Devot

 

Devot

Daten

Devot

92 min. Psychothriller, Deutschland 2003

REGIE: Igor Zaritzki
KAMERA: Guntram Franke
SCHNITT: Philipp Stahl
MUSIK: Eike Hosenfeld und Moritz Denis mit Annette Renneberg und Simon Böer

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Kinostart: 18. November 2004

Regie: Igor Zaritzki

 

Erste Rezension

 

Ein grandioses Meisterwerk der Filmkunst - doch leider nur in meiner Phantasie. Ich wünschte ich hätte auch so viel Vorstellungsvermögen gehabt, wie die beiden Hauptakteure Anja und Henry. Dann hätte ich zumindest in meiner Phantasie einen gelungenen Film gesehen.

Doch die Realität war härter und konfrontierte mich mit zwei laienhaften und ausdruckslosen Schauspielern, die in einem abgelegenem Fabrikloft ein sexuelles und psychologisches Katz-und Mausspiel versuchen. Anja und Henry sind beide auf der Suche nach dem ultimativen Nervenkitzel. Henry nimmt die angebliche Prostituierte Anja mit zu sich nach Hause. Doch dort stellt sich heraus, dass sie gar keine ist, sondern sie lediglich Sex mit einem Fremden reizen würde. So richtig scheint der Funke bei den Beiden allerdings nicht überzuspringen. Anja zieht es vor zu gehen, doch vorher lässt sie noch Henrys Geldbörse mitgehen. Er bekommt den Diebstahl mit, fesselt sie und ruft die Polizei. Wenn sie ihm aber eine Geschichte erzählt, würde er sie frei lassen. Also beginnt Anja von Lilly zu erzählen, die auf einer Party vergewaltigt worden ist. Während des Gesprächs kommen sich die beiden näher und schlafen miteinander. Danach verhält sich Anja abweisend und fordert ihr vereinbartes Geld. Sie sei schließlich eine Prostituierte und habe ihm lediglich das vorgespielt, was er sehen wollte. Sie geht, doch kurze Zeit später kommt sie zurück. Alles war nur ein Fake. Im Laufe des Abends verstricken sich die beiden immer mehr in ein vertracktes Psychospiel, das zu eskalieren droht. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen zunehmend. Was ist wahr und was existiert nur in der Phantasie der Protagonisten?

Wahr ist, dass die Idee des Films sicher nicht schlecht ist, im Gegensatz zur Umsetzung. Aber warum besetzt man einen Film, wie diesen der nur mit ausdrucksstarken Schauspielern funktionieren kann mit laienhaft wirkenden Schauspielern, die keine Stimmungen transportieren können? Die hölzernen und klischeebelasteten Dialoge will ich erst gar nicht erwähnen. Der Film nahm ab Anjas Rückkehr laufend neue Wendungen ein, doch die erhoffte Überraschung blieb leider aus, da das meiste schon vorauszusehen war. Wie viele Möglichkeiten einen Film gut zu machen, kann man eigentlich vertun?

 

Gesehen von Birgit Bagdahn

 

Zweite Rezension

 

An welchen Kategorien kann ein Film scheitern?

Da hätten wir das Herz eines jeden Films, das Drehbuch. Nichts ist furchtbarer als eine hanebüchne, sich unbeholfen voranschleppende Handlung gespickt mit lustlosen Dialogen. An diesen können dann langweilige Schauspieler scheitern, die unmotiviert und gleichzeitig von einfachsten Emotionen komplett überfordert von einer Szene in die nächste trotten. Dann hätten wir noch die Kamera, welche, falls Sie halbwegs professionell geführt wurde, durch einen lieb- und einfallslosen Schnitt durchaus zu Marienhofqualität degradiert werden kann.

"Devot" gelingt es tatsächlich an allen Kategorien zu scheitern. Somit zeichnet sich dieses Werk eindeutig als schlechter Film aus; mehr noch: "Devot" erfüllt sämtliche Kriterien für Trash vom feinsten! Zwei Darsteller, die niemand kennt, jedoch bekannten Gesichtern irgendwie ähnlich sehen (und sich irgendwann ausziehen müssen), eine Handlung, die lustig vor sich hin plätschernd jeder Logik entsagt, unzählige Anschlußfehler und am aller wichtigsten: unfreiwilliger Humor! Während des ganzen Films wartete ich auf eine Wendung, die zeigt, dass der Film weiß, was er ist. Ich wurde jedoch enttäuscht. Zaritzki, der Autor/Produzent/Regisseur meinte all dies tatsächlich ernst.

 

Gesehen von Daniel Vogelmann

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