Commune

 

Nicht alle Blumenkinder waren später glücklich mit ihrer Vergangenheit

„Commune" lässt verschiedene Personen des Black Bear Ranch, einer Kommune im kalifornischen Siskiyou County, über das Leben in der Gemeinschaft und die Probleme, die dabei aufgetreten sind, zu Wort kommen.

Finanziert hauptsächlich von Rockstars mit zu viel Geld, stellten sich schnell recht alltäglichen Sorgen ein- wie schafft man es, eingeschneit an Medikamente und vor allem Essen zu kommen? Wie meistert man Geburten, so fernab von der nächsten Stadt? Wie schafft man es, all die verschiedenen Strömungen der Flower Power Bewegung in eine Gemeinschaft zu integrieren?

Gerade als „Nachgeborener" ist es interessant, anhand von in den 70er Jahren gedrehtem Material diese Zeit noch einmal aufgewärmt zu bekommen. Interessant ist auch, wenn Leute von ihrem Erweckungserlebnis erzählen, die äußerlich eigentlich einen konservativen, bodenständigen Eindruck machen.

Etwas störend ist der bemüht künstlerisch-unruhige Stil, den Jonathan Berman für seine Dokumentation wählt. Selbst die neu gedrehten Teile (bis auf die Interviews) imitieren die schlechte Qualität des alten Originalmaterials, und machen- zusammen mit einem sehr unruhigen Herumspringen bei den Motiven- den Film doch sehr anstrengend. Zusätzlich hat Berman immer wieder Zwischentexte in poppiger Schriftart eingeblendet, was das Chaos nicht gerade einfacher macht.

Einen der interessantesten Aspekte, wie die Kinder, die dort aufgewachsen sind, später diese Zeit sehen und damit umgehen, wird eher am Rande gestreift- vielleicht die Idee zu einer weiteren Dokumentation. Etwas zu quirlig und unruhig, so dass das Potential eines interessanten Themas nicht ganz ausgeschöpft wird.

 

Gesehen von Johannes Prokop