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Für viele Generationen hatte sich das Gelborange Signet ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Heute ist Kodak Eastman der letzte verbliebene Hersteller von analogem Filmmaterial

 

Es gab eine Zeit, da war das gelborange Quadrat mit dem KODAK Schriftzug eines der bekanntesten Logos weltweit. Ganz gleich, wohin man reiste, überall gab es Fotogeschäfte, Kiosks und Läden, welche das Symbol aal Fähnchen, Leuchtreklamen, Aufklebern oder Aufstellern schmückten. Und im professionellen Cine-Film war Kodak-Eastman schlicht der Gold-Standard, das analoge Filmmaterial, welches die Qualitätsstandards setzte. Unsere Filmgeschichte wäre ohne Kodak Eastman eine andere geworden. Selbst die Konkurrenz, etwa Fujifilm setzte auf die Kodak-Patente. Doch seit dem Siegeszug der digitalen Aufnahmetechnik in der Fotografie und im Kino-Bereich sind die gelben Fähnchen und die meisten Fotoläden weitgehend verschwunden. Zwar gibt es noch eine große Zahl von Fans des analogen Fotografierens und Filmens, doch der Markt ist definitiv klein geworden.

 

Schuldenlast

Der US-amerikanische Konzern, der letzte der noch analoges Cine-Filmmaterial herstellt, braucht dringend Hilfe. Das von George Eastman gegründete Unternehmen stellt seit 130 Jahren Rollfilme, später Kinefilme und auch Fotoapparate her. Das einstmals als gelber Riese benannte und in der Film,- und Fotografiewelt absolut ikonische Unternehmen Kodak könnte, so wurde es Anfang der Woche bekannt, innerhalb eines Jahres für immer verschwinden.

Zu groß ist offenbar die Schuldenlast (ca. 500 Millionen Dollar), man suche Wege, die Schulden zurück zu zahlen oder die Kreditbedingungen neu zu verhandeln. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, zu dem die für eine kulturell sensible Bewertung denkbar ungeeignetste US-Regierung an der Macht ist. Man kann also nicht davon ausgehen, dass dort irgendwer begreift, dass staatliche Hilfen dringend angesagt wären, um dieses für die USA und seine Mediengeschichte unersetzliche Unternehmen vor dem Konkurs zu bewahren.

Kodak hat Mitte August 2025 Investoren vorgewarnt. Die erheblichen Schulden seien innerhalb von zwölf Monaten fällig ist und es sei keine Finanzierung oder verfügbare Liquidität in Sicht diese zu tilgen. Die Kreditbedingungen müssten geändert werden weil diese aktuell „substanzielle Zweifel an Kodaks Fähigkeit aufkommen lassen, weiterhin den Betrieb aufrecht zu erhalten“.

Der Quartalsbericht über das zweite Quartal 2025 sei trotz eines schwierigen Geschäfteumfelds (es wird wenig auf analogem Film gedreht) annehmbar. Im letzten Quartal machte Kodak einen Nettoverlust von 26 Millionen Dollar.

 

Schwieriger Weg in die Zukunft

Kodak war zwar das Unternehmen, was nach einer beispiellosen, ein Jahrhundert umspannenden Firmengeschichte mit dem analogen Film, 1973 die erste Digitalkamera der Welt vorstellte, schaffte es nicht, diese Entwicklung konkurrenzfähig weiter zu betreiben. In der aktuellen Krise gibt sich die Geschäftsleitung zuversichtlich, die Probleme lösen zu können.

Dafür plant Kodak, den Pensionsfonds mit den Rücklagen für die Renten der Mitarbeiter anzuzapfen um die Schulden zu tilgen. Für Koadak geht es auch darum, einen Wandel hin zu einem Pharmazieunternehmen zu schaffen. Und für die Filmfans geht es vor allem darum, das Weltkulturerbe analoger Film am Leben zu halten. Bei manchen großen Unternehmen, die sich in Krisen befinden, sagt man, sie seinen Systemrelevant und müssen staatlich unterstützt werden. Bei Kodak Eastman muss man sagen, es ist definitiv Kulturrelevant, es war die tragende Säule für den Siegeszug des Bewegtbildes im 20ten Jahrhundert und muss unbedingt geschützt werden.

 

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