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Der Upload-Riese verändert seine Spielregeln drastisch, der Grund dafür liegt, wie so oft in den Menschen, die den Dienst benutzen... Doch was bedeuten die Veränderungen für die Anwender?

Die schiere Größe durch die Masse an Uploads hat YouTube einerseits geholfen, aber andererseits auch geschadet. Es ist die wahrscheinlich größte soziale Plattform weltweit und eine überwältigende Menge an Clips ist technisch, handwerklich sowie inhaltlich fragwürdig und für den Anbieter kaum noch zu überblicken.

Sie reflektieren eine ähnliche Gemengelage wie man sie auch in der Bevölkerung vorfindet, wobei es die Auffälligkeiten sind, die Rassisten, die Verschwörungstheoretiker, die Egomanen und Spinner, die YouTube am meisten zusetzen. Angesichts der Menge an Videos, die jede Minute upgeloadet werden, fällt es dem Konzern zunehmend schwer, eine auch nur halbwegs funktionierende Kontrolle der Inhalte durchzuhalten.

 

Skandale und Konsequenzen

Videotagung 2000

 

So sind regelmäßige Skandale kaum vermeidbar, was nicht unbedingt gut ist für das Geschäft mit der Werbung, welches eine beeindruckende Größe erreicht hat. YouTube lässt die Topstars der Videokanäle an den Einnahmen teilhaben, so verdient etwa ein Siebenjähriger in den USA mit seiner Spielzeugtestseite 20 Millionen Euro im Jahr. Ungut sind die Skandale von Top-Influencern wie Logan Paul, doch selbst mit den kurzfristig nachgeschobenen Entschuldigungsvideos verdienen diese noch stattliches Geld.

Inzwischen hat YouTube seine Spielregeln verändert, nur noch Schwergewichte in Sachen Klickraten können künftig noch an den Werbeeinnahmen partizipieren. Voraussetzung für die Teilnahme am Partnerprogramm von YouTube, die Voraussetzung für eine Beteiligung an Werbeeinnahmen, sind seit 2018 1000 Abonnenten und mindestens 4000 Stunden Sehdauer innerhalb eines Jahres.

Damit wird Massengeschmack deutlich bevorzugt, außerdem sollen die Filmclips länger werden, damit man mehr Werbeunterbrechungen unterbringen kann. Zugleich fordern die Werbetreibenden stärkere Kontrollen, dass moralische Standards eingehalten werden. Sie werden zudem wählerischer, was die Inhalte angeht, in deren Umfeld Werbung platziert werden soll. Überraschende Videoerfolge, bei denen ein kurioses Katzenvideo oder ein dokumentarisch eingefangener besonderer Moment Millionen Klicks erzielten, werden kein Geld mehr einbringen. Google selbst, als Eigner von Youtube macht übrigens 20-30 Milliarden US Dollar pro Jahr mit Werbung auf Youtube.

Das erinnert doch sehr an die Strategien privater Fernsehsender. Agenturen, so wie es die Werbeagenturen beim Fernsehen oder Printmedien machen, prüfen, welche Inhalte zu welcher Marke oder welchem Produkt passen könnten. Von der Freiheit und auch Anarchie der frühen Jahre entfernt sich YouTube damit weiter und entwickelt sich möglicherweise nach und nach zu einer Art Streaming-Fernsehveranstalter. Schon jetzt bevorzugen die Werbeagenturen YouTube Kategorien wie  "Beauty & Fashion", "Kochen & Rezepte", "Sport und Fitness". Wer weiß...

 

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