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Der Weisse mit dem Schwarzbrot D 2007 REGIE: Jonas Grosch DARSTELLER: Christof Wackernagel |
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Regie: Jonas Grosch
Kinostart: 12.Juni 2008
Der Regisseur Jonas Grosch portraitiert die schillernde Persönlichkeit des Christof Wackernagel. Der Schauspieler und Schriftsteller war ehemaliges Mitglied der RAF und ist heute in Mali zu Hause. Dort lebt er mit einem Musiker und seiner Haushälterin zusammen, setzt sich für Gerechtigkeit, Friedenskarawanen und für einen Müllsammelwettbewerb ein.
Christof Wackernagel kann schon früh Filmerfolge verzeichnen. Er fühlt sich zur RAF hingezogen und gerät kurz darauf mit Freund Gert Schneider in eine Schießerei mit der Polizei. Wegen versuchten Mordes wird er zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Protagonist distanziert sich von der RAF und beginnt mit schriftstellerischen Tätigkeiten im Gefängnis. Nachdem er zwei Drittel seiner Haftzeit abgesessen hat, wird er durch die Hilfe einiger Führsprecher frühzeitig entlassen.
Mittlerweile lebt er in Mali. Dort versucht Wackernagel nun auf eine gewisse Weise Deutscher und Afrikaner gleichzeitig zu sein. Manchmal gibt es deutsche Spätzle zum Mittagessen. Abends musiziert er zusammen mit Mamadou Coulibaly, die beiden spielen für die Kinder der Nachbarschaft.
Aus Sehnsucht nach heimatlichem Schwarzbrot eröffnet Wackernagel in Bamako eine Vollkornbäckerei. Doch der importiere Ofen explodiert nach wenigen Monaten wegen Überlastung. Die Einladung seiner malischen Haushälterin zum Mittagessen wird von dieser als Heiratsantrag angesehen. Langsam wird ihm klar, dass es ein Fehler ist, den Afrikanern seine eigene Kultur überzustülpen. Wie kann er bloß für Gerechtigkeit sorgen?
Manchmal schüttelt man den Kopf über den Idealismus und die Naivität des Portraitierten. Nur für diesen ist es unverständlich, dass ihm 100 Millionen Euro für seine geplante Friedenskarawane von Außenminister Fischer nicht genehmigt werden. Dem Zuschauer fällt es teilweise auch recht schwer die Begeisterung des Regisseurs für Wackernagel zu teilen, wenn dieser etwas ungelenk im trockengelegten Pool Hühner fängt.
Gesehen von Eva Leiblein
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Devot 92 min. Psychothriller, Deutschland 2003 REGIE: Igor Zaritzki |
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Kinostart: 18. November 2004
Regie: Igor Zaritzki
Ein grandioses Meisterwerk der Filmkunst - doch leider nur in meiner Phantasie. Ich wünschte ich hätte auch so viel Vorstellungsvermögen gehabt, wie die beiden Hauptakteure Anja und Henry. Dann hätte ich zumindest in meiner Phantasie einen gelungenen Film gesehen.
Doch die Realität war härter und konfrontierte mich mit zwei laienhaften und ausdruckslosen Schauspielern, die in einem abgelegenem Fabrikloft ein sexuelles und psychologisches Katz-und Mausspiel versuchen. Anja und Henry sind beide auf der Suche nach dem ultimativen Nervenkitzel. Henry nimmt die angebliche Prostituierte Anja mit zu sich nach Hause. Doch dort stellt sich heraus, dass sie gar keine ist, sondern sie lediglich Sex mit einem Fremden reizen würde. So richtig scheint der Funke bei den Beiden allerdings nicht überzuspringen. Anja zieht es vor zu gehen, doch vorher lässt sie noch Henrys Geldbörse mitgehen. Er bekommt den Diebstahl mit, fesselt sie und ruft die Polizei. Wenn sie ihm aber eine Geschichte erzählt, würde er sie frei lassen. Also beginnt Anja von Lilly zu erzählen, die auf einer Party vergewaltigt worden ist. Während des Gesprächs kommen sich die beiden näher und schlafen miteinander. Danach verhält sich Anja abweisend und fordert ihr vereinbartes Geld. Sie sei schließlich eine Prostituierte und habe ihm lediglich das vorgespielt, was er sehen wollte. Sie geht, doch kurze Zeit später kommt sie zurück. Alles war nur ein Fake. Im Laufe des Abends verstricken sich die beiden immer mehr in ein vertracktes Psychospiel, das zu eskalieren droht. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen zunehmend. Was ist wahr und was existiert nur in der Phantasie der Protagonisten?
Wahr ist, dass die Idee des Films sicher nicht schlecht ist, im Gegensatz zur Umsetzung. Aber warum besetzt man einen Film, wie diesen der nur mit ausdrucksstarken Schauspielern funktionieren kann mit laienhaft wirkenden Schauspielern, die keine Stimmungen transportieren können? Die hölzernen und klischeebelasteten Dialoge will ich erst gar nicht erwähnen. Der Film nahm ab Anjas Rückkehr laufend neue Wendungen ein, doch die erhoffte Überraschung blieb leider aus, da das meiste schon vorauszusehen war. Wie viele Möglichkeiten einen Film gut zu machen, kann man eigentlich vertun?
Gesehen von Birgit Bagdahn
An welchen Kategorien kann ein Film scheitern?
Da hätten wir das Herz eines jeden Films, das Drehbuch. Nichts ist furchtbarer als eine hanebüchne, sich unbeholfen voranschleppende Handlung gespickt mit lustlosen Dialogen. An diesen können dann langweilige Schauspieler scheitern, die unmotiviert und gleichzeitig von einfachsten Emotionen komplett überfordert von einer Szene in die nächste trotten. Dann hätten wir noch die Kamera, welche, falls Sie halbwegs professionell geführt wurde, durch einen lieb- und einfallslosen Schnitt durchaus zu Marienhofqualität degradiert werden kann.
"Devot" gelingt es tatsächlich an allen Kategorien zu scheitern. Somit zeichnet sich dieses Werk eindeutig als schlechter Film aus; mehr noch: "Devot" erfüllt sämtliche Kriterien für Trash vom feinsten! Zwei Darsteller, die niemand kennt, jedoch bekannten Gesichtern irgendwie ähnlich sehen (und sich irgendwann ausziehen müssen), eine Handlung, die lustig vor sich hin plätschernd jeder Logik entsagt, unzählige Anschlußfehler und am aller wichtigsten: unfreiwilliger Humor! Während des ganzen Films wartete ich auf eine Wendung, die zeigt, dass der Film weiß, was er ist. Ich wurde jedoch enttäuscht. Zaritzki, der Autor/Produzent/Regisseur meinte all dies tatsächlich ernst.
Gesehen von Daniel Vogelmann