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Regie:Thomas Grube, Enrique Sánchez Lansch
Kinostart: 16. September 2004
250 Jugendliche aus 25 Nationen tanzen Strawinskys Le Sacre du Printemps.
"Rhythm is it" - ein Film über die Berliner Philharmoniker.
Mehr als fünf Monate begleiteten die Regisseure Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch die Berliner Philharmoniker und ihren Dirigenten Sir Simon Rattle bei ihrem ersten großen Education-Projekt.
250 Schülerinnen und Schüler aus 25 Nationen und unterschiedlichen sozialen und kulturellen Verhältnissen, die meisten ohne jede Erfahrung mit klassischer Musik, tanzen Strawinskys Le Sacre du Printemps (Das Frühlingsopfer).
Zuerst waren die Jugendlichen alle skeptisch, abwartend, verängstigt. Die Unruhe wuchs noch, als der Choreograph Royston Maldoom eine Gruppe von Demotivierten ins Gesicht sagte: "Das hier ist ernst! Warum muss alles im Leben Spaß machen?"
Anhand der drei Protagonisten Marie (14), Martin (19) und Olayinka (15) zeigt der Film sehr unterschiedliche, persönliche Entwicklungsprozesse. Martin zum Beispiel gibt zu, er habe Berührungsängste und wolle niemanden anfassen - auch nicht beim Tanzen. Im Verlauf des Films beobachtet man jedoch wie er langsam diese Ängste vergisst.
Schwer ist es trotzdem. Nach einigen Wochen ist Royston Maldoom nah daran aufzugeben. Doch Irgendwie geht den Jugendlichen plötzlich ein Licht auf. Sie werden langsam motivierter. Innerhalb des Probenprozesses machen sie wichtige musisch-kreative und sozial-integrative Erfahrungen und der Choreograph zeigt ihnen, welche Fähigkeiten und Potentiale in ihnen stecken, die sie gestärkt und selbstbewusster ins Leben treten lassen.
Dies alles erzählt sich leicht, wenn man vom anschließenden Triumph weiß. Sechs Wochen dauern die Proben, mit dem Ziel der großen Aufführung mit den Berliner Philharmonikern und 3000 Zuschauern, die zu einem großen Erfolg wird.
Mit den Erlebnissen der drei Protagonisten gibt der Film aber auch noch nie gesehene Einblicke in die Probearbeit des weltberühmten Orchesters mit seinem Dirigenten Sir Simon Rattle. Niemals zuvor hat das traditionsbewusste Orchester einen so tiefen Einblick gewährt.
Der Film "Rhythm is it" erzählt die Geschichte dieses Erfolgs. Ein Dokumentarfilm über die Selbstentdeckung. Thematisch, technisch und qualitativ einzigartig.
Gesehen von Melanie Buchholz

Das beunruhigende Überraschungsmoment und die visuelle Wucht des Vorgängers bleiben hingegen aus.
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RIP: A Remix Manifesto CAN 2008, 80 Min REGIE: Brett Gaylor
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Regie: Brett Gaylor
Schon einmal von „MashUp" gehört? Dabei mischt man alte Songs zu einer neuen Komposition zusammen. Problem dabei ist das Copyright. Und genau davon handelt diese vor Energie strotzende Dokumentation. Sein Regisseur Brett Gaylor hat etwas zu sagen und zumindest das Publikum, das gestern am 7.Mai im Ampere im Muffatwerk zusammen kam, war dankbar und teilweise sogar euphorisch. Obwohl kein Grund zur Euphorie besteht, wenn man bedenkt, dass wir uns gestern alle strafbar gemacht haben, als wir unsere Aufmerksamkeit dem MashUp aus Songs, Bildern und Tonaufnahmen gaben.
Zur Problematik: Die „Copyright" kennen wir. Am Anfang jeder DVD werden wir darauf hingewiesen, dass das Kopieren und Herunterladen von Filmen strafbar ist. Sie reden vom geistigen Eigentum und wollen dieses schützen.
Aber es gibt auch die „Copyleft" der Brett Gaylor und sein Protagonist Kult-DJ Girl Talk angehören. Sie sind für einen freien Zugang zu allem Bestehenden und dessen Nutzung.
Wenn dies jetzt eine bloße Gegenüberstellung erwarten lässt, ist das eine Täuschung. Kreativ geht Brett Gaylor an das komplexe Thema heran und lässt dabei viele Experten zu Wort kommen. Bloßgestellt wie bei Michael Moore wird hier jedoch erfreulicher Weise niemand.
Der rote Faden des Films ist das Manifest, dass Gaylor und Gleichgesinnte erstellt haben.
1) Culture always builts on the past
2) The past will always try to control the future
3) Our future is becoming less free
4) We should limit the control of the past
Brett Gaylor zeigt wie unterschiedlich Künstler mit dem Copyright umgehen. So hat Walt Disney in Mickey Mouse Filmen Szenen aus anderen bekannten Filmen kopiert, jedoch verboten, dass irgendjemand Mickey Mouse benutzt ohne dafür zu bezahlen. So wurde sogar ein Kindergarten in den USA angeklagt, weil an der Wand des Gebäudes Mickey Mouse gemalt war.
Anders macht es Radiohead. Die haben ihr letztes Album online gestellt und der Verbraucher konnte beim Kauf der Songs selbst eingeben, wie viel er für den jeweiligen Song bezahlen möchte.
Einer der Experten zum Thema Copyright bringt es auf den Punkt: das Downloaden von Kunst kann man nicht stoppen, die Internetgemeinschaft ist zu groß und zu stark. Man kann es nur kriminalisieren. Und warum sollte man dies tun? Geht man z.B. nach Brasilien wo die Kunst des Remixens schon viele Jugendliche von der Strasse geholt hat, sieht man wie wichtig eine freie Nutzung der Quellen sein kann. Diese Musik ist ihre Zukunft und Teil unserer Zukunft. Es ist doch der Austausch unserer Ideen der uns voran bringen wird. Hierzu macht Brett Gaylor einen Ausflug in die Medizin. Wenn nicht alles Mögliche patentiert wäre, wäre die Medizin schon weiter. In Brasilien hat man z.B. eine Medizin für Aidskranke kopiert und sie für wesentlich günstiger, also für Viele erwerbbar, auf den Markt gebracht.
Dies und noch viel mehr Info stecken in dem modernen, bunten und intelligenten Dokumentar film. Wir sollten uns nicht länger dem System anpassen, sondern das System sollte sich nach uns richten. Mit diesem Gefühl geht man beflügelt aus dem Kino und ist froh einen Film gesehen zu haben, der tatsächlich etwas bewegen kann und es hoffentlich tun wird.
Gesehen von Mareike Dobewall