
CHINA 2025
Regie: Kenji Tanigaki Drehbuch: Shum Kwan-Sin, Frank Hui, Mak Tin-Shu, Lei zhilong
Darsteller: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Yayan Ruhian
Kinostart: 18. Juni 2026
Letztes Jahr machte Kenchi Tanigaki schon mit seinen Choreografien für Soi Chengs außergewöhnlichen Kung-Fu-Periodendrama „City of Darkness“ auf sich aufmerksam, jetzt kommt sein neustes Werk in die Kinos. Denn bei „The Furious“ führt der japanische Choreograf und Stuntman nun Regie. Es handelt sich nicht um sein Regiedebüt, aber wohl mit Sicherheit um seine soweit populärste Arbeit. Und diese kann sich durchaus sehen lassen.
Zwei Männer auf Rettungsmission
Genretypisch ist die Geschichte dabei simpel. Durch die Entführung seiner entfremdeten Tochter wird der stumme, im Exil lebende, Wang Wei in die finsteren Machenschaften eines Kinderhändlerrings gezogen. Gleichzeitig ermittelt auch der Journalist Navin gegen die brutalen Verbrecher, um herauszufinden was mit seiner Frau Matia passiert ist, die ein Jahr zuvor bei derselben Tätigkeit spurlos verschwand. Um ihre Liebsten zu retten, werden sich die beiden stoischen Männer verbunden und zusammenarbeiten müssen.Genretypisch ist die Geschichte dabei simpel. Durch die Entführung seiner entfremdeten Tochter wird der stumme, im Exil lebende, Wang Wei in die finsteren Machenschaften eines Kinderhändlerrings gezogen. Gleichzeitig ermittelt auch der Journalist Navin gegen die brutalen Verbrecher, um herauszufinden was mit seiner Frau Matia passiert ist, die ein Jahr zuvor bei derselben Tätigkeit spurlos verschwand. Um ihre Liebsten zu retten, werden sich die beiden stoischen Männer verbunden und zusammenarbeiten müssen.

Zwischen Empathie und Gewalt
Daraus entwickelt sich eine Handlung die beiläufig eine Vielzahl von Themen verhandeln will. In verschiedensten Konstellationen werden hier Geschlechterbilder untersucht und dekonstruiert, die Herausforderungen von Vaterschaft und Eheleben diskutiert und gezeigt, wie Menschen in Extremsituationen zueinanderfinden müssen, um gegen eine erdrückende Macht zu bestehen. Der sich dadurch ergebende emotionale Kern wird von den Schauspielern und Schauspielerinnen souverän getragen, die nicht nur körperlich beeindruckende Leistungen bringen, sondern auch mit effektiver Mimik emotionale Magengrubenschläge verteilen und in der konstanten Anspannung befreiende Lacher generieren können.
Subtile Bildsprache
So überbordend der Film in seiner Gewalt und Action auch sein kann, so subtil geht er in seiner Erzählweise vor. Charaktermomente werden ruhig und einfühlsam vollzogen und handlungstragende Informationen oft subtil über Bilder vermittelt, anstatt von den Figuren ausufernd erklärt zu werden. Dies gestaltet sich als willkommene Abwechslung im Zeitalter der auf Secondscreening ausgelegten Netflix-Dramaturgien, in denen jede Handlung sprachlich rekapituliert werden muss.

Faust-Ballett erster Klasse
Nicht nur bei der Progression seiner Handlung erfordert „The Furious“ ungebrochene Aufmerksamkeit, denn wer bei den Kampfsequenzen seine Augen nicht konsequent an die Leinwand bannt, wird unweigerlich den Überblick verlieren. Dies liegt jedoch nicht daran, dass die Action unübersichtlich gestaltet oder hektisch geschnitten wäre; das genau Gegenteil ist hier der Fall. Vielmehr sind die Kämpfe schlicht hochkomplex choreographiert. So kämpfen hier oft mehrere Männer gleichzeitig, denn anders als in vielen Actionfilmen dieser Art wird beinahe nie ein Kämpfer wartend auf das Abstellgleis gestellt, um auf seinen Einsatz zu warten. In „The Furious“ sind in den Kämpfen stets alle Personen im Shot an aktiv an der Action beteiligt. Dadurch entstehen beeindruckende, immersive Sequenzen, die selbst eingefleischte Genrefans beeindrucken werden. Dazu kommen außerhalb der Faustkämpfe hochspannende Verfolgungsjagten und atemberaubende Stunts. Spätestens wenn die Leben der Filmkinder auf dem Spiel stehen, ist man als Zuschauer gezwungen die Luft anzuhalten.
Ungebrochene Spannung und beeindruckender Bombast
Der Film ist also konstant spannende Action-Kost vom Feinsten. Wer Filme, wie „The Raid“ oder „The Night comes for Us” zu seinen Liebligen zählt und nach einem neuen Anwärter für diese Liste sucht, der wird bei „The Furoius“ möglichweise fündig werden.
Gesehen von Samuel Kindler
