Drehtag 7

Letzter Drehtag

Noch eine letzte Anstrengung liegt vor den Filmstudenten der m-hmk. Diesmal soll die Vorhersage recht behalten, bereits früh am Morgen regnet es und die ausgefeilte Auflösung mit langen Schienenfahrten muss zugunsten einer Drehsituation unter dem trockenen Dach eines Wartehäuschens aufgegeben werden.

Kran

Kranfahrt an Gleis 14 bei strömendem Regen mit Movietech-Movie-Jib Leichtkran

Eine dennoch anspruchsvolle Kranfahrt mit dem Movie-Jib aus 2,50 Meter Höhe hinunter zu den sitzenden Protagonisten eröffnet die Szene, die am Ende des Drehbuches steht und die sehr emotional und eher leise gehalten ist.

Glücklicherweise gibt es wenigstens Wartehäuschen auf dem ansonsten unüberdachten Bahnsteig. So kann man wenigstens die Schauspieler im Trockenen agieren lassen.

Aus dem langen parallelen Gang wurde wegen der Wetterumstände ein Dialog auf der Bank im Wartehäuschen.

Der Regen belastet das Team, die Temperaturen scheinen ebenfalls gefallen zu sein, es gibt Niemand, der nicht friert.

Kurze Pausen um einen Kaffee im Imbissladen zu trinken, wirken zwischendurch wie Wiederbelebungsversuche. Das Team der Studenten arbeitet trotz des schlechten Wetters engagiert und nur teilweise unter Schirmen weiter. Denn die Schirme schützen zwar das Team, andererseits nehmen sie aber kostbares Himmelslicht weg, welches die Schauspieler dringend benötigen.

Drehseminar

Ohne Regenschutz für die Kamera geht gar nichts. Die Kranfahrt beginnt parallel zum Gleis in 2,50 Höhe und endet im Wartehäuschen auf ca. 60 cm Höhe

Außerdem sind die meisten mitgebrachten Schirme knallbunt und würden unschöne Farbeffekte in den Gesichtern der Schauspieler hinterlassen. Wieder was gelernt- Wenn Schirme am Set, dann sollten diese transparent oder weiß sein!

 

Regenschutz und Fernschärfe

Die Kamera wird durch einen Regenschutz vor Wasser geschützt, der aber zugleich die Bedienung behindert. Das Sucherbild muss der Kamerastudent deshalb am Akku-betriebenen Videomonitor beurteilen.

Da der Student, der heute die Schärfe zieht, nicht in 2,50 Metern arbeiten kann, wird die Schärfe mit Hilfe einer Kabel-Fernsteuerung mitgezogen.

Leider vergisst die HVX 200 bei jedem Ausschalten wieder die vorher auf der Fernbedienung oder dem Schärfering am Objektiv gemachten Einzeichnungen. Schon erstaunlich, was sich die Hersteller so alles einfallen lassen, um preiswertere profitaugliche HD Kameras von den teuren Schulterkameras zu differenzieren.

Drehseminar

Die Schärfe wird per Fernbedienung gezogen

Auch die Akkus scheinen die plötzliche Kälte nicht so sehr zu mögen. Heute muss deutlich öfter gewechselt werden. Und da kein Stromaggregat dabei ist, muss im Bahnhofsrestaurant das Ladegerät ans Netz gehängt werden. Der Produktionsleitungs-Student muss einmal mehr seine Überzeugungskraft beweisen.

 

Sensible Regie

Der Regiestudent des Tages arbeitet sehr intensiv mit den Schauspielern, blendet soweit es geht, das übrige Team aus und ist ganz nah bei seinen Filmfiguren. Die sogenannten Schauspielerregisseure sind aus diesem Holz geschnitzt. Sie rufen ihre Anweisungen nicht über das ganze Set, sie sprechen leise mit den Schauspielern.

Vielleicht werden auf diese Weise nicht alle Informationen an das restliche Team weitergegeben, doch das tolerieren die Kollegen. Eine sensible, leise, hoffentlich berührende Szene entsteht.

Der letzte Shot, eine Totale von den beiden Darstellern im Wartehäuschen, wird kurz bevor das Tageslicht gänzlich verschwunden ist, noch gedreht. Drehschluss und Abschluss des Drehseminars.

Drehseminar

Eine leise, der Szene angemessene sensible Regieführung bei der der Regiestudent vor allem als Spiegel der Schauspieler fungiert und immer wieder Hinweise und Vorschläge vorgibt
 

 

Drehschluss und Party

Die Besprechungsrunde am Abend fällt knapp und durchwegs positiv aus. Das ganze Team hat sich trotz widriger Witterung noch gesteigert. Alle sind erleichtert und machen sich mit vereinten Kräften ans Zusammenräumen des Equipments. Das Rückliefern hat man auf den nächsten Tag verlegt, schließlich ist für den Abend noch eine große Abschlussparty geplant. Dem Hörensagen nach soll diese bis in den frühen Morgen gedauert haben...

 

Fazit

Die kompakte und vor praktischer Anwendung nur so strotzende Lernerfahrung hat die Studierenden innerhalb von zwei anstrengenden und ihr Engagement fordernden Wochen um große Schritte voran gebracht. Ohne den Einsatz und Willen der Studierenden wäre dies nicht möglich gewesen.

Der Dank der Studierenden, der Professoren und der m-hmk gilt den Schauspielern, die sich bereit erklärt haben, mit den Studierenden zu arbeiten, gilt der Firma Movietech, die einen Leichtkran ausgeliehen haben, gilt der Bahn, welche die Außenaufnahmen, der Hausverwaltung welche das Innenmotiv ermöglicht haben. Dank auch der Herstellungsleiterin, Doris Wedemeier, die im Hintergrund die Genehmigungen eingeholt hat und allen Anderen auch Eltern, die dazu beigetragen haben, das Seminar so erfolgreich durchzuführen.

Nun sind alle gespannt auf die fertig geschnittenen Szenen, um über Schauspielführung, Licht und Kamera abschließend diskutieren zu können.