
Land/Release: USA, 2026
Regie: Jon Favreau
Kamera: David Klein
Musik: Ludwig Göransson
Drehbuch: Jon Favreau, Dave Filoni
Darsteller: Pedro Pascal, Sigourney Weaver, Jeremy Allen White, Emily Swallow
Mit „The Mandalorian & Grogu“ bringt Lucasfilm die erfolgreiche Disney+ Serie erstmals als eigenen Kinofilm auf die große Leinwand. Viele Fans befürchteten wahrscheinlich, dass es sich einfach um eine längere Serienfolge mit einem größeren Budget handelt. Doch das versucht der Film erstaunlich selten. Statt ständig neue Figuren, große Schlachten oder viel Fanservice in den Vordergrund zu stellen, fokussiert sich Jon Favreau besonders auf die Atmosphäre, Charaktere und die Beziehung zwischen Din Djarin und Grogu. Dadurch hebt sich der Film angenehm von vielen aktuellen Franchiseproduktionen ab. Die Geschichte bleibt relativ geradlinig. Din Djarin wird erneut in einen gefährlichen Konflikt verwickelt, während Grogu langsam lernt, mit seinen Fähigkeiten umzugehen und seinen Platz in dieser Welt zu finden. Die Stimmung, die der Film erzeugt, ist jedoch viel wichtiger als die tatsächliche Handlung. The Mandalorian & Grogu ist der erste Star WARs-Film, der in Kalifoien gedreht wurde.
Ruhige Szenen gehören zu den größten Stärken des Films
Was sofort auffällt, ist, wie viel Zeit sich der Film nimmt. Viele moderne Blockbuster wirken gehetzt, als hätten sie Angst, auch nur eine Minute stillzustehen. „The Mandalorian & Grogu“ geht einen anderen Weg. Der Film erlaubt seinen Figuren Momente der Ruhe. Szenen dürfen einfach existieren, ohne dass ständig jemand einen Witz macht oder die Handlung erklärt. Durch diese Entscheidung entsteht eine sehr dichte Atmosphäre. Din Djarin wirkt hier viel erschöpfter und verletzlicher als in vielen Episoden der Serie. Pedro Pascal gelingt es wieder, trotz Helm und begrenzter Mimik viel über Körpersprache und Stimme zu übermitteln. Man merkt, wie schwer die vergangenen Ereignisse auf ihm lasten. Auch Grogu funktioniert diesmal besser als in manchen Teilen der Serie. Der Film setzt ihn nicht nur als niedlichen Fanliebling ein, sondern tatsächlich als wichtigen emotionalen Mittelpunkt. Viele der besten Szenen entstehen gerade dann, wenn zwischen den beiden kaum gesprochen wird. Kleine Gesten oder einfache Blicke reichen oft schon aus, damit die Beziehung glaubwürdig wirkt.

The Mandalorian (Pedro Pascal) in Lucasfilm's THE MANDALORIAN AND GROGU. Photo courtesy of Lucasfilm. © 2026 Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved
Westernstimmung im Star Wars Universum
Visuell bleibt die Reihe sich weiterhin treu. Auch der Film orientiert sich stark an klassischen Western und Samurai-Filmen. Verlassene Städte, staubige Landschaften und einsame Figuren prägen immer wieder die Bildsprache. Dadurch fühlt sich der Film oft geerdeter an als viele andere Star Wars Produktionen der letzten Jahre. Besonders die Kameraarbeit sorgt immer wieder für beeindruckende Bilder. Insbesondere die Szenen auf abgelegenen Planeten, wie der neue Planet Shakari, erzeugen oft ein Gefühl von Isolation, das perfekt zu Din Djarins Figur passt. Vor allem einige der größeren Weltraumszenen entfalten auf der Kinoleinwand eine enorme Wirkung. Ludwig Göranssons Musik trägt zur Atmosphäre des Films bei. Schon die Serie hatte einen der markantesten Soundtracks im gesamten Star Wars Universum, und der Film schließt daran an. Die Mischung aus elektronischen Klängen, Westerninstrumenten und klassischen orchestralen Elementen funktioniert hier wieder hervorragend. Gerade in den ruhigen Szenen ist die Musik unglaublich wichtig. Göransson arbeitet oft mit einfachen, melancholischen Motiven, die perfekt zur eher nachdenklichen Grundstimmung des Films passen. Aber auch während der Actionsequenzen bleibt die Musik stark präsent. Die Kämpfe bekommen dadurch mehr Dynamik und Spannung. Diese Balance funktioniert hier erstaunlich gut.

Colonel Ward (Sigourney Weaver) in Lucasfilm's THE MANDALORIAN AND GROGU. Photo courtesy of Lucasfilm. © 2026 Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved.
Fazit
Einige Nebenfiguren bleiben relativ blass und verschwinden teilweise wieder aus der Handlung, bevor sie wirklich interessant werden. Besonders im Mittelteil verliert der Film manchmal an Tempo, und manche Szenen wirken eher wie Vorbereitun für zukünftige Projekte als wie ein abgeschlossener Kinofilm.
Gesehen von Scarlett Schwarzenberger
