
Es war einmal mehr ein ganz besonderes Festival-Event, das bei weitgehend herrlichem Wetter das Kino gefeiert hat. Und in diesem Jahr sogar eine Jubiläumsausgabe,- Matthias Helwig und sein Team haben das Spätsommer-Event ganze 20 Male gestemmt. All das machen und machten über all die Jahre auch ein äußerst aktiver Freundeskreis des Festivals, viele freiwillige Helfer*Innen und zahlreiche Paten möglich.
Filmfestivals gibt es viele, doch das Fünf Seen Filmfestival hat für alle,die das Kino lieben, einige Besonderheiten zu bieten, welche man bei großen Festivals schlicht nicht finden kann. Dabei steht gar nicht die Zahl der Filme im Vordergrund, sondern die Auswahl von anspruchsvollem Arthouse-Kino und der ungewöhnlich direkte Kontakt zu den Filmschaffenden. Die eingeladenen Gäste, Regisseure, Schauspieler, Autoren, Kostümbildner, Kameraleute, Produzenten etc. und das Publikum können dort tatsächlich miteinander reden.
Zahlreiche Gäste aus der Filmbranche waren anwesend um ihre Arbeiten zu präsentieren, in Talks auf Panels darüber zu sprechen, so auch die Kostümbildnerin Monika Buttinger, die etwa für ihre Arbeit bei "Corsage" mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Auf dem FSFF lief u.a. "Gentle Monster zu dem sie sogar Kostüme aus dem Film auf der Bühne präsentierte, - Filmgewerke die man ganz direkt und nahbar erleben kann.

Eröffnet wurde das Festival von dem Film „Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes und Amir“. Die Regisseurin Ulrike Kriener und Produzent Fabian Halbig stellten den Film persönlich vor. An den ersten Festivaltagen war auch Christian Petzold anwesend, mehrere seiner Filme wurden gezeigt und es gab Filmgespräche zu "Barbara" und "Gespenster" mit ihm.
Und das alles findet in einer wunderbaren Landschaft statt, die Aufführungen verteilen sich auf das namensgebende Fünfseenland mit dem Starnberger See, dem Ammersee, dem Pilsensee, dem Wörthsee und dem Weßlinger See. Nicht alle Spielstätten sind ohne Auto leicht zu erreichen, doch das Festival hat ein treues Stammpublikum, welches auch und gerade aus dem Fünfseenland stammt.

Am 13 September endete das Festival am Abend mit einer großen Abschlussfeier samt Preisverleihung in der Starnberger Schlossberghalle, zu der u.a. Marcus H. Rosenmüller und Monika Buttinger als Ehrengäste kamen. Die Jury für den Hauptwettbewerb des Festivals war mit der Regisseurin Margarethe von Trotta, Produzentin Bettina Brokemper, dem Regisseur Michael Kofler, der Kostümbildnerin Monika Buttinger und Florian Weghorn von der Berlinale ebenfalls hochkarätig besetzt.
Mit rund 20.000 Besuchern bei etwa 300 Vorstellungen hat das Fünf Seen Filmfestival auf jeden Fall gegenüber den 17000 Besuchern 2024 deutlich zugelegt und war, auch wenn man die begeisterten Gesichter der Festivalbesucher interpretiert, ein voller Erfolg.
Bereits am 4. September wurde die Schweizer Schauspielerin Luna Wedler mit dem Hannelore-Elsner-Schauspielpreis 2026, (dotiert mit 5.000 Euro) ausgezeichnet. Einige ihrer Filme, darunter "Sie glauben an Engel, Herr Drowak?" , "Je suis Karl", "Silent Friend" und 22 Bahnen wurden in einer Hommage gezeigt.
Preise 2026
- Fünf Seen Filmpreis: „London“ Regie: Sebastian Brameshuber.
- Dokumentarfilmpreis: „Meanwhile in Namibia“ Regie: Jonas Spriestersbach
- Perspektive-Spielfilmpreis: „17“ Regie: Kosara Mitić
- Best-of-Festivals-Publikumspreis: „Eine Schule für Jane Cumming“, Regie: Sophie Heldman
Wir gratulieren allen Gewinner*Innen
Hier geht es zu unserem Interview mit Sophie Beaulieu die ihren Film "Frühstück bei Audrey" auf dem Festival präsentierte.
