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SORA, der Videogenerator von OpenAI wird überraschend eingestellt. Ein Weckruf für alle, die sich an die KI gewöhnt haben. Denn der Videogenerator ist durchaus beachtlich, erlaubt es, auf einfache Weise Videofilme zu generieren und ist bei vielen in der Medienindustrie beliebt. Doch das war OpenAI nicht genug, die Medienindustrie ist kein Massenkunde und die Zahl derer, die für SORA gezahlt haben, deckte die Kosten in keiner Weise. Denn Videogeneratoren brauchen enorm viel Rechenleistung und genau die wird für Anbieter Künstlicher Intelligenz immer knapper. Je mehr Rechenleistung all die anderen Anwender von Künstlicher Intelligenz benötigen, desto fragiler wird das Geschäftsmodell für Videogeneratoren.

 

Subventionsware

Anders ausgedrückt, SORA war wie fast alles in der Welt der Künstlichen Intelligenz hoch subventioniert. Das Geld hoffnungsvoller Aktionäre und Investoren macht es möglich, die ressourcenhungrige Videoerstellung am Laufen zu halten. Denn tatsächlich machte OpenAI damit pro Tag eine Million US Dollar Verlust. Da machte es sich nicht gut, dass die Zahl der Abonennten von SORA von anfänglich einer Million auf 500.000 gesunken war.

Es ist mehr als nachvollziehbar, dass Unternehmen Profite machen wollen, auch Apple hatte vor Jahrzehnten seine einstige Profi-Software FinalCut Pro nahezu auf iMovie-Niveau eingedampft, und man hat sich fortan fast ausschließlich auf massentaugliche Produkte konzentriert. Der Erfolg gab Apple Recht, die einstigen FinalCut Pro Anwender aus der Medienindustrie wurden im Regen stehen gelassen.

Vermutlich haben auch diverse juristische Streitigkeiten rund um die Nutzungsrechte von Quellenmaterial auf welches SORA zurückgriff, ein Übriges dazu beigetragen, die Software für OpenAI weniger attraktiv zu machen. Das bisherige Sora-Entwickler-Team soll sich künftig der Entwicklung von Robotik-Anwendungen widmen.

 

Rechenspiele

So ähnlich wird es vermutlich so manchem KI Produkt unserer Tage auch ergehen, wenn sich die Kosten nicht rechnen und die Rechenleistung so wie im Fall von Open AI an anderer Stelle dringlich benötigt wird, können Lieblingswerkzeuge auch ganz schnell über Nacht wieder verschwinden. Man merkt es auch schon an gewissen Einschränkungen bei Rechenleistung oder Nutzungsdauer verschiedener KI Anbieter,- wer nicht die teuersten Abo-Modelle bezahlt, muss mit zunehmend mit Einschränkungen rechnen. Die Zeiten in denen die User mit Gratismodellen oder niedrigpreisigen Abos an die KI gewöhnt, um nicht zu sagen abhängig gemacht wurden, scheinen so langsam in eine andere Phase überzugehen.

Man darf gespannt sein, wie es langfristig mit anderen Videogenratoren Seedance 2.0, Kling 3.0 oder Grok weitergehen wird. Schließlich haben die alle mit ähnlichen Rahmenbedingungen und Kostenstrukturen wie Open AI zu tun. Es ist wahrscheinlich durchaus ratsam, sich nicht zu eng an bestimmte Tools zu binden und nicht zu verlernen, wie man auch ohne sie erfolgreich arbeiten kann.

 

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