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Cannes 2025 4000

 

Vom 13. bis 24. Mai ging es in Cannes an der Croisette beim französischen A-Filmfestival wieder hoch her. Insgesamt 22 internationale Filme standen im Wettbewerb um die begehrten Palmen von denen es insgesamt sieben Auszeichnungen zu gewinnen gab. Die Ehrenpalme stand auf jeden Fall schon fest, sie ging an Hollywood-Urgestein Robert De Niro für sein Lebenswerk. Beinahe wäre die Preisverleihung wegen eines Sabotageanschlags auf das Stromnetz in Cannes ausgefallen, doch Notstromaggregate sicherten die Veranstaltung. Etwa 160.000 Haushalte waren ohne Strom und einige Kinovorführungen wurden im Cineum, einem Multiplex-Kino durch den Stromausfall unterbrochen.

 

Gewinner 2025

  • Jafar Panahi (Iran) gewann die Goldene Palme für „It Was Just an Accident“
  • Der Große Preis der Jury, ging an Joachim Trier (Norwegen) für "Sentimental Value"
  • Der Preis für die beste Regie ging an Kleber Mendonça Filho (Brasilien) für "O Secreto Agente"
  • Der Spezialpreis der Jury ging an Bi Gan (China) für "Resurrection"
  • Der Preis für die beste Darstellerin ging an Nadia Melliti (Frankreich) für "La Petite Dernière"
  • Der Preis der Jury wurde aufgeteilt auf Mascha Schilinski (Deutschland) für "In die Sonne schauen" und Oliver Laxe (Frankreich) für "Sirât"
  • Der Preis für den besten Schauspieler ging an Wagner Moura (Brasilien) für "O Secreto Agente"
  • Der Preis für das beste Drehbuch ging an Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien) für "Jeunes Mères"

 

Zu den vielen internationalen Stars, die als Gäste erwartet wurden, gehörten Pedro Pascal, Emma Stone, Scarlett Johansson, Paul Mescal und Denzel Washington. Die Regisseurin Amélie Bonnin eröffnete mit ihrem eigenen Remake von „Partir un jour“ das Cannes Filmfestival 2025.

Überraschend hatte es tatsächlich mal ein Deutscher Film in den Wettbewerb geschafft, „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski und wurde letztlich mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Leider nur mit einem geteilten Preis, eine etwas feige Entscheidung der Jury, die durchaus einen weiteren Preis hätte kreieren können.

Weitere Deutsche Filme liefen in anderen Reihen, so etwa Fatih Akins „Amrum“ in der Nebensektion „Cannes Premiere“. Und auch der neue Film von Christian Petzold "Miroirs No. 3" hat es nicht in den Wettbewerb geschafft, dafür aber war sein Cannes Debüt in der Reihe "Fortnight" zu sehen, eine erneute Zusammenarbeit mit Paula Beer als Pianistin die durch den Autounfall ihres Freundes aus der Bahn geworfen wird. Und,- nach "Die innere Sicherheit (2000), "Wolfsburg" (2003) und "Jerichow" (2008), einmal mehr ein Petzold Film, in dem ein Autounfall eine Handlungsbestimmende Rolle einnimmt.

Im Wettbewerb liefen natürlich auch wieder alte Bekannte des Festivals, so die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne mit ihrem neuesten Film „Les jeuness mère“, oder etwa Wes Anderson, der seine neueste Arbeit „Der phönizische Meisterstreich“ zeigte. Und auch Richard Linklater (Statements aus einem Interview mit seinem Kameramann findet ihr in unserem Grundkurs Regie) war wieder mit dabei, er zeigte „New Wave“, einen Film der ganz viel mit der französischen Nouvelle Vague zu tun hat. Sergej Loznitsa (ein früheres Interview mit ihm findet ihr in unserem Youtube Channel), zeigte seine ukrainisch-deutsche Co-Produktion „Zwei Staatsanwälte“. Hafsia Herzi zeigte ihren dritten Spielfilm „La petite dernière“ im Wettbewerb. Scarlett Johansson konnte ihr Regiedebüt „Eleanor the Great“ in der Reihe „Un certain regard“ zeigen.

 

Wettbewerb

  • "The Phoenician Scheme" (USA/Deutschland 2025, Regie: Wes Anderson)
  • "Eddington" (USA 2025, Regie: Ari Aster)
  • "Jeunes Mères" (Belgien 2025, Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne)
  • "Alpha" (Frankreich 2025, Regie: Julia Ducournau)
  • "Renoir" (Japan/Frankreich 2025, Regie: Chie Hayakawa)
  • "The History of Sound" (USA 2025, Regie: Oliver Hermanus)
  • "La petite dernière" (Frankreich 2025, Regie: Hafsia Herzi)
  • "Sirat" (Frankreich 2025, Regie: Oliver Laxe)
  • "New Wave" (Frankreich/USA 2025, Regie: Richard Linklater)
  • "Two Prosecutors" (Frankreich 2025, Regie: Sergei Loznitsa)
  • "Fuori" (Italien 2025, Regie: Mario Martone)
  • "O Secreto Agente" (Brasilien 2025, Regie: Kleber Mendonca Filho)
  • "Dossier 137" (Frankreich 2025, Regie: Dominik Moll)
  • "Un simple accident" (Frankreich 2025, Regie: Jafar Panahi)
  • "Die My Love" (USA 2025, Regie: Lynne Ramsay)
  • "The Mastermind" (Großbritannien 2025, Regie: Kelly Reichardt)
  • "Mother and Child" (Iran 2025, Regie: Saeed Roustaee)
  • "Les Aigles of the republic" (Dänemark 2025, Regie: Tarik Saleh)
  • "Romería" (Spanien 2025, Regie: Carla Simon)
  • "Sentimental value" (Norwegen 2025, Regie: Joachim Trier)
  • "In die Sonne schauen" (Deutschland 2024, Regie: Mascha Schilinski)
  • "Réssurrection" (China 2025, Regie: Bi Gan)

 

Un certain regard

  • "Love Me Tender" (Frankreich 2025, Regie: Anna Cazenave Cambet)
  • "La misteriose mirada del flamenco" (Chile 2025, Regie: Diego Céspedes)
  • "Météors" (Frankreich 2025, Regie: Hubert Charuel)
  • "My Father’s Shadow" (Großbritannien 2025, Regie: Akinola Davies jr.)
  • "L’inconnue de la grande arche" (Frankreich 2025, Regie: Stéphane Demoustier)
  • "Urchin" (Großbritannien 2025, Regie: Harris Dickinson)
  • "Homebound" (Indien 2025, Regie: Neeraj Ghaywan)
  • "A pale view of hills" (Japan 2025, Regie: Ishikawa Kei)
  • "Eleanor the Great" (USA 2025, Regie: Scarlett Johansson)
  • "Karavan" (Tschechien/Slowakei 2025, Regie: Zuzana Kirchnerova)
  • "Pillion" (Irland 2025, Regie: Harry Lighton)
  • "Un poeta" (Kolumbien 2025, Regie: Simón Mesa Soto)
  • "Aisha can‘t fly away" (Tunesien 2025, Regie: Morad Mostafa)
  • "Once upon a time in Gaza" (Frankreich 2025, Regie: Arab Nasser, Tarzan Nasser)
  • "O Riso e a faca" (Portual 2025, Regie: Pedro Pinho)
  • "The Plague" (USA 2025, Regie: Charlie Polinger)
  • "Promised Sky" (Tunesien 2025, Regie: Erige Sehiri)
  • "Le città di pianura" (Italien 2025, Regie: Francesco Sossai)
  • "The Chronology of Water" (USA/Litauen/Frankreich 2025, Regie: Kristen Stewart)
  • "Testa o croce?" (Italien 2025, Regie: Matteo Zoppis, Alessio Rigo de Righi)

 

Außer Konkurrenz

  • "Colours of time" (Frankreich 2025, Regie: Cédric Klapisch)
  • "La Femme la plus riche du monde" (Frankreich 2025, Regie: Thierry Klifa)
  • "Highest 2 Lowest" (USA 2025, Regie: Spike Lee)
  • "Mission: Impossible – The Final Reckoning" USA 2025, Regie: Christophe Mcquarrie
  • "Vie privée" (Frankreich 2025, Regie: Rebecca Zlotowski)
  • "13 Jours, 13 Nuits" (Frankreich 2025, Martin Bourboulon)

Midnight Screeings

  • "Le roi soleil" (Frankreich 2025, Vincent Maël Cardona)
  • "Honey Don't" (USA 2024, Ethan Coen)
  • "Dalloway" (Belgien 2025, Yann Gozlan)
  • "The Exit 8" (Japan 2025, Kawamura Genki)
  • "Sons of the neon night" (Hongkong 2025, Mak Juno)
  • Cannes Premiere
  • "Amrum" (Deutschland 2024, Fatih Akin)
  • "Splitsville" (USA 2025, Michael Angelo Covino)
  • "Magalhaes" (Philippinen 2025, Lav Diaz)
  • "Renai Saiban" (Japan 2025, Koji Fukada)
  • "The Wave" (Chile 2025, Sebastian Lelio)
  • "Connemara" (Frankreich 2025, Alex Lutz)
  • "Ástin sem eftir er" (Island 2025, Hlynur Pálmason)
  • "Orwell: 2+2=5" (Frankreich/USA 2025, Raoul Peck)
  • "Das Verschwinden des Josef Mengele" (Frankreich 2025, Kirill Serebrennikov)
  • "Ma Frère" (Frankreich 2025, Lise Akokoa & Romane Gueret)

 

Special Screenings

  • "Arco" (Frankreich 2025, Ugo Bienvenu)
  • "Bono: Stories of Surrender" (USA 2025, Andrew Dominik)
  • "Tell her that I love her" (Frankreich 2025, Romane Bohringer)
  • "A Magnificent Life" (Frankreich 2025, Sylvain Chomet)
  • "Qui brille au combat" (Frankreich 2025, Joséphine Japy)
  • "Mama" (Israel 2025, Or Sinai)
  • "Amélie et la métaphysique des tubes" (Frankreich 2025, Mailys Vallade, Liane-Cho Han)
  • "The Six Billion Dollar Man" (USA 2025, Eugene Jarecki)

 

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