Veränderte Sonnen-Strategie

Entgegen der Wettervorhersage scheint auch heute die Sonne. Diesmal wird eine andere Strategie wegen der Sonne angewendet. Die m-hmk Filmstudenten haben ihren vorletzten Drehtag vor sich.

Da man mit bedecktem Himmel rechnen muss, wird gleich von Anfang an auf diese Lichtart geleuchtet, dass heißt, die gleißende Sonne wird zunächst mit dem großen Butterfly der Hochschule abgemildert.

Butterfly

Das hochschuleigene Butterfly wird aufgebaut, um das direkte und harte Sonnenlicht weicher zu machen

Dabei muss besonders auf eine sichere Aufstellung geachtet werden, so ein Sonnensegel mit ca. 9 qm Fläche ist ein verlockender Angriffspunkt für jede Windböe. Und in der Umgebung von Bahngleisen und Hochspannungsleitungen müssen deshalb extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dazu werden die Stative des Butterflys zusätzlich mit Seilen verspannt, damit ein sicherer Stand gewährleistet ist.

 

Schauspielführung

Eine weitere neue Darstellerin, Gabriele König, spielt mit Ben am Bahnsteig. Gabriele, die eine in Krise befindliche Promoterin spielt, geht analytischer an die Rolle ran und versucht aus den nicht immer sehr konkreten Anweisungen des Regiestudenten verwendbare Hinweise zu filtern.

Manche Kollegen spüren die leichte Unsicherheit und geben eigene Regieanweisungen,- keine vertrauensbildende Verhaltensweise und bei einem solchen Seminar nicht angesagt. Doch das bleiben zu vernachlässigende Ausnahmen.

Schauspielerin am Bahnsteig

Darstellerin Gabriele König muss laut Drehbuch, ihren Koffer auf dem Bahnsteig wieder einräumen

Der Regiestudent schlägt sich wacker und hier und da werden aus Unentschlossenheit klare Entscheidungen. Große Sicherheit erlangt man in diesem Berufsfeld einzig durch Erfahrung, dafür braucht es noch viele Drehsituationen wie diese.

Außerdem helfen die Schauspieler, die hervorragend aufeinander eingespielt sind, durch eigene Vorschläge und Angebote mit, sodass die Szene am Ende glaubwürdig und rund erscheint.

 

Späte Bewölkung

Bis zum Abend hält sich die direkte Sonne hartnäckig, erst die letzte Einstellung kann dann endlich mit bedecktem Himmel gedreht werden, bis dahin musste weitgehend auf Wolken gewartet oder mit Abdeckfahnen gearbeitet werden.

Bei der Einstellung in der Gesa am Boden hockt und ihren geöffneten Koffer wieder einräumt, wird das gleichmäßige, ja zu gleichmäßige Licht durch eine schwarze Abdeckfahne auf der einen Seite abgeschwächt, ein sogenannter "Negative Fill", der hilft, den gewünschten Kontrast zwischen Führungslicht und Aufhellung wieder herzustellen. Dadurch wirkt das Gesicht der Schauspielerin deutlich plastischer.

Drehseminar

Die Abdeckfahne rechts im Bild, sorgt dafür, dass die Aufhellung im Gesicht eine Blende unter dem Führungslicht (Reflektor) liegt

Doch auch die heutigen Einstellungen gelingen und sind bis zum Sonnenuntergang abgedreht.

 

Was war gut, was kann besser werden?

Bei der abendlichen Feedback-Runde gibt es vor allem kritische Worte, weil zum Arbeitsbeginn um 7:30 außer dem Kameraprofessor nur zwei Studierende pünktlich waren. Alle anderen, selbst die wichtigsten Departments kamen deutlich verspätet am Drehort an.

Wäre das Drehpensum hoch gewesen, hätte so etwas mit Sicherheit schwere Konsequenzen für die Qualität und/oder den Drehplan gehabt.

Sicher stecken allen die langen Drehtage und das frühe Aufstehen in den Knochen, doch das ist später Alltag im Beruf und letztlich die einzige Chance, den reduzierten Tageslicht-Zeiten im Spätherbst noch sinnvolle Drehtage abzuringen.