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Spam 4000

 

Der Begriff SPAM hatte ursprünglich überhaupt nichts mit Internet und Werbemails zu tun. Er wurde ab 1936 als Produktname der amerikanischen Hormel Foods Corporation verwendet für in Dosen eingewecktes gewürztes Schweinefleisch. Die Wortschöpfung basiert auf einer Zusammenführung von "Spiced Ham". Lange haltbar und ein absolutes Massenprodukt. Der Begriff ist dann irgendwann in den 90er Jahren auch für unaufgefordert eintreffende Werbemails angewendet worden. Diese sind inzwischen zu einem handfesten Problem geworden. Nicht nur, dass damit Mailfächer überlaufen, Arbeitszeit verbraucht wird, diesen Spam von gewünschten Mails zu unterscheiden,- sie machen nämlich weltweit den größten Anteil an Mailverkehr aus und verbrauchen auch auf Grund des Traffics jede Menge Energie bei Servern und Systemen,- sind also massiv umweltschädlich.

Grundsätzlich sind unaufgefordert versandte SPAM Mails in Deutschland und anderen Ländern rechtswidrig, wenn man nicht ausdrücklich  seine Einwilligung hierzu erteilt hat. Damit wird das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt.

Die Mailadressen fischen Robots häufig aus Webseiten im Internet heraus, spätestens in jedem Webseiten-Impressum werden sie schnell fündig. Wer in Spam-Mails ertrinkt hat vielleicht nur den Fehler gemacht, einzelne "Newsletter" abzubestellen. Wer gehäuft SPAM Mail erhält kann einerseits den in vielen Mailprogrammen integrierten Browser mit dem Absender füttern oder versuchen, den unerwünschten "Newsletter", so nennt sich der Mailmüll nämlich, abbestellen. Doch genau damit fangen dann die Probleme an. Die "Abbestellen" Funktion ist bei vielen SPAM-Mailschleudern nämlich erst der Startpunkt für eine ungewollte Flut an weiteren Werbemails.

 

SPAM-Filter

Man kann fortschrittlichen Mailprogrammen beibringen, welche Absender unerwünscht sind. Es ist eine Art Trainingsprozess. Das funktioniert bei vielen SPAM-Mails, andere aber generieren automatisch immer neue Absenderadressen und können die Filter auf diese Weise umgehen. Auf jeden Fall kann man damit einen Teil der unerwünschten Mails herausfiltern. Leider verschleiern die SPAM-Versender ihren tatsächlichen Absender, sodass für jede neue Werbemail auch ein neuer Absender angezeigt wird. Das kann sehr mühsam werden, jeden Absender einzeln zu blockieren. Gegen den SPAM-Filter spricht außerdem, dass damit das Mailprogramm immer länger benötigt, um die erwünschten Mails anzuzeigen.

 

Robinsonliste

Die Robinsonliste ist eine Art Positivliste in die man sich eintragen kann, wenn man keine Werbemails wünscht. Also so etwas wie ein digitaler Briefkasten-Aufkleber auf dem "Keine Werbung" steht. Die Idee ist, dass seriöse Werbetreibende ihre eigenen Mailinglisten mit der Robinsonliste vergleichen und alle Adressen die in der Robinsonliste und in ihren Maillisten stehen, löschen. Das ganze funktioniert aber nicht perfekt, weil die üblen SPAM- Firmen genau das natürlich nicht tun. Man kann also nur einen Teil der Spammails auf diese Weise verhindern. Dort kann man sich übrigens in Listen gegen Werbepost, E-Mail-Werbung, Mobiltelefon- und Faxwerbung eintragen.

https://www.robinsonliste.de/

 

SPAM COP

Man kann sich bei SpamCop registrieren lassen und erhaltene Spam-Mails dorthin weiterleiten. SpamCop wertet die E-Mails automatisch aus und trägt die entsprechenden Mailserver auf schwarzen Listen ein. Link: https://www.spamcop.net/

 

Nicht abbestellen!

Wer aber meint, das Austragen aus der Mailing Liste, wie es unter den SPAM Mails oft angeboten wird, würde diese auch abstellen, der irrt. Das Gegenteil ist der Fall. Denn damit signalisiert man erst, dass die von Robots vermuitlich zufällig aus dem Web gefischte Mailadresse auch tatsächlich genutzt wird. Genau damit wird der SPAM Terror erst richtig intensiv.

Ein Unternehmen, was sich hier besonders hervortut ist eine Schweizer Firma, wir nennen sie an dieser Stelle mal "Optiteufel AG", die für unterschiedlichste Unternehmen unaufgefordert angeblich bestellte Newsletter versendet, die nichts anderes sind als SPAM. Das Layout dieser SPAM-Mails ist stets identisch,- im oberen Teil der Mail kommt die Werbebotschaft, darunter ein Disclaimer, der erläutert, dass man diese Mail nur erhalte, weil man sich bei "Optiteufel" oder einem der Kooperationspartner für diesen Service registriert habe.

Danach folgt das Angebot, man könne sich "aus diesem Verteiler austragen". Und genau dieser Klick aktiviert eine wahre Flut an SPAM-Mails des Unternehmens. Deshalb bitte keine Spammails abbestellen, das gibt den Betrügern das Signal, dass die Adresse in Benutzung ist. Daraufhin werden dann noch mehr Spamnachrichten versendet. 

Wenn man daraufhin direkt an die contact@ Mailadresse des Unternehmens schreibt und die Löschung der eigenen Mailadresse fordert, passiert schlicht gar nichts. Gleiches gilt, wenn man die Firma telefonisch kontaktiert,- natürlich läuft da nur ein AB,- entsprechende Mitteilungen bleiben unbeantwortet. Die Mailflut lässt sich schlicht nicht abstellen. Was also kann man tun?

 

Internet Beschwerdestelle

Eine der ersten Anlaufstellen für solche Fälle ist die Internet Beschwerdestelle. Dieser kann man derartige unerwünsche SPAM Mails melden, indem man diese direkt weiterleitet.

https://www.internet-beschwerdestelle.de/de/beschwerde/einreichen/e-mail-und-spam.html

 

Musterbrief Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale hat einen Musterbrief entworfen, mit dem man versuchen kann, schriftlich die Einstellung von Werbemüll zu verlangen. Hier der Link zum Musterbrief: https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2019-10/Widerspruch_gegen_Direktmarketing_und_Sperrung_von_Daten_ggue_Werbetreibenden.pdf

 

Die Auftraggeber informieren

Unternehmen wie der Optiteufel AG ist offensichtlich nicht daran gelegen, dass deren Kunden erfahren, dass ihre Werbebotschaften als SPAM unaufgefordert und unerwünscht in Millionen Mailfächern landen. Darauf deutet auch der Hinweis im Disclaimer hin: "Bitte beachten Sie, dass diese E-Mail nicht vom Werbetreibenden direkt versendet worden ist". Doch genau dies könnte ein weiterer Schlüssel dazu sein, aus den Mailingdatenbanken dieses SPAM Versender gestrichen zu werden. Man sollte die Auftraggeber wissen lassen, dass die Werbemails absolut unerwünscht sind. Es macht zwar ein wenig Mühe, doch wenn man bei jeder Werbemail mit einem entsprechenden Warntext antwortet und den oft auch seriösen Unternehmen, die da Werbung machen, mitteilt, dass sie einen SPAM-Versender beauftragt haben, könnte der Spuk schon bald vorüber sein.