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Objektivadapter

Objektivadapter von PL-Mount auf Mikro Four Thirds (MFT)

Objektive sind inzwischen weitaus wertstabiler als die Kameras, an denen man sie verwendet. Diese sind schnell mal nach wenigen Jahren out of Date, haben die falsche Auflösung, die falsche Farbtiefe, halten einfach nicht mit bei der technischen Entwicklung.

 

Je nachdem, woher die Objektive stammen oder auch wenn es ältere Objektive sind, sind sie für unterschiedlichste Mounts ausgelegt. Hier können sich Adapter bewährt machen, die von verschiedensten Systemen auf die gewünschte Kamera adaptieren. Geht es rein um mechanische Fragen, so wird man mit weniger Investment glücklich, sollen aber Blendenautomatik oder Autofocus übertragen werden, wird es unter Umständen schwierig, teuer oder gar unmöglich.

 

Wir schauen uns deshalb an dieser Stelle Adapter an, die eine rein mechanische Verbindung und das notwendige Auflagemaß gewährleisten und bei denen man rein manuelle Objektive verwenden sollte. Wenn diese Adapter wirklich gut sein sollen, das heißt mechanisch und optisch präzise, sind sie nicht billig. Bevor man da investiert sollte man erst einmal prüfen, ob die Auflösung und Berechnung der gewünschten Objektive, die man adaptieren möchte, überhaupt dem Aufnahmeformat genügt.

 

Vignetierungen

Frühere Objektive, die für analogen Film berechnet waren, müssten nicht berücksichtigen, dass die Lichtstrahlen an den Bildrändern immer schräger einfallen. Der analoge Film konnte diese problemlos verarbeiten. Bei digitalen Kamerasensoren muss man mit Microlinsen helfen, diese schrägen Lichtstrahlen optimiert einzufangen. Lange Jahre war die Technik noch nicht soweit, weshalb auch kompakte Kameras mit großen Sensoren lange undenkbar waren. Doch dank Microlinsen ist auch diese Hürde genommen.

 

Werden diese Phänomene nicht durch die Sensoren auskorrigiert, kommt es zu Vignetierungen zu den Bildrändern, was Lichtabfall bedeutet und durchaus interessant aussehen kann. Viele mögen derartige Abbildungsfehler und rechnen solche Vignetten sogar bewusst über digitale Fotos in Lightroom drüber, um einen analogen Look zu erzielen.

 

MFT

Novoflex Objektivadapter

Bei den verwendeten Materialien trennt sich rasch die Spreu vom Weizen. Wenn die Kontaktflächen mit Objektiv bzw. Kameramount nicht, wie auf diesem Foto, aus Stahl gefertigt sind, drohen die Objektive im zu weichen Aluminium zu verkanten oder man kriegt den Adapter nicht mehr von der Kamera ab

Aktuell sind verschiedene Mounts an Kameras besonders verbreitet. Micro Four Thrids (MFT) ist einer der Standards, der ein Bildfeld anbietet, welches ziemlich nahe am früheren Super 16 Bild ist. Das bedeutet zunächst einmal, dass die früher von der Fotografie gewohnten Brennweitenverhältnisse (17,5-20mm = Normalbrennweite, 12,5 oder gar 9 oder 8mm = Weitwinkel, 25, 50 oder 100 mm = Tele) hier ebenfalls greifen.

 

Im einfachsten Fall nimmt man also alte Filmobjektive für Normal,- oder Super 16. Im Telebereich genügen auch Normal 16 Objektive, je mehr man in den Weitwinkelbereich hinein kommt, braucht es die für Super 16 berechneten Linsen. Diese Objektive haben oft Arri Standard oder Arri Stahlbajonett Mount.

 

Wenn man nicht in Adapter investieren möchte, die teurer als das gebrauchte Objektiv selber sind, landet man recht schnell bei Billigware aus Fernost. Und wenn man gewisse Modifikationen vornimmt, in unserm Fall musste ein kleiner Metallbügel weggeschraubt werden, der verhinderte, dass das Objektiv ganz in den Adapter passte, kann man damit zumindest Aufnahmen machen. Das Schärfeziehen am Schärfering funktioniert bei unserem getesteten Cooke-Satz nur, wenn man das Objektiv mit der Hand daran hindert sich im Adapter mitzudrehen. Aber der Look ist prima, der Adapter sorgt im Prinzip nur für das notwendige Auflagemaß.

 

Gängiger und vermutlich besser verarbeitet sind Adapter für Fotoobjektive von Canon oder Nikon. Aber da diese für Vollformat (ehemals analoge Kleinbildfotografie) gerechnet sind, wird es mit Weitwinkel bei MFT eher schwierig. Schließlich sind die gängigen Weitwinkel Brennweiten (35, 28, 24 mm) auf Grund des Crop-Faktors gerade mal Normalbrennweiten für MFT.

 

Focal Reducer

Metabones-Clone

Manche der Clones von Metabones Speedbooster bieten vergleichbare Qualität für weniger Geld

Hier wieder kann ein optischer Adapter helfen, am bekanntesten ist sicherlich der Speedbooster von Metabones. Wie der Name schon sagt, verbessert der Adapter während er mit Hilfe von Linsen den Crop-Faktor beseitigt, ganz nebenbei auch noch die Lichtausbeute. So kann man locker noch eine Blende dazugewinnen.

 

Die preiswerteren Focal-Reducer arbeiten nur mit manuellen Objektiven zusammen, hier wird also nur rein mechanisch die Verbindung zum Kameramount mit korrektem Auflagemaß sichergestellt, Schärfe und Blende müssen manuell mit entsprechenden Ringen am Objektiv zugänglich sein. Manche dieser Adapter sind sogar so gefertigt, dass man die optischen Bildstabilisatoren, den Autofocus und die Blendensteuerung der adaptierten Objektive verwenden kann, falls die Kamera das unterstützt.

 

Diese Adapter sind allerdings nicht wirklich preiswert, bieten dafür aber eine ganze Menge. Außerdem gibt es, da es manche Ländern nicht so genau nehmen mit dem Copyright, auch mehrere Nachbauten der praktischen Adapter. Diese Clone kosten häufig knapp die Hälfte der originalen Adapter von Metabones. Die Bandbreite reicht da von Billigschrott bis zu durchaus vergleichbaren Adaptern, etwa der Kipon - Baveyes 0.7x, der in Zusammenarbeit mit einer bayerischen Optik-Firma entwickelt wurde.

 

Fazit & Qualitätsfragen

Ein eindeutiges "Ja", man kann mit hochwertigen Adaptern entsprechende Objektive hervorragend anpassen. Überall in der ganzen Welt haben feinmechanische Betriebe sich CNC-Fräsen für teures Geld angeschafft, die sie nun versuchen, durch die Herstellung von Zubehör für die Film/Video und Fotobranche zu amortisieren. Die Stichworte sind Rigs, Cages und Objektivadapter, die zum Teil extrem günstig angeboten werden. Doch wie bei allem kommt es darauf an, wer damit umgeht, wie präzise gearbeitet wird und wie hochwertig die Materialien sind. Wer Ärger vermeiden will, sein hochwertiges Equipment nicht beschädigen will, sollte nachdenklich werden, wenn solch ein optisches Präzisionsteil als Neuanschaffung lediglich 40,- € incl. Paketversand aus Hongkong kostet. Dann lieber die Augen aufhalten, ob nicht ein hochwertiger Adapter gebraucht günstig angeboten wird oder ob man mit einem hochwertigen Clone besser fährt.

 

Strategien beim Wechseln

Grundsätzlich birgt jeder Objektivwechsel die Gefahr in sich, dass man sich Staub einfängt, der sich auf den Sensor legt. Deshalb sollte man stets erst einmal den Adapter mit dem zu adaptierenden Objektiv verbinden und dann erst beides gemeinsam an die Kamera montieren. So bleibt der Sensor nicht so lange dem Staub ausgesetzt.

 

Wenn man den ganzen Vorgang in einer durchsichtigen, sauberen Plastiktüte vornimmt, ist der Sensor noch besser vor Staub geschützt. Sonst wird allzu schnell wieder eine mechanische Sensorreinigung fällig.

 

Hier hat der Wechsel zum Digitalen keine wirklichen Vorteile gebracht, Staub bleibt weiterhin ein Problem.