Lichttechnik

Gestaltung vs. Technik

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Schränkt eine statische Aufhellung den Handlungsspielraum ein?

„Ich will ja Regisseur werden, was kümmert mich da die Technik?“ klagt so mancher an den Filmhochschulen über das gewaltige Pensum an Technik-Seminaren. Doch in der Tat arbeiten an einigen Sets Regisseure, die von der Technik und den sich damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen keinen blassen Schimmer haben. Ein schwerwiegender Fehler. Denn das Wissen um die Möglichkeiten, Geräte und Einsatzzwecke eröffnet kreative Freiräume.

 

Film ist ein zwar kreatives Handwerk – aber eben ein Handwerk und so gehört die genaue Kenntnis der Werkzeuge zu den Voraussetzungen seiner Ausübung. Licht ist technisch gesehen, eine der Hauptsäulen der Dreharbeit und kann auf vielfältige Weise erzeugt und gestaltet werden.

 

Möglichkeiten und Grenzen

Dabei orientiert sich die Technik ganz eng an den Erfordernissen der Story in bezug auf Stil, Emotionen und Atmosphäre. Spiel eine Geschichte in einer eher edel, luxuriös anmutenden Welt, ist in der Regel mehr Lichtaufwand erforderlich, will man mit einem kleinen Team möglichst unauffällig drehen, sind kleine Lichteinheiten sinnvoll. Hier kommen uns die akkubetriebenen LED Scheinwerfer mit ihrem geringen Stromverbrauch sehr entgegen.

 

Manche Drehorte begrenzen die Möglichkeiten allein durch das Fehlen von Strom oder durch sehr begrenzte verfügbare Leistung. Oder die Örtlichkeit verbietet durch niedrige Raumhöhe oder wertvolles antikes Mobiliar den Einsatz klassischer Scheinwerfer. Vielleicht soll auch für einen historischen Film der Eindruck von purem Kerzenlicht erweckt werden oder für ein Science-Fiction Epos eine völlig irreale futuristische Welt mit künstlichen Sonnen.

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Das Zimmer im ersten Stock benötigt 8 kW Sonnenlicht? Ein Faktor, den man besser in der Drehplanung berücksichtigt...

Diese wenigen Beispiele belegen deutlich: Kreativität, Produktionsbedingungen und Technik sind nicht nur im Lichtbereich auf das Engste miteinander verflochten. Wer vor den technischen Grundlagen die Augen verschließt begrenzt seine gestalterischen Möglichkeiten dramatisch.

 

Technische Fragen

Welche Scheinwerfer oder Lichtquellen sind also sinnvoll? Wie können diese optimal eingesetzt, positioniert oder möglichst unsichtbar im Raum platziert werden? Mit welchen Hilfsmitteln der Lichttechnik kann man das Licht verändern, formen, im Raum verteilen? Wie viel Licht braucht die Kamera, um eine besonders große Schärfentiefe zu erzielen? Wie erziele ich mit kleinem Budget und einfachsten Lichtquellen professionelle Ergebnisse?

 

Lichttechnik reicht von der einfachen Styroporplatte aus dem Baumarkt bis zum modernen 18 kW Tageslichtscheinwerfer. Ganz gleich, ob im professionellen Team, beim Nachwuchsprojekt oder im No-Budget Amateurbereich, die Lichtgeräte und das Zubehör sollte man kennen, um in der dem jeweiligen Projekt angemessenen Form damit sinnvoll arbeiten zu können. Wer vermeidet, unnötige Geräte zu mieten, wer jeweils die optimale Lichtlösung kennt, spart eine Menge Geld und erzielt zudem die bessere Ausleuchtung.