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Ryan Gosling als Ryland Grace und Sandra Hüller als Eva Stratt in DER ASTRONAUT - PROJECT HAIL MARY, von Amazon MGM Studios. Photo credit: Jonathan Olley © 2026 Amazon Content Services LLC. All Rights Reserved.

 

Land/Release: USA, 2026
Regie: Phil Lord & Chris Miller
Kamera: Greig Fraser
Musik: Daniel Pemberton Darsteller: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Ken Leung, James Ortiz, Milana Vayntrub

 

Würde man jedes Mal einen Cent erhalten, wenn eine Andy-Weir-Verfilmung zu einem Kassenhit wird, hätte man immerhin schon zwei Cent. Das ist nicht viel und reicht bei Weitem nicht mal für das Parkticket vor dem Kino, aber es zeigt, dass der Autor nicht nur unter Literaten, sondern auch an den Kinokassen zu einem Erfolgsgaranten gezählt werden kann. Die neueste Verfilmung seines Buches “Der Astronaut – Project Hail Mary” ist wie schon Ridley Scotts “Der Marsianer” (USA, 2015) ein Riesenerfolg beim Publikum und der Kritik. Zum Zeitpunkt dieser Kritik hat die rund 200 Millionen US-Dollar teure Koproduktion zwischen Amazon und Sony schon fast 500 Millionen US-Dollar in nur drei Wochen eingespielt. Darin erwacht der von Ryan Gosling verkörperte Biologe Dr. Rayland Grace zottelig und ohne jede Erinnerung an Bord eines Raumschiffs – 12 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die anderen beiden Crewmitglieder haben die Reise nicht überlebt. Dr. Grace ist die letzte Hoffnung einer waghalsigen Mission: Er soll den einzigen Stern im Universum untersuchen, der nicht von neu-entdeckten Teilchen befallen ist, die Sternen die Energie entziehen. Scheitert er, droht der Erde innerhalb von 30 Jahren eine Eiszeit. Der Biologe hadert mit der Einsamkeit, der Steuerung des Schiffs und der astronomisch großen Aufgabe – doch schon bald erhält er unerwartete Unterstützung der dritten Art.

 

Ryan Gosling als Ryland Grace in DER ASTRONAUT - PROJECT HAIL MARY, von Amazon MGM Studios. Photo credit: Jonathan Olley.

 

Auf den Spuren von “Star Trek” und “Interstellar”

Am Ziel angekommen, trifft der Forscher auf die Felsspinne Rocky. Ein Außerirdischer, dessen Heimat ebenfalls durch das kosmische Phänomen bedroht ist. Das erinnert durchaus an die goldenen Zeiten von “Star Trek”, denn auch “Der Astronaut” entwirft ein optimistisches Zukunftsszenario, in dem zwei unterschiedliche Spezies kommunizieren und ein Problem lösen müssen. Daraus entwickeln sich nicht nur wunderbare humorvolle Momente, sondern auch eine innige und glaubhafte Freundschaft zwischen den beiden Raumfahrern, die zugleich das emotionale Herzstück des Films bildet.
Das funktioniert nicht nur durch das überzeugende Spiel von Ryan Gosling, sondern auch den großartig (im Übrigen größtenteils praktisch) animierten Rocky. Das ist insofern bemerkenswert, hat die kleine Felskreatur doch gar keine Mimik. Doch durch Gesten und Geräusche (und später einen Übersetzer) gelingt nicht nur die Kommunikation zwischen den beiden Arten – sondern auch der Übersprung des emotionalen Funkens auf das Publikum. Zugleich entstehen aus der ungewöhnlichen Freundschaft viele charmante und sehr witzige Momente, die dem Film Tempo und Leichtigkeit verleihen. Das Abenteuer zieht daraus aber auch Spannung, ist man doch schließlich als Zuschauer um das Wohl der beiden Protagonisten besorgt, die bei allem Humor und Feel-Good-Vibe immer noch auf einer gefährlichen, drängenden und ernsten Mission unterwegs sind, die der Film nie aus den Augen verliert. Die Exposition zu dieser streut der Film immer wieder geschickt und dynamisch durch Rückblenden - die Erinnerungen von Dr. Grace ein - in denen die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller als Projektleiterin Eva Stratt glänzt. Hüller spielt diese resolut und unterkühlt, lässt aber auch eine gewisse Wärme aufblitzen – insbesondere in einer tollen Karaoke-Darbietung – die ihrer Figur trotz relativ kurzer Screentime eine Persönlichkeit und Tiefe verleiht.

 

Ein audiovisuelles Spektakel

Die wunderschön erzählte Geschichte ist zugleich auch durch die Kameraarbeit von Greig Fraser, der die Faszination des Alls (und der liebevoll gestalteten, praktischen Sets) in fantastischen und (angesichts der zunehmenden Hollywood Dunkel/Sepia-Flut angenehm) farbenfrohen Bildern einfängt, sowie die stimmig-eingängige Musik von Daniel Pemberton ein Fest für Augen und Ohren, welches man einfach auf der großen Leinwand erlebt haben muss. So geht Kinomagie. Der Erfolg, für den sich das bereits mit “The Lego Movie” (USA, 2014) erfolgreiche Regie-Duo Chris Miller/Phil Lord verantwortlich zeichnet, lässt hoffen, dass Hollywood endlich (wieder-)erkennt, was einen guten Blockbuster ausmacht.

 

Gesehen von Tristan Rembold

 

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