Movie-College Logo

Dreharbeiten Franta

Anfangsszene der Ernst-Weiß-Verfilmung „Franta“ (Drehbuch: Jan Christoph Jäger, Kamera: Immo Rentz, Szenenbild: Annette Ganders, Regie: Mathias Allary)

 

DEMO

 

Wie ein Einstieg gestaltet werden kann

In den ersten Aufgaben zeigt sich bereits, welche Möglichkeiten die Wahl von Örtlichkeiten und deren Beschreibung bieten. Sie können dazu beitragen, eine bestimmte Grundstimmung zu erzeugen und den Einstieg in eine Szene nachvollziehbar zu gestalten. Die ersten Zeilen einer Szene können dabei helfen, Aufmerksamkeit zu erzeugen und in ein Thema einzuführen.

 

Informationen verteilen

Es ist nicht erforderlich, alle Informationen zu einem Ort direkt zu Beginn einer Szene darzustellen. Häufig genügt es, wesentliche Merkmale zu benennen, sodass Ort, Stimmung und Handlung verständlich werden. Weitere Details können im Verlauf der Szene ergänzt und mit der Handlung verbunden werden.

Da Filme oft eine Vielzahl von Orten enthalten, werden Beschreibungen in der Regel prägnant gehalten. Wird ein Ort später erneut verwendet, kann auf ausführliche Beschreibungen verzichtet werden, sofern er bereits eingeführt wurde.

 

Hilfsmittel

Ein gängiges Mittel zur Beschreibung von Orten sind typische Merkmale: Restaurants erkennt man etwa an gedeckten Tischen oder Speisekarten, Wohnungen häufig an persönlichen Gegenständen oder den Handlungen ihrer Bewohner.

Auch Hinweise in vorhergehenden Szenen können Orientierung bieten. Wird beispielsweise angekündigt, dass eine Figur nach Hause geht, lässt sich der folgende Ort daraus erschließen.

 

Beschreibungen und ihre Wirkung

Einige Szeneneinstiege arbeiten mit besonders dichten Beschreibungen, die über längere Passagen eine bestimmte Atmosphäre tragen können. Solche Beschreibungen können helfen, eine Szene strukturiert zu entwickeln:

 

Szene 20                     HAUS BELLEVUE / AUFFAHRT                    AUSSEN / NACHT

 

Die Jensen geht im fahlen Licht der Laternen nachdenklich die Auffahrt hinunter, hält inne und wendet sich dem dunklen Gebäude zu. Ganz oben, in einem weit geöffneten, beleuchteten Fenster, lehnt der stämmige Hausmeister und starrt in die Ferne.

 

Als er sie bemerkt, löscht er das Licht. Seine glühende Zigarettenspitze deutet darauf hin, dass er weiterhin am Fenster steht. Zögerlich setzt sie ihren Weg fort.

 

In dieser Beschreibung werden typische visuelle Elemente verwendet, die bei vielen Leserinnen und Lesern bestimmte Assoziationen hervorrufen können. Solche Elemente können dazu beitragen, die Situation und mögliche Empfindungen der Figur nachvollziehbar zu machen.

 

Raumgefühle

Beschreibungen von Orten können dazu beitragen, Stimmungen und Situationen zu vermitteln, auch ohne dass diese explizit ausgesprochen werden. Je vertrauter oder archetypischer eine Situation ist, desto leichter lässt sie sich einordnen.

Bei der Gestaltung von Drehorten kann es sinnvoll sein, diese bewusst auszuwählen und mit Blick auf ihre Wirkung einzusetzen. Dabei müssen Orte nicht spektakulär sein – auch alltägliche Umgebungen können bestimmte Bedeutungen transportieren.

Ein abgelegener Bauernhof kann beispielsweise Assoziationen von Abgeschiedenheit hervorrufen, während ein Hochhaus-Apartment eher für Anonymität stehen kann. Solche Wirkungen hängen jedoch immer vom Kontext der Geschichte ab.

Gegensätze können ebenfalls interessante Effekte erzeugen. Eine gewohnte Umgebung kann in einem ungewohnten Kontext anders wahrgenommen werden.

Einige Orte können je nach Darstellung unterschiedlich interpretiert werden. Eine Waldlichtung kann etwa ruhig oder bedrohlich wirken – abhängig von der jeweiligen Szene.

 

Genauere Auseinandersetzung

Als Seminarist*In verfügen Sie über das vollständige Drehbuch.

  • Sie könnten für sich untersuchen, welche Infos Sie über die Örtlichkeit erhalten, an der die Szene spielt.
  • Sie könnten sich anschauen, was Sie über den Zustand von Frau Voti in dieser Szene erfahren
  • Sie könnten überlegen, wie sprachliche Besonderheiten von Frau Voti, beispielsweise "ein verrotteter Hund" oder "Gerettet haben se mich" Auskunft geben über ihre Herkunft.
  • Sie können genauer anschauen, welche Erinnerungen kommen in Frau Voti auf und wodurch werden diese zum Ausdruck gebracht.

 

Die folgenden Menüs mit Materialien und Informationen sind in dieser Demo nicht aktiv.

Lernmaterialien

Literaturhinweise:

 

Weitere neue Artikel

Warum ARRIs Apollo HMIs die erfolgreichsten Scheinwerfer des Unternehmens waren und an Filmsets selbst heute noch manchmal begeistern

Virtual Reality lebt, aber die seltsame Vision, alle Menschen würden als Avatare in VR kommunizieren, hat sich vorerst erledigt

Wie eine der fragwürdigsten Regisseurinnen des Deutschen Films vor 1945, ihre Gesinnung nie abgelegt hat...

Warum wegen Netflix Streit zwischen den Verbänden der Synchronsprecher Deutschlands herrscht...

Warum und auf welche Weise spielen Shots von Überwachungskameras in Krimis und Kinofilmen so eine wichtige Rolle?

Der als "Monsieur Hulot" bekanntgewordene Regisseur schuf 1967 mit "Playtime" den bis dato teuersten Film Frankreichs.

Mees Peijnenburg hat mit seinem Film "A Family" ein Trennungsdrama aus zwei höchst unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ein Interview.

Die Produktion von Filmen mit all ihren Höhen und Tiefen bietet oft selbst genug Stoff für die Leinwand.

Carice van Houten und Pieter Embrechts spielten die Eltern der beiden Kinder in "A Family". Im Interview spricht Pieter Embrechts über seine Arbeit in dem Film

Im Interview spricht die Regisseurin, Autorin und Produzentin über "Ghost School", der auf der Berlinale in der Sektion Generation Kplus gezeigt wurde.

Viele Dokumentationen erzählen von Filmen, die nie oder in anderer Form als gedacht, das Licht der Leinwand erblickten.

Hollywood sieht sich derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert - und steckt in einer seiner größten Krisen.