Jedes Produkt hat seine Messe
Jeder Industriezweig veranstaltet Messen, auf denen seine Innovationen vorgestellt, die Marken gepflegt, die Newcomer vorgestellt werden. Ob es Traktoren, Bücher, Bädereinrichtungen oder Zuchttiere sind, ohne Ausstellung fehlt der Vergleich mit der Konkurrenz. In der Filmbranche sind es die Filmfestivals, die je nach Ausrichtung, eher dem kommerziellen oder dem unabhängigen Film, oder auch beiden zugetan sind. Jedes Land der Welt hat seine eigenen Festivals, doch nur wenige Länder besitzen so genannte A-Festivals.
Der Festival-Basar
Für viele Filme sind Filmfestivals die Startpositionen, von denen aus die Kinoauswertung erst möglich ist, für andere sind sie lediglich willkommene Werbeplattformen für den kurz darauf feststehenden Kinostart und für wieder Andere sind es vielleicht die einzigen öffentlichen Vorführungen in Kinosälen, die einzige Chance für ihre Macher, direkt mit dem Publikum in Kontakt zu treten.
Die großen Festivals konkurrieren hinter den Kulissen oft miteinander, umwerben Produktionsfirmen, Verleiher, Regisseure sie mögen das aktuelle Werk doch bei ihnen uraufführen. Marketingaspekte, Zeitpunkt der Fertigstellung, aber auch die Treue zu Festival-Veranstaltern, die vielleicht schon die Erstlinge der Regisseure aufgeführt haben stehen meist im Mittelpunkt der endgültigen Entscheidungen. Oft werden Zusagen gemacht zu Filmen, die sich noch in der Postproduktion befinden, manche werden wider erwarten nicht fertig, dann werden Titel wieder zurückgezogen. Immer wieder drückt auch die Filmindustrie Titel in so manches Festival hinein, dann kann auch schon mal ein drittklassiger Musketier-Streifen das A-Festival eröffnen.
Kleine Festivals sind auch spannend
Die großen Glamour-Festivals sind für die Profis wichtig und unverzichtbar, doch daneben gibt es viele kleinere Festivals, mit einem gänzlich anderen Focus, die oftmals viel interessanter, innovativer und was die Gespräche und Kontakte angeht, ergiebiger sind. Denn selbstverständlich sind die Festivals nicht nur Leistungsshows des aktuellen Filmschaffens, sondern immer auch Treffpunkte, Kollegen und potentielle Geschäftspartner zu treffen, sich auszutauschen und neue Vorhaben zu schmieden. Und für Newcomer ohne eigenen Film, die ihren Weg noch finden müssen, eröffnen Filmfestivals erste Kontakte zur Filmbranche.
Informationen, Tipps, Berichte, Kommentare...
Für alle, die einen Film fertiggestellt haben und diesen öffentlich aufführen wollen, ganz gleich ob Erstlinge oder erfahrene Filmemacher bieten wir an dieser Stelle nationale und internationale Adressen, Links und Informationen zu Anmeldefristen. Tipps für Anmeldung, Konfektionierung und Versand erleichtern darüber hinaus den Einstieg in ihren persönlichen Festival-Kreislauf.
Das Movie-College ist darüber hinaus auf vielen Festivals präsent. Wir legen unser Augenmerk auf einige wichtige, regelmäßige Events im Verlauf eines Jahres. Berichte von den Festivals, Filmbesprechungen, Rahmenveranstaltungen und die Preisträger von Wettbewerben stehen im Vordergrund.
Die nächsten Festivaltermine
Wer selbst Festivals besuchen oder eigene Filme einreichen möchte, dem sei unser Terminkalender wichtiger Filmfestivals auf der Startseite (oben rechts) empfohlen. Unter den Links gibt es weitere Informationen zu den Festivals.
Hier findet Ihr weitere Informationen zu Festivals:
Einreichfristen zu Wettbewerben und Filmfestivals
Das Münchner Filmfest 2011 schaffte es wieder einmal, große Filme und große Namen an die Isarmetropole zu holen
Themen

Am Donnerstag, dem 25.06.2015, begann das 33. Münchner Filmfest, das zweitgrößte Filmfestival Deutschlands mit einer großen Eröffnungsvorstellung und anschließendem Empfang. Schauspieler Viggo Mortensen spielte die Hauptroille im Eröffnungsfilm "Den Menschen so fern".
Empfänge
Zahlreiche Branchenveranstaltungen bieten Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen in entspannter Atmosphäre zu treffen. Dabei jagt in dichter Folge ein Termin den anderen, oftmals verabschiedet man sich von diversen Kolleg-inn-en, um sie kurz darauf beim nächsten Event wiederzutreffen.
Den Einen oder Anderen sieht man sogar im Anzug vorbeiradeln, um die Wege zwischen den Veranstaltungsorten zügig zu überwinden. So etwa beim arte-Empfang, der auch in diesem Jahr wieder im Institut Francais in der Kaulbachstraße stattfand.

Das große Zelt wäre gar nicht nötig gewesen, denn im Gegensatz zu letztem Jahr war das Wetter sommerlich. Es ist beinahe schon ein Automatismus, dass es zum Beginn des Filmfestes heiß wird in München. Für die Redakteure des Senders sicherlich eine positive Veranstaltung, zahlreiche Schauspieler-innen, Regisseur-e-innen waren anwesend, als der für den anspruchsvollen Film wohl wichtigste Fernsehsender einlud.
Hier und da wurde heftig diskutiert, ob der neue Film von ... eher eine zweistündige alberne Kinoversion einer Satiresendung sei oder provokatives Kino. Immerhin, wenn man streitet, so ist das Kino offensichtlich noch lebendig und polarisierend.
Empfang im Landtag

Nach einer Podiumsdiskussion in der Black Box des Gasteigs zum etwas sehr allgemein gehaltenen Thema "Filmstandort Bayern in Deutschland und Europa", lud die CSU zum traditionellen Filmlfest-Empfang in den bayerischen Landtag ein. In seiner Begrüßung gab Thomas Kreuzer einmal mehr ein Bekenntnis für die Förderung der Filmbranche in Bayern ab. Branchenvertreter trafen im Foyer des Landtages und in einem der Wandelgänge zusammen.
Agenturempfang der Agenturen Baumbauer & Unitone
Diverse Schauspieleragenturen laden während des Filmfests zu Empfängen ein, eine gute Gelegenheit für die Agent-inn-en, die betreuten Schauspieler/n-innen mit Regisseur/inn-en und Produzent/en-innen zu connecten. Der Empfang von Baumbauer und Unitone fand bei bestem Sommerwetter im Innenhof des Café Cord statt. Die lockere Atmosphäre hat sicherlich dazu beigetragen, dass sich die Gäste wohlfühlten.
Empfang der Filmanwälte

Beim traditionellen "Early Morning Brunch" der Kanzlei SKW Schwarz Rechtsanwälte im Münchner Koi am Wittelsbacherplatz gab es Gelegenheit zu Gesprächen zwischen Kreativen, Finanziers, Entscheidern, Vermittlern und Anwälten.
Unter den Gästen auch zahlreiche Verbandssprecher und Vorstände, gerade wenn es darum geht, die eigenen Wünsche oder Forderungen durchzusetzen, sind ja Anwälte gar nicht so weit entfernt. Zwischen den Zeilen äußerten viele Branchenvertreter, dass überall die Budgets gekürzt würden. Wenn man genauer hinschaut, so sind es vor allem die Fernsehbudgets, die kleiner wurden, von den Mehreinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender durch die Zwangsgebühr für Jeden scheint bei den Filmherstellern und Kreativen nichts anzukommen.
FFF-Empfang

Einer der größten Treffpunkte der Filmbranche während des Filmfests ist der Empfang der bayerischen Medienförderung. Durch die breitgefächerte Palette an Förderungen bis hin zu Computerspielen, wäre die Bezeichnung "Filmförderung" schlichtweg zu kurz gegriffen. Etablierte wie auch Nachwuchs aus allen Bereichen der Medien trafen sich auf der Praterinsel bei tropischen Temperaturen.
Das Catering war übrigens überraschend vielseitig, neben der Grillstation gab es diverse sehr gute Salate (Kompliment an die Köche), ein tolles Zugeständnis an die Vegetarier, die mit den sonst üblichen bayerischen Schmankerln wegen der Speckwürfel und Schinkenstreifen nie wirklich glücklich wurden.
FFF-Chef Prof. Dr. Klaus Schaefer freute sich über die Aufstockung der Fördersumme und wusste eigentlich nur Positives über die Geschicke der bayerischen Filmwirtschaft zu berichten.
Wer sich für Branchenveranstaltungen interessiert, findet unter diesem Link auf der Homepage des Festivals einige der öffentlichen Veranstaltungen
Videos von den Gästen

Auch in diesem Jahr ist das Movie-College wieder Medienpartner des Filmfests. Zahlreiche Interviews von Gästen aus der ganzen Welt laufen auf dem Youtube-Channel und der Startseite des Filmfests. Unbedingt anschauen!
179 Filme aus 54 Ländern stehen in den Startlöchern, 39 davon laufen als Weltpremiere. Aufgeteilt ist das bunte Programm in insgesamt 18 verschiedenen Reihen, die Titel tragen wie "Cinevision", "Cinemasters", "Neues Deutsches Kino" oder "International Independents" und für jeden Filminteressierten etwas Passendes bereithalten sollten. Einen besonderen Blick sind erneut auch die verschiedenen Hommage-Reihen wert, bei denen dieses Mal unter anderem Fans von Andy Warhol, Jean-Jacques Annaud oder Rupert Everett auf ihre Kosten kommen.
Stichwort Rupert Everett: Sein Name ist nur einer von vielen, die heuer auf der Gästeliste stehen. Angekündigt haben sich außerdem auch der bereits erwähnte Jean-Jacques Annaud, "Sideways"-Autor Alexander Payne sowie "Adams Äpfel"-Regisseur Anders Thomas Jensen, der zudem sein aktuelles Werk "Men and Chicken" präsentiert. Weitere Ankündigungen folgen.
Filmauswahl

Wer unter indischem Kino immer noch ausschließelich "Bollywood" versteht, dem sei Chaitanya Tamhanes "Court" ans Herz gelegt, der bereits auf diversen Festivals (u. a. in Venedig, Buenos Aires und Hongkong) einige Preise abgestaubt hat und einen absurd anmutenden Justizfall skizziert, bei dem ein Mann unter Anklage steht, den Selbstmord eines Arbeiters durch Gesang herbeigeführt zu haben.
Aus Russland, einem Land, in welchem es kreative Filmschaffende derzeit nicht gerade einfach haben, kommt Anna Melikyans "Star", ein Drama um eine junge Frau, die verzweifelt danach strebt, perfekte Schönheit zu erlangen.
Auch China ist vertreten, unter anderem mit Tsui Harks epischem "The Taking of Tiger Mountain", der in opulenten, dreidimensionalen Bildern einen chinesischen Staatsgründungsmythos wiederaufleben lässt, sowie dem Martial-Arts-Film "Brotherhood of Blades".
Preisträger "Neues Deutsches Kino"
Der begehrte, mit insgesamt 70.000 Euro dotierte Förderpreis "Neues Deutsches Kino" (gestiftet von Bavaria Film, Bayerischem Rundfunk und DZ Bank) ging gleich in drei Kategorien (Regie, Drehbuch und Schauspiel) an den Erstling "Babai" von Visar Morina.
Die Story handelt von einem Vater und seinem Sohn die sich auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 90er Jahre mit Zigarettenverkäufen durchschlagen. Als sich der Vater heimlich nach Deutschland absetzt, reist ihm der zehnjährige Sohn auf eigene Faust nach.
Die beiden Hauptdarsteller Astrit Kabashi und Val Maloku wurden gemeinsam mit dem Förderpreis Schauspiel ausgezeichnet.
In der Kategorie "Produktion" wurden Steve Hudson und Sonja Ewers für den Film "Happy Hour" prämiert.
Die Komödie (Regie: Franz Müller) handelt von einem gerade von seiner Frau verlassenen Mittvierziger, der mit zwei Kumpels nach Irland reist, um das Mannsein zu zelebrieren.
Während es in der Vergangenheit dieses Preises nicht immer so eindeutig ausfiel, war sich die diesjährige Jury mit Sebastian Schipper (Regisseur), Peter Rommel (Produzent) und Johanna Wokalek (Schauspielerin) offensichtlich sehr einig, welcher Film aus den 12 möglichen Spielfilmen der Reihe am stärksten überzeugte.
Reihen
Ein Auszug aus den verschiedenen Programm-Reihen in diesem Jahr:
CineMasters - Bester internationaler Film
CineVision - Bester internationaler Nachwuchsfilm
Spotlight - Große Geschichten, große Gefühle
International Independents - Innovatives Kino aus der ganzen Welt
Neues Deutsches Kino - Deutsche Weltpremieren und der Förderpreis für Nachwuchstalente
Neues Deutsches Fernsehen - Fernseh-Spielfilm-Highlights
Kinderfilmfest - Publikumspreis für Spiel- & Kurzfilme aus aller Welt
Hommage - Persönlichkeiten aus Regie und Schauspiel
Open Air - Filme unter freiem Himmel zum Thema "Swing"
Sky Serien Spotlight - Serien und andere sehenswerte Filme
Das komplette Programm mit weiteren Informationen zum 33. Internationalen Filmfest München findet ihr unter: www.filmfest-muenchen.de.




