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Brillen 4 4000

 

Auch wenn die Entwicklungszyklen größer geworden sind, neue bessere VR Brillen sind im Entstehen. Die Corona-Pandemie hat das Thema VR auch in Zusammenhang mit kontaktfreien Zugängen zu Orten wie Museen, Theatern etc. wach gehalten und vorangetrieben. Allerdings mangelt es an hochwertigen, preiswerten Stand-Alone Brillen wie der nicht mehr erhältlichen Oculus Go. Das hat auch mit einer gewissen Ernüchterung der Hersteller zu tun, dass die VR Revolution doch nicht so schnell eintrifft, wie erhofft. Öffentliche VR Präsentationen wurden wegen Corona aus nachvollziehbaren Hygienegründen eingeschränkt. Die teilweise unterbrochenen Lieferketten haben es nicht einfacher gemacht, bisherige Brillen preiswerter zu produzieren bzw. neue Produkte auf den Markt zu bringen. Wer aktuell hohe Auflösungen und kabellosen Komfort bei VR Brillen sucht, muss tiefer in die Tasche greifen.

 

Qualitätskriterien

Grundsätzlich arbeiten alle Hersteller an Brillen mit höheren Auflösungen. Allerdings werden dort in den meisten Fällen keine OLED sondern LC Displays verbaut. Diese sind preiswerter, können aber andererseits kein echtes Schwarz darstellen, sondern nur dunkles Grau. Die aktuell einzige VR Brille mit OLED Display ist die Oculus-Quest.

Bei der Bildwechselfrequenz sind 90 Hz empfohlen, sie versprechen ein ruhiges VR Erlebnis. Die Oculus Quest bleibt mit 72 Hz etwas darunter. Einige Brillen wie die Valve Index gehen sogar bis 144 Hz hinauf.

Gegen den sogenannten Fliegengitter-Effekt in manchen Brillen helfen höhere Auflösungen. Die höchsten Auflösungen derzeit erhältlicher VR Brillen sind: 3840 x 2160 bei der Primax 8K, 2560 x 1440 bei der Primax 5K und 2160 x 2160 bei der HP Reverb. Verbunden sind diese höheren Auflösungen auch mit einem größeren Bildwinkel (170 Grad bei Primax und 117 Grad bei HP) Diese Brillen sind allerdings kabelgebunden.

Zu den Wünschen, die man an neue Brillen hätte, gehört sicherlich neben Auflösung und Bildwechselfrequenz auch das Gewicht. Da in diesen Brillen die gesamte Elektronik hinter dem Display verbaut wird, lastet das Gewicht auch stets auf dem Nasenrücken, was lange Sessions nach wie vor etwas unangenehm macht.

 

Entwicklungspläne

Brillen 4 4000

 

Bei Facebook, dem Mutterunternehmen von Oculus arbeitet man an einer Oculus Quest 'Pro'. Das ist erstaunlich, denn das Unternehmen hat ja die Oculus Rift s und die Oculus Go eingestellt und mit der Oculus Quest 2 nur noch eine VR Brille im Programm.

Dank Air Link können die Quest 2-User VR drahtlos vom Rechner aus streamen, die meisten Wünsche scheinen also erfüllt. Das Ziel soll wohl eine kabellose High-End VR Brille sein für professionelle Anwender und Unternehmen. HTC Vive hat es mit seiner PRO Reihe vorgemacht und war recht erfolgreich damit. Beabsichtigt sind unter Anderem zusätzliche Sensoren und Funktionen, die es für andere Anwendungen außer Games sinnvoll sein könnten.

Diese zusätzlichen Sensoren könnten in eine Richtung gehen, die nicht unumstritten ist. Gemeint sind möglicherweise Augen- und Gesichts- Tracking sowie Lippen-Tracking. Während das Eye-Tracking vor allem nützlich ist, um Menüführung und Brillensteuerung zu optimieren, indem das System genau erkennt, wohin man schaut, kann das Face-Tracking eben nicht nur die eigene Mimik auf Avatare übertragen, sondern auch die Emotionen der User erfassen. Letzteres möchte man einem Daten sammelnden Unternehmen wie Facebook vielleicht nicht unbedingt zugänglich machen.

 

Mehr Sensoren, höhere Auflösungen

Andererseits gehen auch die Entwicklungen anderer VR Brillenhersteller in genau diese Richtung. So soll auch die für Ende 2021 angekündigte "Decagear" neben einem hochauflösenden Display (2.160 x 2.160 Bildpunkte pro Auge bei 90 Hertz Bildwechselfrequenz), neuartige VR-Controller und Gesichts- sowie Hüftracking möglich machen.

Mit der HTC Vive Pro 2 und der Vive Focus 3 steht auch der Chinesische Konzern in den Startlöchern mit zwei Produkten, wie die Messlatte weiter nach oben schieben werden. Die Vive Focus 3 ist als Pro Gerät für Unternehmen gedacht und wird doppelt so viel wie die Vive Pro 2 kosten. Geplant sind kabellose Brillen, die sich vor allem von Oculus dadurch abheben, dass man nicht zu Facebook zwangsverpflichtet wird

Weitere angekündigte VR Brillen sollen von Lynx, Mova, Nolo, Pico Neo 3 und Unai kommen. Wir sind gespannt.