A Lake

 

 

A Lake

Daten

A Lake

87 Min., F 2008

REGIE: Philippe Grandrieux
DREHBUCH: Philippe Grandrieux
KAMERA: Philippe Grandrieux
SCHNITT: Francoise Tourmen
TON: Valérie Deloof
DARSTELLER: Dmitry Kubasov, Natalie Rehorova, Alexei Solonchev, Sinoma Hülsemann, Vitaly Kischenko

Regie: Philippe Grandrieux

Irgendwo an einem unbekannten Ort in vom Schnee bedeckten Bergen lebt Alexi mit seiner blinden Mutter, seiner jüngeren Schwester und seinem kleinen Bruder. Ihr Haus liegt isoliert an einem großen See.

Der Film beginnt mit ungewöhnlichen Bildern. Alexi hackt immer wieder auf einen Baumstamm ein. Zu Hören sind lediglich sein Atem und der stumpfe Ton den das Holz von sich gibt wenn die Axt es trifft. Ein paar Mal unterbricht Alexi seine Arbeit und es herrscht eine klare Stille. Brutal wirkt danach das erneute Schlagen.

Alexi hat eine entwaffnende Reinheit, eine Naivität an sich als er mit seinem Pferd abends durch den unberührten Schnee geht. Plötzlich bricht Alexi zusammen und bekommt einen epileptischen Anfall. Die Kamera beobachtet ihn dabei und ist genauso hilflos wie Alexi selbst. Doch während er im tiefen Schnee zappelt bleibt der Himmel über ihm teilnahmslos und der Anfall gewinnt etwas natürliches.

Spät abends kehrt Alexi erst wieder zu dem Holzhaus zurück, wo seine Schwester ihn im Dunkeln mit warmen, zärtlichen Gesten empfängt und tröstet. Bald wird klar, dass Alexi die Arbeit nicht mehr allein verrichten kann und somit landet ein Hilfsarbeiter auf ihrem Ende des Sees. Die stille eigene Welt der Familie nimmt den jungen Holzfäller, der etwas älter als Alexi zu sein scheint, auf und behutsam tasten sich die unterschiedlichen Menschen aneinander heran. Der neue Mitbewohner tut allen gut ohne dabei heldenhaft zu sein. Er rettet Alexi nach einem Anfall vor dem Erfrierungstod und bändelt mit der natürlich schönen und jungfräulichen Schwester an, die sich keine Illusionen zur Liebe macht. Als der Vater der Familie zurückkehrt, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der Hilfsarbeiter die Familie wieder verlässt, doch die Familie wird nie wieder dieselbe sein.

Der französische Regisseur Philippe Grandrieux macht es dem Zuschauer mit seinen wackligen Aufnahmen und Bildern die fast nur noch Dunkelheit offenbaren nicht immer einfach. Doch es ist eine besondere Erfahrung diesen Film zu sehen. Die Form ist fein. Die Bilder sind lebendig. Der Ton ist glasklar. Es wird kaum ein Wort gesprochen und wenn, dann meistens nur in geflüsterter Form. Musik kommt nur äußerst selten vor, und dies auch nur wenn die Protagonisten selbst singen. Es ist nicht die Geschichte, warum man diesen Film sehen sollte, sondern es ist die Stimmung, die Grandrieux mit seinen Bildern erschaffen konnte, die diesen Film zu einem ganz speziellen Erlebnis machen.

 

gesehen von Mareike Dobewall

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