DV: Video

Digital Video

Untersicht einer Mini-DV-Kassette
Mini-DV-Kassette und normale DV-Kassette

Jene unscheinbaren Kassetten, kaum größer als eine Streichholzschachtel, haben einmal, was Video angeht, den Amateur-, Semi-, ja sogar den Profibereich revolutioniert.

DV heißt das System und war vor dem Siegeszug von HD für die ersten und auch späteren Schritte, bevor man auf Film dreht, ein ideales Medium.

 

Auch im professionellen (TV-)Bereich wurde es mehr und mehr verwendet. Sogar auf 16 mm und 35 mm konnte man es umkopieren und ggf. ins Kino bringen (Faz) Filme wie "Das Weiße Rauschen" oder "Erleuchtung garantiert" fanden so ihren Weg in deutsche Kinosäle.

 

So kompakte Kameras, die fast schon professionelle Qualität abliefern können, hat es zuvor noch nie gegeben. Vor allem aber bietet die digitale Aufzeichnung den Vorteil, dass im Idealfall keinerlei Qualitätsverluste durch Schnitt und Bearbeitung mehr auftreten, wie es bei den alten analogen Formaten wie Video 8, Hi 8, VHS oder S-VHS, aber auch bei den professionellen analogen Verfahren wie Beta SP oder beim M-Format der Fall ist.

 

Geräte

Einfache DV Kameras gab es bereits ab ca 300,- EURO. Für erste Schritte in dem Medium waren sie bereits bedingt geeignet, für individuelle Gestaltung aber haben sie zu viele Automatiken, die sich nicht abschalten lassen.

 

Besser und Voraussetzung für eine hohe Güte ist, dass es sich um eine so genannte 3-Chip Kamera handelt, das bedeutet, dass für jeden Farbauszug (siehe Fernsehen) jeweils ein eigener CCD-Chip (das digitale „Filmmaterial“) zur Verfügung steht. Diese Kameras kosteten etwa 1000 bis 2000 Euro. Langsam wurden Sie von HDV- Kameras, also hochauflösenden, auf DV-Kassetten aufzeichnenden Kameras abgelöst. Hier beginnen die Preise bei 1200 Euro und gehen bis 10.000 Euro im Semiprofessionellen Bereich. Inzwischen arbeitet man weitgehend File-basiert, das Aufzeichnen auf Band stirbt immer mehr aus.

Für Seminaristen: Im Online-Seminar werden Hersteller und Gerätetypen besprochen.

 

Medien und Formate

Mini-DV-Adapter
Mini-DV-Adapter

In der Regel arbeiten diese Kameras mit Mini-DV-Kassetten, die eine Aufzeichnungsdauer von 60 Minuten erlauben. Die „normalen“, größeren DV-Kassetten passen in diese Kameras nicht hinein, sie sind für Profi DVC PRO- oder DVCAM- Kameras und für einige Heimvideorekorder im DV-Format geeignet und haben eine längere Spieldauer. Weitere Video-Formate werden in der Knowledge Base (Bereich Video) behandelt.

 

Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass es auch auf Basis des analogen Video 8 Systems mit gleicher Kassettenmechanik auch das Digital 8 Verfahren gibt. Dieses ist technisch dem DV ebenbürtig, aber nur wenig verbreitet.

 

Semiprofessionell

Die relativ hohe Qualität von DV und später HDV hat den Herstellern ziemliches Kopfzerbrechen bereitet: Wie sollten Sie den deutlichen preislichen Unterschied zu den teuren Profikameras in Formaten wie DIGI-BETA, BETA SP, DVC PRO, DVCAM rechtfertigen? Nun, die Rezepturen waren die gleichen wie schon zu Zeiten von Super 8. Man baue möglichst viele Automatiken in die Kamera ein und gewähre dem Anwender möglichst keine oder nur umständliche manuelle Eingriffe in Belichtung, Filterung, Tonaussteuerung etc.

 

Darüber hinaus gehören bessere Zugriffsmöglichkeiten auf den Timecode, mehr Tonspuren und mehr Schutz vor Drop-Outs durch größeren Spurabstand zu den Features der Profikameras.

In die gleiche Richtung geht auch das Thema Anschlüsse. Man sperre etwa die Eingänge in die Kameras (auch um 10% Zoll auf „Videorecorder“ zu sparen), oder man verwende grundsätzlich keine professionellen Steckernormen, und eine weitere wichtige Differenzierung ist geschaffen.

Theoretisch wäre es von den Herstellungskosten kaum ein Unterschied, diese manuellen Korrekturmöglichkeiten und Anschlussmöglichkeiten einzubauen. Aber wie gesagt, man braucht Argumente, warum die Profis so deutlich viel mehr bezahlen sollen und kann für den breiten Markt trotzdem leistungsfähige Geräte bereitstellen.

 

Doch wenn man einige Basics berücksichtigt, kann man mit den semiprofessionellen DV-Kameras trotz dieser Unterschiede hervorragende Ergebnisse erzielen. Dazu gehören Entscheidungen, ob man im progressive Mode aufzeichnet, ob man interlaced oder non-interlaced einstellt etc. Auch ist es, wenn man Szenen ausleuchtet, wichtig, den Kontrastumfang an die Kennlinie der DV-Kamera anzugleichen. In der Regel liegt dieser bei 3:1 (Verhältnis von Führungslicht zu Grundlicht).

 

Die Anfänge

Wer sich einen Eindruck von den Anfängen der Videotechnik verschaffen möchte, sollte unsere Video-Geschichte lesen. Sie werden überrascht sein, wie viele Konzepte aus den Kindertagen der Videoaufnahme auch heute noch Anwendung finden.

Die Entwicklung der auch heute üblichen Schrägspurverfahren wird im Teil 2 der Videogeschichte erläutert.