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Kriegerin REGIE: David Falco Wnendt DARSTELLER: Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat |
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Regie: David Falko Wnendt
Kinostart: 19. Januar 2012
Bevor ich mir den Film auf dem Filmfest München anschaute, ahnte ich schon beim Lesen des Pressematerials, dass es sich hierbei um einen sehenswerten Film handelt. Bei der Uraufführung mit gut besetztem Kinosaal wurde deutlich, dass dieser 2010 gedrehte Spielfilm von David Wnendt mit seiner hochaktuellen rassistischen Thematik viele neugierig gemacht hat.
Der Film handelt von einer Neonazi-Bande in Deutschland, in deren alltägliches Leben der Zuschauer einen guten Einblick gewinnt. Marisa (Alina Levshin) wurde das kriegerische Verhalten und feindliche Einstellung gegenüber Juden schon von klein auf von ihrem geliebten Opa vermittelt. Diesem Weg folgt sie treu bis ins Jugendalter. Mit ihrem kriminellen Nazifreund und anderen Skinheads der Gruppe möchte sie die Ausländer aus ihrer Nähe brutal vertreiben. Marisa begegnet zwei afghanischen Jungs, die von ihr überfahren werden. Während ihrer Arbeit als Kassiererin muss sie sich mit dem jüngeren Afghanen auseinander setzen.
David Falko Wnendt hat nach seinen Kurzfilmproduktionen und seinem ersten TV-Film endlich auch seinen ersten Kinofilm herausgebracht, der zugleich auch sein Diplomfilm und Regiedebüt ist. In seinem Film möchte Wnendt zeigen, was junge Mädchen und Frauen dazu bewegt, einer rassistischen Gruppe beizutreten. Für das herausragende Drehbuch hat er den Förderpreis Deutscher Film 2011 bekommen. Zugleich überzeugt Wnendt mit einer gelungenen Regie.
Die Hauptdarstellerin Alina Levshin wirkt in ihrer Rolle als Neonazimädchen mit Hakenkreuz-Tattoo und halb durcheinander rasierter Frisur sehr authentisch. Die aggressive Stimmung ist im Kinosaal förmlich greifbar. Mit ihrer Darstellung macht Levshin deutlich, wie der Hass gegen Ausländer, Schwarze und Juden Marisa als Antrieb dient. Ihr Schauspiel hält die Zuschauer wach und fesselt sie an die Leinwand. Alina Levshin ist das neu entdeckte Talent der deutschen Filmindustrie und hat für ihre Filmrolle bereits den Förderpreis Deutscher Film 2011 für die beste Hauptdarstellerin verliehen bekommen.
Die zweite Hauptperson im Film ist Jella Haase (Svenja). Wenn auch nur kurz zu sehen, überzeugt auch sie in ihrer Rolle als 16jährige Neueinsteigerin in der Neonazi-Bande.
Der erste Kinospielfilm von David Wnendt ist eine sehr gut gelungene Darstellung über die Entstehung und Wirkung der deutschen Neonazi Szene. Der Film startet im Januar 2012 in den Kinos und sei ebenso Deutschen wie Ausländer wärmstens empfohlen.
Gesehen von Andrea Bekesi

Der 26minütige Film erzählt die Geschichte von Margreths Körper. Schon früh entdeckte die Außenwelt an ihr die ersten "Fehler": Überbiss, keine Taille, unförmige Füße, krumme Finger, viel zu dicker Hals.
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Küß mich bitte! Frankreich 2007 REGIE: Emmanuel Mouret DARSTELLER: Virginie Ledoyen, Emmanuel Mouret, Julie Gayet, Michael Cohen, Stefano Accorsi, Frédérique Bel |
Regie: Emmanuel Mouret
Kinostart: 7. August 2008
Was geschieht nach einem Kuß? Was geschieht mit den beiden Menschen, die ihn sich schenken und was passiert mit den anderen Menschen, jenen, die, wie im Falle der hier erzählten Geschichte, mit den beiden Liebenden zusammenleben?
Diese Frage steht im Mittelpunkt des Films, und vor dieser Frage wird auch bald Emilie stehen, die in Nantes ein Taxi sucht. Mit dieser Szene beginnt der Film. Emilie ist etwa Mitte Dreißig, kommt aus Paris und entwirft und verkauft Möbelstoffe. Natürlich führt sie das Schicksal nicht zu ihrem eigentlichen Ziel, sondern zu Gabriel, der zwar auch nicht weiß, wo sie ein Taxi finden könnte, aber ein Auto hat.
So entspinnt sich zwischen den beiden eine kurze Romanze, die ganz von der Unsicherheit lebt, mit der sich Emilie und Gabriel begegnen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen und beide geben dies dem jeweils anderen mehr oder weniger verborgen auch zu erkennen. Immer wieder naht der unwiederbringliche Moment des Abschieds, und immer wieder gelingt es Gabriel voller verzweifelten Mutes, die Frist zu verlängern. Doch als er Emilie schließlich, kurz bevor sie auseinandergehen wollen, einen Kuß geben möchte, da beginnt der Film eigentlich erst.
Denn nun wehrt Emilie, die ihre Zuneigung zu Gabriel nicht verbirgt, ab und erzählt ihm als Begründung die Geschichte von Julie und Nicolas, zwei Freunden aus Paris. Auch hier habe alles mit einem Kuß begonnen, einem Kuß aus Freundschaft, der die Gefühle der beiden jedoch vollkommen durcheinander brachte.
Dass es zwischen Julie und Nicolas von Anfang an aber nur am Rand um einen Kuß geht, sondern vielmehr darum, dass Nicolas mit Julie schlafen möchte, ist eine Schwachstelle des Films. Die zauberhaft unberechenbare Flüchtigkeit, die einem Kuß zugrunde liegen kann, die verwehen oder aber zu einem Sturm anzuwachsen vermag, spielt eigentlich keine Rolle. Hier macht der Film einen großen zweiten Schritt, ehe er dem ersten die Möglichkeit gibt, die kommende Handlung vorzubereiten.
Dennoch ist die Art und Weise, die Unbeholfenheit, mit der sich Julie und Nicolas einander annähern, um sozusagen in Freundschaft miteinander zu schlafen, sehr sympatisch und liebevoll geschildert. In diesen Momenten glaubt man zu erkennen, wofür dieser Film gedreht wurde: Es geht nicht wirklich darum, die Handlungen der Menschen zu hinterfragen oder der Leichtigkeit der Geschichte eine bestimmte bildliche Ästhetik zuzuordnen. Es geht auch nicht um den anscheinenden Gegensatz zwischen Gefühlen und der Vernunft, oder um moralische Verpflichtungen. Diese Themen fließen mit der Geschichte mit, tragen sie jedoch nicht und erscheinen hin und wieder, so auch am Ende, etwas konstruiert. Vielmehr wird man an den schüchternen Nicolas (der vom Regisseur des Films, Emmanuel Mouret gespielt wird) denken, an das etwas traurige Lächeln Emilies oder an die gutherzige Câline, die zwischenzeitliche Freundin Nicolas´. Die freudvolle, lebendige Art der Schauspieler, miteinander zu spielen, in ihre jeweiligen Rollen zu schlüpfen, sich sehnsüchtige, eifersüchtige, schüchterne und begehrende Blicke zuzuwerfen, passt zum Sommer, zum Schein der Sonne und zu den langen, hellen, von Stimmen erfüllten Tagen. Dieser Eindruck ist vielleicht auch etwas, das den Zuschauer begleitet, eine Erinnerung, die dann, wenn man im Herbst irgendwann genug hat von Regen, Dunkelheit und düsteren Kinofilmen, ganz gut tun kann.
Gesehen von Paul Mittelsdorf