Filmkritik

Hinweisschild

Filmkritik kann unterschiedliche Aufgaben verfolgen. Die tagesaktuelle, den Kinostart begleitende Filmbesprechung mit persönlicher Bewertung, jene Kritik, die analytisch Stärken und Schwächen eines Filmes aufzeigt, oder die über das Einzelwerk weit hinausgehende, Genres oder Zeitphasen thematisierende Betrachtung sind nur ein paar Beispiele.

 

Kritik kann, wenn sie produktiv verstanden wird, dem Zuschauer den Zugang zum Film erweitern, neue Sichtweisen eröffnen aber auch die Schöpfer eines Filmes über ihre eigene Arbeit bewusster werden lassen. Dabei erlauben nicht nur die bewertenden Bestandteile der Kritik, sondern auch die Inhaltsangabe Rückschlüsse darauf, ob die erzählte Geschichte richtig verstanden, ob die evozierten Emotionen und Haltungen auch tatsächlich vermittelt wurden.

 

Konstruktive Kritik

Die Kultur der Kritik hat maßgeblichen Einfluss auf die Qualität der Filme. Zeiten, zu denen in den Medien streitbare Geister über Einzelwerke, Stile und Tendenzen im Film gerungen haben, förderten die Risikobereitschaft und Entwicklungsfähigkeit der Filmemacher. Auch hitzige Diskussionen zwischen Publikum und Filmemachern waren letztlich, selbst wenn sie unangenehme Erkenntnisse zutage förderten, produktiv. Die legendäre Filmzeitschrift „Filmkritik“ (gegründet 1956 von Enno Patalas und dem 2001 verstorbenen Theodor Kotulla, herausgegeben unter Mitarbeit von Ulrich Gregor und Wilfried Berghahn), in welcher der Film bis 1984 auch im Sinne von Filmtheorie diskutiert wurde, kennt der heutige Filmnachwuchs schon gar nicht mehr.

 

Die aufgeregten Diskussionen nach den Filmen sind selten geworden und beschränken sich auf Publikumsfragen nach den Herstellungskosten oder dem „Fun“ bei den Dreharbeiten. Und auch der prozentuale Anteil der Kritiken, die diesen Namen wirklich verdienen, hat deutlich abgenommen. Zudem wird der Begriff Filmkritik mehr und mehr verwässert durch fast wörtlich übernommene Pressetexte der Filmverleihe, die von werbefinanzierten Print-, Hörfunk oder Onlineredaktionen verbreitet werden.

 

Schreiben

Eine gewichtende, den Kern eines Filmwerks offenbarende Kritik schreibt sich nicht leicht. Das ist harte Arbeit, erfordert viel Sachverstand, Herzensbildung und Sattelfestigkeit, was die Filmgeschichte angeht. Noch gibt es sie hier und da, jene Kritiker, die sich auf diese Arbeit einlassen und trotz der Buffets und attraktiver Reisen zu Filmstarts beim Schreiben letztlich nur auf sich selbst vertrauen. Filmkritik im professionellen Sinne ist viel mehr als die persönliche Geschmacksanalyse eines Kinobesuchs. Sie hat mit Verantwortung, Vertrauen und Filmkultur zu tun. Eine zu beliebige Haltung der Kritiker, die keine wirklichen Abstürze und keine echten Annerkennungen von Spitzenleistungen zulässt, trägt zu mehr mittelmäßigen Filmen bei. Eine aufrichtige, in kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen verankerte Kritik dagegen eröffnet echte Erkenntnisse und Chancen.

 

Im Übrigen begannen auch einige bedeutende französische Regisseure, wie z. B. Francois Truffaut, Jean-Luc Godard und Claude Chabrol als Filmkritiker. mehr...

 

Links

Die Linksammlung zu Seiten mit Filmkritiken offenbart bereits deutliche Unterschiede in Haltung und Anspruch der Kritiken.

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