Sicherheit

Augen zu und durch?

Scheinwerfer gehören zu jenem Filmzubehör, welches in der Regel am Stromnetz hängt und damit alle Risiken und Gefahren in sich trägt, die mit Wechselstrom nun einmal verbunden sind.

Geschmolzener Scheinwerferbügel

Es braucht schon einige Hitze um den Metallbügel eines Scheinwerfers durchzuschmelzen. Solche Scheinwerfer können gefährlich werden.

Außerdem setzen Scheinwerfer einen großen Teil der Leistung, insbesondere bei Halogenbrennern, in Hitze statt in Licht um. Deshalb besteht das Risiko von Verbrennungen, wenn man eingeschaltete Scheinwerfer anfasst.

 

(Hier sind Arbeitshandschuhe aus Leder angesagt, die gibt es in jedem Baumarkt!)

Obschon diese Tatsachen insbesondere Scheinwerfer-Herstellern bekannt sein sollte, befinden sich immer wieder auch Scheinwerfertypen auf dem Markt, bei denen aus Kostengründen die Sicherheit etwas kleiner geschrieben wurde.

 

Scheinwerfer mit Halogenbrennern, in denen 800 oder gar 1000 Watt Brennstäbe arbeiten, benötigen eine gewisse Größe, damit die Brennstäbe ausreichend passiv belüftet werden, und Materialien, die das Scheinwerfergehäuse selbst, von der Hitze des Brenners isolieren.

Auch HMI-Scheinwerfer, die im Verhältnis mehr Licht als Hitze produzieren, werden trotzdem noch recht heiß. Einzig die Fluoreszenz- und die LED- Scheinwerfer dürfen sich mit Recht Kaltlicht-Scheinwerfer nennen.

 

Größe und Material

Defektes Schutzglas

Zersplittertes Schutzglas an einem 800 W Halogenscheinwerfer

 

Gehäuse, die zu klein dimensioniert sind, wie das oben abgebildete, erhitzen sich so stark, dass das Gehäuse selbst eine Gefahrenquelle darstellt.

Im obigen Fall ist sogar der Bügel, mit dem die Lampe am Lichtstativ befestigt und in dem sie bewegt wird, durch die Hitzeentwicklung durchgeschmolzen. Auch im Inneren der Lampe ist der Mechanismus für die Fokussierung (Lichtbündelung),  für die das schwarze Stellrad auf der Rückseite verwendet wird, zusammengeschmolzen.

 

Auch wenn es verlockend klingt, so kleine, handliche Filmscheinwerfer preiswert zu erwerben, wer sie an einem professionellen Filmset länger und vor allem sicher verwenden möchte, sollte andere Scheinwerfer vorziehen.

 

Auch die größeren, hochwertigeren Scheinwerfer erhitzen sich, aber das Gehäuse selbst wird nicht so heiß. Dabei können durchaus Kunststoffgehäuse verwendet werden, wenn es sich um entsprechend hochwertige Materialien handelt. Ein großes Problem bei Scheinwerfern ist die Verwendung unterschiedlicher Materialien. Wenn diese sich unterschiedlich stark dehnen beim Erwärmen, kann es zu unschönen Knackgeräuschen bei der Dreharbeit kommen. Deshalb sind Scheinwerfergehäuse, die aus einem Stück gefertigt sind, (z.B. Gehäuse in Aluminiumspritzguss) besonders hochwertig.

 

Scheinwerfer dürfen nur mit Schutzglas oder Schutzgitter betrieben werden. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Brenner zerplatzt und die Splitter des Glaskolbens Team oder Schauspieler verletzen. Achtung, die Schutzglasscheiben dürfen nicht zu fest eingeschraubt werden, sonst können sie durch Materialspannung zerplatzen. Stets Schrauben nur leicht festziehen, minimal Spiel lassen.

Allen Scheinwerfern ist gemeinsam, dass die Tore sich erhitzen und dass man die Scheinwerfer niemals mit geschlossenen Toren betreiben darf!

 

Lichtstative

Es versteht sich von selbst, dass derart heiße Scheinwerfer nicht umfallen dürfen, die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch, mal abgesehen davon, dass diese durch Sturz auch zerstört werden können. Deshalb sollte man unbedingt ausreichend dimensionierte Stative wählen und diese stets so aufstellen, dass die unteren Querstreben möglichst breit ausgefahren sind, um eine breite Basis zu gewährleisten. An Filmsets sollten zusätzlich Sandsäcke zum Beschweren über die Querstreben gelegt werden.

 

Auch die Befestigung der Scheinwerfer am Stativ per Zapfen und Aufnahme sollte sorgsam fixiert sein, in der Regel kann man mit einer Stellschraube den Zapfen in der Aufnahme fixieren.

 

Stecker & Kabel

Stecker

Deutlich sichtbar: Der Schutzleiter im Stecker sollte etwas länger sein

 

Die Stecker der Scheinwerfer sollten gummierte Stecker sein mit ausreichendem Kabelknickschutz. Die Kabel müssen selbstverständlich mit 3 Adern versehen sein und im Stecker selbst sollte der Schutzleiter (meistens Gelb/Grün schraffiert) sollte etwas länger sein, als die stromführenden Adern. Falls nämlich eine der stromführenden Adern aus den Schraubbefestigungen der Steckerstifte herausreißen, ist die längere Schutzleiter-Ader weiterhin im Stecker verbunden und schützt so vor möglichen Verbindungen stromführender Kabel etwa mit Metallgehäusen.

 

Im Innern der Schweinwerfer, wo besonders hohe Temperaturen herrschen, sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. So sind die Sockel für die Brenner meistens aus Keramik gefertigt und die Kabelverbindung zu den Keramiksockeln mit Silikonisolation, der temperaturstabilsten Kabelisolation. Dass diese möglichst temperaturfest sein muss, versteht sich von selbst, wenn die Isolierung eines stromführenden Kabels einfach wegschmilzt und der nackte Draht im Scheinwerfer baumelt, kann ein Metallgehäuse leicht unter Spannung geraten.

 

Kabeltrommeln sollen stets vollständig abgerollt werden. Sonst drohen sich die auf der Rolle aufgewickelten Windungen zu erhitzen und die Isolierungen zu schmelzen.

Ja wenn man die richtigen, nicht zu billig konstruierten Scheinwerfer verwendet, das Schutzglas richtig einsetzt und auf ordentliche Kabel achtet, steht den erfolgreichen Dreharbeiten nichts mehr im Wege.