Nachbearbeitung

Ganz gleich, ob Film, Video oder DVD: Eine hochwertige Tonbearbeitung wertet das Endergebnis enorm auf. Dabei werden die verwendeten Original-, Studio- oder Archivtöne häufig aus gestalterischen oder dramaturgischen Gründen verändert. Ganz gleich, ob die Drohung des fiesen Filmerpressers zur verzerrten Telefonstimme gefiltert oder der Schrei des Bösewichts, der vom Wolkenkratzer stürzt, mit Hall versehen wird: Effektgeräte gehören zur Postproduktion beinahe jeden Films. Sie sind wichtige Werkzeuge zur Verbesserung der Tonqualität, vor allem aber auch um Ihre dramaturgischen Vorstellungen hörbar zu machen. Da sie die Originalaufnahmen verändern, sollte man sie nur dort einsetzen, wo es sinnvoll ist. Wie bei allen gestalterischen Mitteln ist weniger meistens mehr. Die grundsätzlichen Möglichkeiten werden im Folgenden erläutert und durch Hörbeispiele verdeutlicht. Auch wenn Sie selbst nicht an den Reglern sitzen, hilft es bestimmt, wenn Sie den Tonmeistern bei der Mischung erklären können, was Sie sich vorstellen.

 

Equalizer/Filter

Die meisten Klänge setzen sich aus vielen Frequenzen zusammen und decken ein großes Frequenzspektrum ab. Mit Equalizern und Filtern lassen sich einzelne Frequenzbereiche verstärken oder dämpfen. Je nach Anwendung können Klangveränderungen erzielt werden, die kaum hörbar sind oder auch den Klang stark verfremden. Es besteht unter anderem die Möglichkeit Störgeräusche zu verringern, die Sprachverständlichkeit zu verbessern, durch die Aufnahme verursachte Klangveränderungen zu korrigieren, Klänge beim Mischen aneinander anzupassen, die Klangfarbe zu verändern,...

 

Die verschiedenen Filtertypen

Low-Cut(=High-Pass) Filter

dämpft tiefe Frequenzen

  High-Cut(=Low-Pass) Filter

dämpft hohe Frequenzen

Low-Shelf-Filter

verstärkt tiefe Frequenzen

  High-Shelf-Filter

verstärkt hohe Frequenzen

Bandsperre(Notchfilter)

dämpft einen Frequenzbereich

  Bandpass

lässt einen Frequenzbereich unbearbeitet und dämpft alle anderen Frequenzen

Parametrischer Equalizer

verstärkt oder dämpft eine Frequenz

  Grafischer Equalizer

das hörbare Frequenzspektrum wird in mehrere Bereiche (Bänder) eingeteilt, die verstärkt oder gedämpft werden können

 

Einstellungsmöglichkeiten

Cut-Off-Frequenz

bestimmt die Frequenz, an (ab) der das Signal bearbeitet wird

Cut/Boost

legt fest, um wie viel dB das Signal gedämpft/verstärkt wird

Flankensteilheit (Q-Faktor)

Ein exaktes abschneiden von Signalen an einer bestimmten Frequenz ist technisch nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Meistens kann aber die Genauigkeit des Filters über die Flankensteilheit eingestellt werden (dB pro Oktave).

 

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