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Auf der großen "Blue Stage" begann der Morgen mit dem traditionellen TV-Gipfel

 

Etwas unaufgeregter, dafür umso anwendungsbezogener und konkreter zeigte sich Tag 2 der Medientage. Gleich zu Beginn des Tages fand auf der großen, der "blauen Stage" der Fernseh-Gipfel statt, bei dem die öffentlich-rechtlichen Sender ein wenig unterrepräsentiert waren. Es sprachen Andreas Briese, YouTube Germany / YouTube Central Europe, Katja Hofem, Netflix, Fred Kogel, LEONINE Studios, Inga Leschek, RTL Deutschland, Henrik Pabst, ProSiebenSat.1 Media und Christine Strobl, ARD, moderiert wurde das Panel von Torsten Zarges, DWDL.de

 

Fred Kogel, LEONINE Studios, Inga Leschek, RTL Deutschland

 

Fred Kogel von Leonine, der einzige Prozuzent in der Runde, sprach von einem herausfordernden Jahr - seit Corona sei das Produzieren viel teurer geworden- mindestens 25 % an Mehrkosten für Hotels, Reisen, Catering, Green Filmmaking etc. müssten Produzenten aktuell kompensieren. Dadurch sei das Produzieren noch härter geworden. Vieles müsse sich ändern man könne nicht mehr so produzieren wie in früheren Jahrzehnten. Er müsse das vielen erklären, dass sie ihre Filme angesichts der Kostensituation anders herstellen müssten.

Andreas Briese von YouTube stellte heraus, dass Youtube mit allen Sendern kooperiere- das schaffe Reichweiten und ermögliche zusätzliche Verwertungen. Moderator Torsten Zarges warf die Frage in die Runde, wie es denn um die Suche nach Kreativen stehe, schließlich würden Youtube, RTL, Pro7, Netflix, ARD etc um Creators konkurrieren. Doch so richtig wollte niemand den Ball auffangen, man signalisiserte Harmonie in der Fernsehlandschaft. Katja Hofem von Netflix berichtete, bei Netflix würden alle Entscheidungen für Deutschland auch in Deutschland getroffen, da kennt man andere Berichte aus der Vergangenheit, aber vielleicht haben sich ja auch bei dem führenden Streamer die Zeiten geändert.

 

Henrik Pabst, ProSiebenSat.1 Media und Christine Strobl, ARD

 

Henrik Pabst teilte dem Publikum mit, bei Pro 7 sei nach der Übernahme durch dem italienischen Medienkonzern Media for Europe (MFE) – auch als Berlusconi-Konzern bekannt, alles besser geworden und auch Christine Strobl von der ARD konnte eigentlich nur Positives von den geplanten Streichungen bei Formaten von ARD und ZDF berichten. Diverse Spartenkanäle sollen künftig gemeinsam von ARD und ZDF bespielt werden und der Dialog dazu mit dem ZDF sei fruchtbar und spannend. Ob Strobl und Pabst nun Zweckoptimismus verbreiten oder ob sie wirklich so glücklich mit den aktuellen Entwicklungen sind, ließen die beiden jedenfalls nicht durchblicken.

 

The Next Frame

Tim Greve, CEO / GF, seven200 Studios und Frederic Boesel, Black Forest Labs

 

Unter diesem Motto ging es bei dem Panel um all die Arbeiten innerhalb einer Produktion, welche bereits heute mit Hilfe der Generativen KI erledigt werden, nicht zuletzt um Geld einzusparen und um neue kreative Möglichkeiten auszuloten. Dabei wurden diverse Programminhalte vorgestellt, welche sich eng an den Bedürfnissen der Zuschauer*Innen orientieren. Neue Formate sind durch Verwendung von KI überhaupt erst möglich geworden, da kommt wohl noch einiges auf die Medienwelt zu.

 

Prof. Dr. Alexandra Borchardt, unabhängige Medienforscherin und Simon Berlin,. / Zetland Germany bei der Masterclass "Kann Journalismus die Demokratie retten?"

 

Kann Journalismus die Demokratie retten?- Ein neues Medium sucht Lösungen

Um diese Fragestellung ging es bei einer Masterclass auf der RED Stage. Wie kann der Journalismus die Menschen noch mit sauber recherchierten Informationen erreichen, wenn viele sich ohnehin nur noch von Internet-Stars informieren lassen? Kann man den Journalismus und damit auch die Demokratie wieder stärken?

 

Blaue Panther

Während der Medientage wurden auch die bayerischen Fernsehpreise, die blauen Panther vergeben.

Jurypreise

  • Bester Dokumentarfilm: Markus Brauckmann und Christian Twente für "Die Nacht von Paris – Terror am Stade de France", LEONINE Documentaries im Auftrag von Sky Deutschland
  • Bestes Dokumentationsdrama: Michael Souvignier und Till Derenbach für "Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen", Zeitsprung Pictures GmbH in Koproduktion mit der Spiegel TV GmbH, im Auftrag von NDR, BR, SWR, WDR, RBB, MDR, HR, SR und Radio Bremen für die ARD
  • Bestes Factual-Entertainment-Format: Franz Hinterbrandner und Max Reichel für "In höchster Not – Bergretter im Einsatz", Timeline Production im Auftrag des Bayerischen Rundfunks für die ARD Mediathek
  • Beste investigative Leistung: Nathan Goldblat für "How to kill a puppy and get richt – Die Hunde-Mafia", Film Five GmbH im Auftrag von Joyn / Pro Sieben
  • Beste Schauspielerin: Derya Akyol für die herausragende Darstellung der Mila Göcmen in „Euphorie“, RTL+
  • Bester Schauspieler: Johannes Hegemann für die herausragende Darstellung des Oliver Knöbel / der Olivia Jones in „Olivia“, Florida Film für das ZDF
  • Beste Serie: Andreas Bareiss für „Unfamiliar“, Gaumont für Netflix
  • Bestes Drehbuch: Arndt Stüwe für „Hundertdreizehn“, Windlight Pictures und Satel Film in Koproduktion mit dem ORF, dem WDR und der ARD Degeto Film für die ARD
  • Besondere kreative Gesamtleistung: Annette Frier und Sonja Schönemann für „Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage“, (Brainpool TV und Good Humor für SAT.1 / Joyn)
  • Wegweisendes, digitales Wissensformat: Philipp Dettmer stellvertretend für das Team von „Kurzgesagt”, „Dinge Erklärt – Kurzgesagt“ und „Kurzgesagt – In a Nutshell“ mit @KurzgesagtDE und @kurzgesagt
  • Bestes Entertainment-Format: Andrea Lange für „The Summit – Der steile Weg zur Million“ (Banijay Productions Germany für Prime Video)
  • Nachwuchspreis: Hanna Hribar für "Schattenseite" Dreamtool Entertainment GmbH im Auftrag von ARD Degeto, HR und funk
  • Ehrenpreis des Ministerpräsidenten 2026: Johannes B. Kerner

Publikumspreise

  • Beliebteste Familienshow: Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme) von Florida Entertainment GmbH im Auftrag von Joyn / ProSieben
  • Beliebteste Social-Media-Persönlichkeit: Marcant für die politische Aufklärungsarbeit, die direkten Begegnungen und die kritische Einordnung mit @vollmarcant