P&S Adapter

Ausgereift, teuer und wegen der großen Kamerasensoren gänzlich überflüssig geworden,- die professionellen 35mm-Adapter von P&S

Zu den Eigenschaften, welche den wahren Cineasten an Video am wenigsten gefallen, gehört vermutlich die im Vergleich zu 35mm Film gigantische Schärfentiefe. Hauptgrund dafür sind die kleinen Kamerachips, die mit 1/3 oder 2/3 Inch nur einen Bruchteil von der Größe eines 35mm-Filmbildes haben. Für Beauty Shots in den einschlägigen Glamourmagazinen werden von den Fotografen sogar gerne Mittelformatkameras genommen (6x6 oder 6x9 cm); deren Aufnahmeformat ist noch weitaus größer als 35mm (Kleinbild) das reduziert die Schärfentiefe noch weiter.

 

Video war davon lange Zeit gigantisch weit entfernt. Erst mit dem Aufkommen größerer Kamerasensoren von MFT über APS C bis hin zu den sogenannten Vollformat DSLR erfüllen heute die Kameras selbst die Wünsche der Filmemacher nach reduzierter Schärfentiefe. Doch das war nicht immer so. Für viele Jahre war Video wegen der kleinen Sensoren bei kleinen Blenden vor allem mit nahezu durchgängiger Schärfe ausgestattet. Gewiss, Orson Welles hatte einst gewaltige Mühe, für seinen "Citizen Kane", den Musterfilm in Sachen große Schärfentiefe, gewaltigen Aufwand treiben, um Bilder herzustellen, die in Vorder-, Mittel- und Hintergrund scharf waren. Er hatte aber auch den Vorteil, in Schwarzweiß zu drehen, was sicherstellt, dass man über den Lichtkontrast allein schon die Darsteller hervorragend vom Hintergrund lösen kann. Doch wer auf Farbe dreht, dem wird recht schnell klar, wie wertvoll es ist, den Hintergrund auf Wunsch in die Unschärfe zu legen und die Darsteller damit deutlicher zu betonen.

 

Lösungen

So konzentrierten sich viele Bastler, aber auch professionelle Konstrukteure darauf, Methoden zu entwickeln, auch mit Videokameras mit kleinen Sensoren die Schärfentiefe zu reduzieren und damit den filmtypischen Look herzustellen. Der Trick, den alle Systeme übereinstimmend nutzen wollten war, mit Foto- oder Filmobjektiven ein Bild im gleichen Format wie ein 35mm-Bild auf einer Mattscheibe abzubilden und mit der Videokamera (Macroeinstellung, ggf. zusätzliche Nahlinse) abzufilmen. Es wurde also ein anderes optisches System als das der Videokamera verwendet, um diesen Look zu erzeugen. Auf diese Weise werden die Schärfentiefebedingungen aus dem Kinobereich auf Videokameras übertragen.

 

Mattscheibenstruktur

Mattscheibe

Die Struktur vieler Mattscheiben ist zu grob und würde das Bild störend überlagern. Auch Staub und Flusen machen sich unangenehm bemerkbar.

Im Prinzip existiert das Verfahren in der Fotographie und im Film seit langem - im Spiegelreflexbereich, wo eine Mattscheibe zum Einstellen des Bildes verwendet wird und beim Auslösen oder beim Drehen auf Film belichtet wird. Eine solche Mattscheibe ist aus Glas oder Kunststoff, welches möglichst fein angeschliffen ist. Diese Mattscheiben sind zum Einstellen des Bildes optimal geeignet, wenn man sie allerdings für einen 35mm-Adapter verwenden will, würde beim Abfilmen des Bildes die Mattscheibenstruktur sichtbar. Mattscheiben wirken immer leicht körnig. Alternativ haben diverse Tüftler sogenannte GGSS (Ground Glass Sandwich System)-Mattscheiben verwendet, im Prinzip zwei optische Gläser, dazwischen eine feine Parafinschicht. Andere wieder schwören auf Nikon-D-Mattscheiben, deren Struktur so fein sei, dass man sie nicht bemerkt. Ein anderer Ansatz sind Lichtleiterplatten. Sie sind aus einer großen Zahl an Lichtleitern hergestellt und haben eine Auflösung von ca. 0,007 mm.

 

Auf der kommerziellen Seite hat als erstes die Firma P&S-Technik eine Lösung dafür gefunden, indem die Mattscheibe zunächst rotierend, später oszillierend verwendet wurde. Sind die Strukturen der Mattscheibe bewegt, sieht man diese nicht mehr auf dem Video. Die Idee einer drehenden Scheibe haben unter anderem die so genannten Regenabweiser vorgegeben, rotierende Glasscheiben vor dem Kompendium, welche so schnell drehen, dass auftreffende Regentropfen sofort weggeschleudert und damit unsichtbar werden. Besonderes Merkmal der P&S-Adapter ist das Objektivbajonett, welches die Verwendung von professionellen Filmobjektiven erlaubt. Ein relativ neues Konkurrenzprodukt kommt von der Firma Kinematik und heißt "Movietube". Im Gegensatz zum P&S-Adapter wird die Kamera in einem 45-Grad-Winkel zum Adapter angebracht. Movietube verzichtet auf eine rotierende Mattscheibe durch Verwendung einer besonders feinen mikrokristallinen Mattscheibe. Angeboten werden neben PL-Mount und Panavision diverse Objektivanschlüsse, darunter auch solche für alle wichtigen Fotoobjektive.

 

Eigenbau

 

P&S Adapter1

Die Profi-Adapter bieten PL-Mount, das Bajonett vieler Filmobjektive.

 

Selbstgebaute Systeme verwenden eher Fotobajonette, diese sind von den optischen Verhältnissen sehr ähnlich wie 35mm-Filmobjektive. Sie sind leichter verfügbar, indem man defekte Fotoapparate zerlegt. Auch die Objektive sind in der Regel preisgünstiger als die Filmoptiken. Manche Bastler haben auch Systeme gebaut, bei denen ein portabler CD-Player, eine durchsichtige CD, wie sie bei Bulkware meistens zuoberst liegt, fein geschliffen wurde und das Bild auf eine (CD-Player) rotierende Mattscheibe projiziert wird. Weitere Alternativen verwenden statt einer geschliffenen Mattscheibe zwei Glasplatten, in die eine dünne Parafinschicht eingeschlossen ist. Diese bildet das vom Objektiv erzeugte Bild ohne Mattscheibenstruktur ab, das Rotieren derselben wird damit überflüssig. Allerdings sollen diese Parafinplatten etwas empfindlich sein. Auch ist die Helligkeit bei manchen Mattscheibenarten nicht immer gleichmäßig, manche sind in der Mitte heller als außen.

 

Seitenverkehrte Abbildung

Duplikator

Einige der Zutaten für einen 35mm-Adapter findet man unter Dia-oder Film-Duplikatoren, meist sind aber die Mattscheiben zu dunkel, sie schlucken zu viel Licht und müssen ausgewechselt werden.
 
Ein weiteres Problem, welches sich stellt, wenn man von einem Objektiv auf eine Mattscheibe abbildet und diese von der Rückseite abfilmt, ist, dass das Bild seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend dargestellt wird. Dies kann man zwar in den meisten Schnittprogrammen umrechnen lassen, aber dieser Vorgang ist zeit- und rechenaufwändig. Einige Adapter lösen dieses Problem durch Umlenkspiegel, die im 90-Grad-Winkel zur Mattscheibe angebracht wieder die Seitenrichtigkeit herstellen. Diese Spiegel sollten auch keine normalen Glasspiegel sein, bei dem die Silberschicht hinter der Glasplatte aufgebracht ist, sondern Oberflächenspiegel, mit der Reflektionsschicht oben. Dafür sind aber drei bis vier Spiegel erforderlich, die sehr schwer zu justieren sind.

 

Einfacher einstellbar sind Kombinationen aus Prismen und Spiegel. Insbesondere Penta-Prismen, wie sie in Spiegelreflexkameras zusammen mit dem schwenkbaren Spiegel verwendet werden, um das Bild seitenrichtig im Sucher darzustellen, tauchen immer wieder in Eigenbau-Lösungen auf. Bei manchen Selbstbauadaptern wird auch die Videokamera auf dem Kopf stehend montiert und das Bild dann wieder aufrecht mit einem separaten LCD-Monitor dargestellt. Wird das Bild dann um 180 Grad im Schnittprogramm gedreht, ist es auch ohne Spiegel seitenrichtig.

 

Grundsätzlich sind all diese Adapter mit Lichtverlust behaftet. Denn zu dem Lichtverlust des in die Videokamera eingebauten Objektivs (Lichtstärke) kommt der Lichtverlust durch das vorgesetzte Objektiv sowie die Mattscheibe dazu. Man dreht ja mit zwei Objektiven gleichzeitig. Im günstigsten Fall (lichtstarke Objektive sowie hochwertige Mattscheibe) verliert man eine Blende an Licht, also die Hälfte. In ungünstigeren Fällen können auch zwei bis drei Blenden verloren gehen.

 

Staubfreiheit und Stabilität

 

Führung

Auch das Problem einer starren Verbindung von Kamera und Selbstbau-Adapter lässt sich mit einem Einstellschlitten aus dem Fotozubehör lösen.

Wichtig bei diesen Adaptern ist auch die Freiheit von Staub und Flusen, sie sollten also möglichst hermetisch versiegelt sein. Sonst wird auch die winzigste Staubfluse auf der Mattscheibe noch extrem vergrößert aufgenommen. Ebenso wichtig ist die mechanische Verbindung mit der Kamera. Nicht ohne Grund spendieren professionelle Adapter ihren Konstruktionen ein Gestänge, mit welchem Kamera und Adapter fest verbunden werden. Es kommt gar nicht gut an, während der Dreharbeiten ständig Adapter und Kamera aufeinander nachjustieren zu müssen. Einstellschlitten aus dem Fotobereich sind dafür ideal. Man kann sie ruhig auch gebraucht erwerben, der feinmechanische Aufwand, so etwas selbst zu bauen wäre ziemlich hoch.

 

Überraschende Erkenntnisse

 

Sind all diese Probleme überwunden, steht einem filmischeren Look nur noch die Gradation entgegen, also die Behandlung von Helligkeitswerten. Hierfür bieten die besseren Kameras so genannte "Cine-Gamma"-Einstellungen an, welche die Gradationskurve von Filmmaterial zumindest ein wenig simulieren. Will man einen längeren Film in dieser Kombination drehen, sind Tests absolut verpflichtend. Erst auf einem ordentlichen HD-Monitor kann man wirklich beurteilen, ob der Look den eigenen Vorstellungen entspricht. Besonders überrascht sind die Anwender von den Pflichten, die da plötzlich auf sie zukommen. Kein Autofocus mehr, sondern von Hand Schärfe ziehen ist angesagt. Willkommen in der Welt des professionellen Films: Ein geübter Kameraassistent muss unbedingt beim Dreh dabei sein. Und die netten TFT-Displays zum Ausklappen sind zu ungenau, um bei reduzierter Schärfentiefe noch scharf stellen zu können. Ein Kontrollmonitor muss unbedingt verwendet werden. Durch die umfangreichen Anbauten an die Kamera sind die leichten Steadicam-Systeme meistens nicht verwendbar.

 

Zeitenwende

 

Heute stehen zahlreiche Kameras mit großen Sensoren zur Verfügung, wodurch die 35mm-Adapter überflüssig geworden sind. Man findet sie ab und an noch in den einschlägigen Versteigerungs-Portalen zu Schleuderpreisen. Adapter, die einst 19.000 Euro gekostet haben, werden da für 200 bis 300 Euro verkauft. Doch wer braucht so etwas noch, wenn kleine Kameras ohne all die Nachteile der Adapter bessere Ergebnisse erzielen?

 

35 mm, jenes Format, von dem die Filmgeschichte berichtet, Herr Edison und Herr Eastman hätten durch simples Definieren eines Abstandes zwischen Daumen und Zeigefinger die Norm geschaffen, ist bis heute der De-Facto-Standard weltweit.

Allerdings bezieht sich dies nur auf die Breite und Perforationslöcher des Filmstreifens. Die Größen, in denen das Bild darauf aufgenommen wurde und wird, sind reich an Variationen.

 

35 mm altes Format (old silent frame)

Das ursprünglich geschaffene Format nutzte die Filmfläche maximal aus, denn auf dem Filmstreifen, der später durch den Projektor lief, musste nichts anderes untergebracht werden als das Bild. Die Notwendigkeit, auch eine Lichttonspur auf dem Film unterzubringen, kannte man damals noch nicht.

Die Kameras wurden mit der Handkurbel angetrieben und die Geschwindigkeit lag bei etwa 16 Bildern pro Sekunde. Klar, dass die ersten Projektoren ebenfalls mit der Kurbel angetrieben wurden.
Dass die Geschwindigkeit auf diese Weise gewissen Schwankungen unterworfen war, die auch von der Tagesform der Kameramänner oder  Vorführer abhingen, versteht sich von selbst.

 

 

35 mm Standard (Academy Frame)

Wie schon im vorigen Absatz angedeutet, änderte sich das Format mit der Notwendigkeit, einen schmalen Streifen für die Lichttonspur freizuhalten. Selbstverständlich galt es auch, zu den bisherigen Projektoren weitgehend kompatibel zu bleiben.

Das so genannte 35 mm Standard- oder auch Academy-Format wurde geschaffen, welches bis heute seine Gültigkeit behalten hat.

Das Projektionsverhältnis beträgt 1:1,37 (projected aspect ratio).

Mit dem Aufkommen der Breitwandformate in den 50er und 60er Jahren wurde das Höhen-Seiten-Verhältnis verschiedenlich beschnitten. So wurden schmalere Bildfenster in die Kameras eingebaut und beim Vorführen entsprechende Bildfenster in die Projektoren eingesetzt.Dabei setzten sich Bildformate von 1:1,66 oder 1:1,85 ja sogar 1:2 durch.

 

1:1,85 ratio

Wie man an nebenstehendem Beispiel für ein 1:1,85 Bild deutlich erkennen kann, wird gegenüber dem Standard Format sehr viel Fläche des Films verschenkt. Dieser Bereich wird in der Projektion ausgespart.

Die effektive Auflösung und damit die Bildqualität ist entsprechend schlechter.

 

 

 

Anamorphotisches Bild (Squeezed Image)

Den schmerzlichen Nachteil der verschenkten Aufnahmefläche korrigierten anamorphotische Verfahren wie Cinemascope.

Bei diesen wurde das Bild durch spezielle Objektive in der Kamera zusammengequetscht auf das klassische 35 mm-Standard-Format aufgenommen und im Projektor durch entsprechende Optiken wieder in die Breite entzerrt.

Auf dem Filmstreifen sehen die Objekte und Personen dann alle etwas dünn und langgezogen aus, in der Projektion (mit einem entsprechenden Projektor) aber völlig normal.

3D-Knowhow

3 D Rigs muss man sich nicht zwingend selber bauen, fertig konfektionierte Lösungen, wie diese von P&S erlauben komfortable Einstellungen

3D-Rigs muss man sich nicht zwingend selber bauen, fertig konfektionierte Lösungen, wie diese von P&S erlauben komfortable Einstellungen

Damit Sie nicht denken, bisherige Filme seien absolut flächig gewesen, haben wir bei den Abbildungen dieser Seite einige Gestaltungsmittel aufgezeigt, wie man auch in zwei Dimensionen Raum ausdrücken kann.

 

Doch inzwischen arbeitet die Industrie mit Hochdruck daran, echte Dreidimensionalität zu vermitteln. Das Drehen in 3 D bedeutet massives Umlernen für beinahe alle Departments am Set inklusive der Darsteller. Die Bildwirkung von 3 D beeinflusst beinahe Alles.

Warum wir dreidimensional sehen, kann man relativ leicht durch einen Selbsttest begreifen. Wenn man ein oder mehrere Objekte in unmittelbarer Nähe (ca 50cm bis 1 M) vor sich sieht, etwa die Gegenstände auf einem Tisch und man kneift abwechselnd mal das linke, mal das rechte Auge zu, so springen diese räumlich jeweils ein Stück nach links oder rechts.

 

In unseren Augen entstehen also jeweils zwei Bilder gleichzeitig, die durch den Abstand der Augen voneinander zustande kommen. Diesen Unterschied nennt man Parallaxe und genau diese wertet unser Gehirn aus um daraus eine Information über die Räumlichkeit zu gewinnen.

An der obigen Vorgabe, für unseren Test Dinge in geringem Abstand zu betrachten, erkennen Sie schon, in der Entfernung scheint etwas anders zu sein, dort nämlich ändert sich der Sichtwinkel immer mehr, je weiter entfernt

3-D Kamera ohne Spiegel-Rig

3-D Kamera ohne Spiegel-Rig

die Objekte sind. Die Abbilder auf unserer Netzhaut werden sich ähnlicher, der Plastizitätseindruck nimmt ab.

 

Das Prinzip der 3D Aufnahme beruht auf diesem Effekt, man versucht, zwei getrennte Aufnahmen des gleichen Objektes (oder Raumes) herzustellen, bei denen der Abstand der beiden Objektive etwa dem Augenabstand entspricht. Später muss man beim Vorführen nur noch dafür sorgen, dass die verschiedenen Aufnahmen auch jeweils getrennt dem linken bzw. rechten Auge des Zuschauers zugeführt werden.

 

Abstand halten

Dabei ist der genaue Abstand der Augen (=Kameras) veränderbar, man sollte den durchschnittlichen Augenabstand bei Menschen (6,5 cm) jedoch nicht überschreiten. Falls man das tut, besteht das Risiko, dass die abgebildete Welt und natürlich vor allem die so gefilmten Menschen irgendwie verkleinert werden, sie sehen dann wie Miniaturen aus.

Objekt in 3D-Perspektive

Objekt in 3D-Perspektive

Die Veränderbarkeit dieses Abstandes ist vor allem dann sinnvoll, wenn man etwa Objekte die recht nahe an der Kamera sind oder etwas Nahes und etwas Entfernteres gleichzeitig abbilden will. Dann ist es wichtig, den Abstand der Kameras zueinander zu verringern. Hier sind Konstruktionen die aus zwei nebeneinander liegenden Kameras bestehen, im Nachteil, irgendwann stoßen die Gehäuse aneinander, da sind die Grenzen schnell erreicht.

 

Hier haben sogenannte Spiegel-Rigs Vorteile, wo die Kameras räumlich voneinander getrennt angeordnet sind und beliebig verschoben werden können.

Nachteil der Spiegelrigs- durch den halbdurchlässigen Spiegel, in dem man die zwei Strahlengänge ineinander abbilden kann, ist der damit verbundene Lichtverlust. Bei diesen Rigs gibt es unterschiedliche Prinzipien, bei manchen werden die Kameras justiert, um die Bildkalibrierung vorzunehmen, bei anderen, was oft
komfortabler ist, der Spiegel.
Das ist einfacher und genauer.

Räumlichkeit in 2 Dimensionen durch die Luft-Atmosphäre. Was vorne noch schwarz ist, wird im Hintergrund immer heller und diffuser

Räumlichkeit in 2 Dimensionen durch die Luft-Atmosphäre. Was vorne noch schwarz ist, wird im Hintergrund immer heller und diffuser.

 

Schauspieler:

Die Erkenntnis, das jeder Umschnitt beim Zuschauer die Illusion kurz zusammenstürzen lässt bevor sie sich in der nächsten Einstellung wieder aufbaut, führt unweigerlich zu längeren Takes.

Außerdem verwendet der Zuschauer sehr viel Aufmerksamkeit auf die Räumlichkeit und die Objekte im Raum, dass die Konzentration weniger stark auf dem Spiel der Darsteller liegt. Entsprechend mehr Zeit ist notwendig, um Emotionen und Duktus der Schauspieler zu erfassen.

 

Kameraassi:

Kameras, die in einem 3D Rig angeordnet werden, müssen äußerst präzise aufeinander abgestimmt werden. Wenn sie auch nur eine Pixelreihe gegeneinander versetzt sind, wird der Sehgenuss für den Zuschauer unangenehm und der gewünschte Raumeffekt funktioniert schlechter.

Der Abstand zwischen den beiden Kameralinsen (interocular), der mehr oder weniger dem Augenabstand entsprechen sollte, hat großen Einfluss auf die 3D Wirkung und muss von Motiv zu Motiv anders eingestellt werden. Es hängt vor allem davon ab, welcher Art der Hintergrund ist, eher ruhig oder unruhig oder auch dazwischen.

 

Schärfeziehen wird zu einer eigenen Wissenschaft. Es geht noch viel mehr als beim konventionellen Dreh darum, von wo nach wo und vor allem auch mit welcher Geschwindigkeit scharf gezogen wird. Dabei muss die Schärfe wie ein dramaturgisches Werkzeug geführt werden, sie kann bei der Veränderung beschleunigen und wieder verlangsamen, steuert die Aufmerksamkeit des Zuschauers genau dorthin, wo es die Situation erfordert. Damit übernimmt sie, ähnlich wie die Kadrage so etwas wie das Umherschweifen des menschlichen Blicks, wenn er einen Raum betritt.

Plastizität kann man auch in 2 Dimensionen durch Licht und Schatten unterstreichen

Plastizität kann man auch in 2 Dimensionen durch Licht und Schatten unterstreichen

 

Kamera:

So seltsam es klingt, man gestaltet die Bilder nach anderen Kriterien. Gegenstände anzuschneiden kann Probleme machen. Der Ausschnitt muss nicht nur für eine, sondern für zwei Kameras stimmen und muss auch für die gesamten Abläufe der Einstellung, also Kamerabewegungen, Fahrten und Bewegungen der Darsteller passen.

Es sind vielfältige Dinge, welche man eigentlich nur aus der Projektionserfahrung zurückverfolgen kann, die Einfluss auf die 3 D Wirkung haben. Farbsättigung ist so ein Stichwort oder der Kontrastumfang.

 

Ausstattung:

Im normalen 2D Film gibt es diverse Tricks, um Räume größer oder kleiner wirken zu lassen, um nicht alles bauen zu müssen, was im Hintergrund zu sehen ist etc. Räumlichkeit im Kino reduziert diese Möglichkeiten dramatisch. Hintersetzer, die geprintet oder gar gemalt sind, werden in 3 D vom Zuschauer sofort als flächig enttarnt.

 

Auch die Arbeit mit Green oder Blue Screen ist in 3 D heikel. Bereiche, die man irgendwo sei es im Vorder oder Hintergrund stanzen möchte, können dafür sorgen, dass Bildebenen nach vorne oder hinten verschoben werden. Hier ist noch viel Erfahrung einzuholen um die Prozesse fehlerfrei abzubilden.

Räumlichkeit in 2 Dimensionen durch Objekte, die in die Tiefe immer kleiner werden,- hier Bäume oder Häuser

Räumlichkeit in 2 Dimensionen durch Objekte, die in die Tiefe immer kleiner werden,- hier Bäume oder Häuser

Regie:

Eine geringe, flache Tiefenschärfe und eine sehr bewegliche Schärfeziehung kann isolieren, kann bestimmte Elemente im Bild verknüpfen, andere ausschließen. Eine größere Schärfentiefe integriert den Zuschauer mehr in die Situation.

 

Man muss die Personen mehr verteilen in Vorder, Mittel und Hintergrund. Fahrten in die Szene hinein (also nach vorne, nicht seitlich parallel) verstärken den räumlichen Eindruck.

Was die Auflösung angeht, so sind Plansequenzen vorteilhaft. Zu viele kurze Einstellungen lassen den Zuschauer schwindlig werden, eine Erfahrung die schon viele 3D Betrachter schmerzlich machen mussten.

 

Licht:

Zunächst einmal kann es sein, dass das 3D Rig auf Grund der Konstruktion, etwa durch Strahlenteiler, schlicht und einfach die Hälfte des Lichts vernichtet. Oder anders ausgedrückt, man braucht doppelt so viel Licht wie in 2 D.

Farben suggerieren räumliche Tiefe in 2D - Während Vorne klare Rottöne zu sehen sind, kommen aus der Ferne nur noch blaue Farbeindrücke an. Rot, Orange oder Gelb werden durch die Atmosphäre weggefiltert

Farben suggerieren räumliche Tiefe in 2D - Während Vorne klare Rottöne zu sehen sind, kommen aus der Ferne nur noch blaue Farbeindrücke an. Rot, Orange oder Gelb werden durch die Atmosphäre weggefiltert

Auch mit dem Licht wird der Blick des Betrachters gesteuert. Licht und Schatten entscheiden mehr noch als im konventionellen Film, welche Bildelemente vom Zuschauer wahrgenommen werden sollen. Die Ausleuchtung, gerade auch durch die Kante, unterstützt durch Kostüm und Ausstattung, die mit Helligkeits- und Farbkontrasten arbeiten, helfen Figuren vom Hintergrund abzuheben.

 

Ausgeleuchtet wird vor allem unter dem Aspekt, wie die spätere Wirkung in der 3 D Vorführung optimal ist. Das bedeutet etwa, wenn der Film aus grauer Silberleinwand für Polfilter-Brillen gedacht ist, muss der Kontrast höher sein. Licht geht übrigens auch in der Projektion verloren. Zwei-Projektor Verfahren schlucken etwa 30 % durch die Vorsatz-Filter. Die meisten Systeme arbeiten mit einem Projektor, der abwechselnd die Bilder für das linke und rechte Auge auf die Leinwand wirft. Die Farb- oder Polfilter nehmen auch gut und gerne 50% der Helligkeit weg!

Ein besonders starker Effekt im 3 D Film ist Rauch oder Dunst. Er unterstreicht nicht nur die Räumlichkeit, er macht auch Schnittstellen etwas sanfter.

 

Post:

Im Schnitt sollte man versuchen, einen ruhigen Rhythmus zu wählen, sonst wird es dem Zuschauer unweigerlich übel.

Bei der Bearbeitung von Effekten sind Systeme gefragt, bei denen man nicht wie bisher üblich, erst das Bild für das linke Auge und dann für das rechte bearbeitet, sondern beide gleichzeitig. Sonst wird die Endbearbeitung zu einem aufwändigen Lotteriespiel, bei dem man immer erst in der Vorführung die Bearbeitungsfehler der Post bemerkt. Dafür sind neue, optimierte Sichtgeräte und Software erforderlich.

Räumlichkeit in 2 Dimensionen durch Diagonalen, die in das Bild hinein führen

Räumlichkeit in 2 Dimensionen durch Diagonalen, die in das Bild hinein führen

Diese Systeme erfordern leistungsstarke Hardware und ein Datenmanagement, welches die Recourcen schont. Längst nicht alle Programme sind heute in der Lage, die Möglichkeiten schneller Multicore Prozessoren auch tatsächlich zu nutzen. Auf diese Weise kann man gleichzeitig zwei Datenströme in HD (niemand dreht ernsthaft 3D in SD) bearbeiten, betrachten und ggf. ausspielen.

 

Die Farbkorrektur stellt eine besondere Herausforderung dar, denn nicht selten unterscheiden sich die beiden Videoströme in der Farbabstimmung. Oft sind Farbverschiebungen zwischen den beiden Kameras auszukorrigieren, die durch Fertigungstoleranzen der Objektive, der Kameras selbst oder wenn man auf Film dreht, der Filmemulsion oder des Kopierwerks verursacht sind.

Man sieht also, dass sich mit 3D eine Vielzahl anderer Arbeitsweisen aufzwingt und viel Erfahrung erforderlich ist, sich den Anforderungen zu stellen. Weniger noch als bei 2D lassen sich Fehler, die am Drehort begangen werden, nachträglich in der Postproduktion korrigieren. Der gesamte Nachbearbeitungsaufwand ist bei 3D Filmen mindestens verdoppelt.

 

Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

26-10--2019 12:00 pm - 27-10--2019 16:00 pm

09-11--2019 12:00 pm - 10-11--2019 16:00 pm

30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm