irgendwo anders hin verschlagen hat, haben den Weg gescheut. Und einige Absolventen der ersten Jahrgänge, wie auch einige der Professoren, wie Dr. Müller oder prof. Längsfeld, leben nicht mehr.

 

Hinzu kamen viele Freunde der HFF, die in irgendeiner Form mit der HFF zusammenarbeiten, Dozenten, Journalisten, Politiker, Förderer, Festivalbetreiber usw.

 

Hier ist übrigens unser Bericht über die Anfänge der HFF mit überraschenden Farbfotos

 

Große Gemeinde

Studio der HFF

 

Man darf sich nichts vormachen,- erfolgreiche Regie,- Kamera,- und Produktionsstars sind Wenige geworden, doch das ist an anderen Filmhochschulen nicht anders, aber das Netzwerk, was sich quer durch die Medienindustrie erstreckt ist schon beeindruckend. Einige wenige von denen, die sich einen Namen gemacht haben in der Branche, wie etwa Sherry Horman oder etwa Sönke Wortmann, waren da, aber viele sind auch nicht erschienen.

 

Leider ist am Anfang das Gedränge im Foyer der HFF mit seiner unterirdisch halligen Akustik sehr groß, sodass man kaum ausmachen kann, wer alles etwa vom eigenen Kurs da wäre. Auch wurde nichts vorgesehen, wie sich Ehemalige verschiedener Kurse auf dem Event wiederfinden könnten, nach teilweise 40 Jahren und mehr, ist es nicht selbstverständlich, dass man sich wiedererkennt.

 

Das hat man irgendwie versäumt, Möglichkeiten zu schaffen, dass die Ehemaligen das auch ein wenig wie ein Wiedersehen begreifen konnten. Drei oder vier einzelne Räume, die speziell beispielsweise jeweils einem oder zwei Jahrzehnten HFF Absolventen gewidmet wären, hätten geholfen, dass man sich nicht im allgemeinen Menschengewusel übersehen hätte. So gab es doch Einige, die beklagten, sie hätten kaum Jemand von Damals gesehen...

 

Später am Abend wurde das Gedränge weniger, manche waren schon wieder gegangen, auch verteilten sich die Gäste mehr auf Studio und Innenhof, wo es über weite Strecken nicht regnete.

 

Studio der HFF

 

So versuchte Jeder möglichst lautstark gegen den Schall im Foyer anzureden, was Gespräche doch eher etwas anstrengend machte. Farbiges Licht im Foyer, dem Gängen, im Studio und Außen sorgte für interessante Lichteffekte, insbesondere der Gang zum Studio war visuell spannend mit Lichtsäulen gestaltet.

 

Zum Glück wurde auch das TV Studio zur Partyzone umfunktioniert, wodurch sich die vielen Menschen besser verteilten. Hier wurde Musik aufgelegt bzw. teilweise auch gespielt und jede Menge Lichteffekte sorgten für eine coole Stimmung.

 

Stimmen

Studiogang der HFF

 

Bei Weitem nicht alle, die da gekommen waren, sind noch in der Branche tätig. Martin etwa berichtet, dass außer ihm nur ein Kollege aus der Spielfilmabteilung heute als Regisseur arbeitet, wobei der Kollege Dokumentarfilme dreht.

 

Michael macht eigentlich kaum mehr Dokumentarfilme. Dafür arbeitet er zusammen mit seiner Frau, die er natürlich auch an der HFF kennengelernt hat, in der Jugendarbeit mit jugendlichen Asylanten und bringt diesen bei, kleine Filme über ihre Situation zu drehen.

 

Berthold aus dem H-Kurs hat sich nach einer ansehnlichen Karriere als TV Regisseur, enttäuscht und desillusioniert völlig von der Branche abgewendet. Von seinem Kurs habe er Niemanden auf der Party getroffen. Er mache keine Filme mehr, weil es unerträglich geworden sei, wie unfähige Redakteure den Kreativen ihren schlechten Geschmack aufzwängen.

 

Klaus, der wie ich im L-Kurs war, bedauert dass nur wenige aus dem Kurs gekommen seien. Die sind zu wichtig geworden, die kommen wegen so etwas nicht mehr, meinte er.

 

Viele sind auch gar nicht mehr in der Medienbranche, arbeiten in anderen Berufen und fühlen sich aber dennoch mit ihrer Filmhochschule verbunden. Auf jeden Fall zeigte die HFF Jubiläumsparty eindrücklich, wie viele Menschen über all die Jahre diese Ausbildungsstätte absolviert haben und wie viele aus der Medienbranche mit der Hochschule in irgendeiner Form verbunden sind. Nun können die nächsten 50 Jahre beginnen...

 

Innenhof der HFF mit Food-Trucks

 

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