
Regie: Sébastien Vaniček
Drehbuch: Sébastien Vaniček, Florent Bernard
Produktion: Sam Raimi, Robert Tapert, Lee Cronin, Jose Canas, Bruce Campbell, Romel Adam
Kamera: Philip Lozano
Darsteller: Souheila Yacoub, Hunter Doohan, Luciane Buchanan, Tandi Wright, George Pullar
Die Neuauflage der "Tanz der Teufel"-Reihe war bislang eine erfolgreiche Spielwiese für spannende Newcomer. Nun darf der Franzose Sébastien Vaniček sein Können unter Beweis stellen, der 2023 mit seinem Debüt, dem Spinnenhorror "Spiders", ein Ausrufezeichen setzte.
Nach einem Streit mit Ehefrau Alice (Souheila Yacoub) rast Will (George Pullar) mit dem Auto davon und baut dabei einen Unfall mit einem Deadite. Der wutentbrannte Clubbesitzer verbrennt dabei in seinem Auto. Die anschließende Beerdigung zwingt die überforderte Alice zu einem unfreiwilligen Wiedersehen mit den ungeliebten Schwiegereltern (Tandi Wright, Erroll Shand) auf deren Hof, den Wills Bruder Joseph (Hunter Doohan) eher schlecht als recht managed. Dort lebt der erfolglose Autor mit seiner Freundin Thya und der dementen Großmutter Polly (Maude Davey), um Inspiration für seine aktuelle Schreibarbeit zu finden - schließlich sind auf dem Speicher noch die Aufzeichnungen des Großvaters, der sich sein Leben lang auf der Suche nach einem speziellen Dolch befand, die die Mächte des Bösen stoppen können. Ebendiese Mächte hat Joseph unbewusst bei seinen Arbeiten beschworen - was zu einem wahrhaft höllischen Familientreff führt.
Die "Evil Dead"-Reihe zeichnet sich ja seit jeher durch ihre Mischung aus garstigem Horror und auch komödiantischen Elementen aus. Zwar schlug Fedé Alvarez' Reboot 2013 einen etwas ernsteren Ton an, doch die Kernelemente, die "Evil Dead" zu "Evil Dead" machen blieben - und so funktionierte die Neuauflage erstaunlich gut und fand ein neues Publikum. Gerade "Rise", der zweite Teil, wusste im besten Sinne mit dieser Mischung zu unterhalten. Vaniček geht mit "Burn" nun in eine deutlich ernstere und düsterere Richtung, in der zwar immer noch der typische Humor seinen (begrenzten) Platz findet, sich aber doch immer wieder mit dem ernsten Drama-Aspekt beisst. Das Familien-Drama ist zugleich der schwächste Aspekt des Films, denn es bremst nicht nur die Handlung etwas aus, sondern ist recht oberflächlich geraten. Gleiches gilt für die Figuren, die allesamt nicht wirklich sympathisch geraten sind und einen ziemlich kalt lassen. Das hat Lee Cronin im Vorgänger, indem er der Familie und ihrer Dynamik etwas Raum gibt, besser hinbekommen. Diese Schwäche nimmt in Teil drei umgekehrt den heftigen Gewaltspitzen des Films ein Stück weit die Wucht.
Auch die Deadites sind in der Version des Franzosen, nicht zuletzt wegen des ernsteren Tonfalls, ein bisschen einfallslos geraten. Sind diese in Lee Cronins "Rise" noch herrlich fies und ideenreich, fehlt ihnen in Teil drei dieser zynische Hohn, der boshafte Spaß, der nur selten durchscheint. Wenn Vaniček dann die Handbremse löst und dem "Evil Dead"-Anteil mehr Gewicht einräumt, weiß sein Film durchaus zu unterhalten. Immer wieder fallen dem Regisseur dabei visuell spannende Wege ein, das blutige Chaos einzufangen. In diesen Momenten gelingt es dem Regisseur am besten, den garstig-morbiden Ton der Reihe zu treffen. Wenn eine der Figuren etwa durch eine Autotür der Reihe nach sämtliche Finger verliert, ist das durch die Inszenierung nicht nur schmerzhaft anzusehen, sondern löst auch einen bösen Lacher aus. Wann immer der Film sich auf diese humorvolleren Einschübe fokussiert, liefert er seine stärksten Momente, von denen der Film trotz seiner Schwächen genügend vorweisen kann. So ist "Burn" letztendlich leider der bislang schwächste (dabei zugleich auch brutalste) Teil der Neuauflage, der insgesamt gut unterhält - man hat aber auch das Gefühl, dass da noch mehr drin gewesen wäre.
Gesehen von Tristan Rembold
