Die Hochschule

Filmstudenten der Münchner m-hmk bei Dreharbeiten am Münchner Hauptbahnhof

Als Akademie hatte die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (m-hmk) schon länger Erfahrungen mit Bachelor-Studiengängen, allerdings nicht in eigener Regie, sondern in Kooperation mit einer staatlichen Hochschule, welche die inhaltlichen Vorgaben machte. Besonders im Filmbereich bestand deshalb lange der Wunsch nach einer eigenen Studienordnung und eigenverantwortlichen Studiengängen.

 

Seit 2006 nun bietet die Hochschule nun eigene staatlich anerkannte Studiengänge Film & Fernsehen in den Fachrichtungen Regie, Kamera und Postproduktion in Köln und in München an. Dieser Artikel bezieht sich konkret auf den Standort München, gilt aber grundsätzlich genauso für den Film- und Fernsehstudiengang in Köln. Für die Akkreditierung durch das bayerische Kultusministerium wurde eine der modernsten Studienordnungen in diesem Bereich entwickelt - keine schlechte Grundlage in einem durch immer neue technische und gestalterische Entwicklungen mitgeprägten Studiengang. Interessanterweise trennt die m-hmk bei der Lehre nicht in Spielfilm und Dokumentarfilm, sondern betrachtet das Medium Film ganzheitlich und die gestalterische Form in Abhängigkeit von den Möglichkeiten und Gegebenheiten. Das Credo des Studiengangsleiters: Die ursächlich dem Dokumentarfilm eigene Recherche hilft, auch Spielfilmdrehbücher wahrhaftiger und intensiver auszugestalten. Und das dramaturgische Wissen aus dem Spielfilm hilft, Dokumentarfilme interessanter und emotionaler zu machen.

 

Kontaktaufnahme

Regie- und Kameraübung der m-hmk-Studenten

Die Studienberatung der m-hmk bietet regelmäßig Infoveranstaltungen, Open Classrooms und Special-Days an, bei denen man sich genauer über die Studiengänge informieren kann. Dazu gehören auch Führungen durch die umfangreichen Einrichtungen der Hochschule. Das Gebäude befindet sich unmittelbar neben der Theresienwiese und ist durch eine Drehtür zu betreten. Studentensekretariat und Studienberatung sind im ersten Stock, die Studiengangsleitung Film und Fernsehen im zweiten Stock. Im dritten Stock finden sich vor allem Schneideräume mit neuesten Mac-Pro-Rechnern, Avid Media Composern, Final CuPro, Tonschneideräume mit ProTools, MAZ-Räume, Tonaufnahmekabine sowie ein Fernsehstudio.

 

Am Haus gibt es übrigens auch die Studiengänge Medienmanagement, Journalismus und Mediendesign, was ganz praktisch ist, weil die Studierenden aus den verschiedenen Fachbereichen sich auf diese Weise bei ihren Projekten ergänzen können. Die Mediendesigner können für die Filmstudenten hochwertige Titel, Tricks und Animationen herstellen, die Medienmanager bei der Produktion der Übungsfilme helfen. Und natürlich helfen die Filmstudenten den anderen Studienrichtungen auch mit ihren Fähigkeiten.

 

Ausstattung

Technisch hat die m-hmk in den letzten Jahren enorm aufgerüstet. Im Kamerabereich sind von Super 16 Aaton XTR über drei HVX 200, fünf Canon-HDV-Kameras, auch klassische EB-Kameras in DVCAM, DVCPRO und Beta SP verfügbar. Eine große Steadicam sowie ein Husky-Dolly und Schienen runden das Equipment ab. An Licht sind von kleinsten Dedo-Lights über 4,8 und 12 Bank Fluorezenzlicht bis hin zu 4 KW Arri-Daylight alle Größen vorhanden und auch im Ton sieht es sehr gut aus. Hier sind professionelle Mikes, Korbwindschütze und digitale Rekorder im Einsatz. Um selbst auf Equipment, welches nicht im Hause verfügbar ist, schulen zu können (etwa große Kamerakräne, 35mm-Kameras etc.) arbeitet die m-hmk mit externen Dienstleistern zusammen.

 

Dozenten

Neben den festen Professoren vermitteln zahlreiche Profis aus der Film- und Fernsehbranche den Studierenden das nötige Know-how und die erforderliche Theorie, um möglichst rasch eigene Filme verwirklichen zu können. Bei den ersten Projekten sind zudem Profis als Betreuer dabei, um die ersten filmischen Schritte zu unterstützen. Was die m-hmk von anderen Filmhochschulen unterscheidet: Die Professoren sind ansprechbar, man muss nicht auf irgendwelche Sprechstunden warten, der Kontakt ist direkt und man erlebt die Profs auch in zahlreichen Vorlesungen. Zudem finden zahlreiche Dramaturgie-Besprechungen statt, um die eigenen Drehbuchentwürfe der Studierenden für die Drehs zu optimieren.

 

Bewerbung

Dreharbeiten zu Saitenwechsel, Übungsfilm 1 des Jahrgangs FF07

Die Bewerbung an der m-hmk läuft mehrstufig ab. Für den Studiengang Film & Fernsehen ist ein 90-minütiger schriftlicher Test abzulegen, in dem sowohl Allgemein- als auch Fachwissen abgefragt wird. Ferner muss eine Bilderserie (10 Bilder) zu einem gegebenen Thema abgeliefert werden. Die Ausführung ist frei, man kann also auch Zeichnungen oder Fotos abgeben. Außerdem kann man seine Begabung zusätzlich durch freie Arbeiten, die man der Bewerbung beifügt, belegen.

 

Die Bewerbungen werden nicht zentral zu einem festen Termin abgegeben, sondern laufend bis zum Ende der Aufnahmefrist. Ein Vorteil, bekommt man doch relativ schnell Bescheid, ob man aufgenommen wurde. Auch sind die Bewerberzahlen niedriger als an den staatlichen Filmhochschulen, die Chancen, aufgenommen zu werden sind dadurch besser. Das Studium dauert sechs Semester, das fünfte ist ein Praktikums-Semester mit Online-Begleitstudium. Gasthörer sind leider nicht zugelassen, dafür sind die Gruppen, in denen gelehrt und gearbeitet wird, zu klein.

 

Studenten

Wer Bachelor-Studiengänge nicht kennt, für den sind die straff organisierten 8-Stunden-Tage vielleicht ungewohnt. Aber anders kann man den vielen Stoff, den es braucht, um hochwertige Filme drehen zu können, nicht vermitteln. Auch die Klausuren und Projektarbeiten haben es durchaus in sich, aber nur wer wirklich etwas will, kann sich auch später in der Medienbranche verwirklichen. Auch die vielen Übungsprojekte fordern jede Menge Energie, Fantasie und Einsatz, manchmal auch abends und an Wochenenden. Ihre Filme präsentieren die Studierenden regelmäßig in Münchner Kinos, etwa dem Neuen Arena oder dem Rio Kino. Außerdem waren etwa Kinospots für "Hallo, München" oder "Sicher Wiesn" in zahlreichen Münchner Kinos im Einsatz, ein Spot für den BUND-Naturschutz ist demnächst zu sehen.

 

Der Studiengang ist jung, die ersten Abschlussfilme gab es Ende 2009 zu sehen, inzwischen gab es diverse Festivalpreise und Ausstrahlungen im Fernsehen, etwa bei arte und im Bayerischen Fernsehen. Und weil sich die Studierenden so "reinhängen" sind auch viele Absolventen bereits in der Branche angekommen. Es hat sich herumgesprochen, was die m-hmk- Filmstudenten so alles drauf haben.