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Für den unbekannten Hund
Kinostart: 08. November 2007
Scheinbar ohne Grund ermordet der zwanzigjährige Benjamin den
Landstreicher Schmiege, an einer verlassenen Tankstelle. Seine Tat bleibt
unbestraft und unerkannt. Benjamin wandert trotzdem in den Knast, allerdings
nur wegen eines aufgebrochenen Geldautomaten. Um seinem scheinbar sinnlosen
Leben und den Heiratsplänen seiner Freundin zu entfliehen, versucht er sich
das Leben zu nehmen. Eine Gruppe Handwerksgesellen retten ihm das Leben.
Überrascht von der neuen Lebensweise die ihm dort begegnet, lockt ihn nicht
zuletzt der Wunsch nach Freiheit mit der Bande auf Wanderschaft. Ein Leben
ohne Handy und warmen Schlafplatz scheit für Benjamin nicht gerade das
richtige zu sein, außerdem findet er unter seinen Kameraden nur schwer
Freunde. Nachdem dank Benjamin einer der Gesellen fast ums Leben kommt,
scheint sein Traum vom unbeschwerten Leben aus zusein. Doch Festus, ein
weiteres Mitglied der Zunft, nimmt sich dem Jungen an. Die beiden werden
Freunde und Festus erzählt Benjamin von seinem Freund Schmiege, der auf
ungeklärte Weise ums Leben gekommen ist. Bald findet Benjamin heraus, dass
es zwischen dem Landstreicher an der Tankstelle und Schmiege eine Verbindung
gibt. Zum ersten Mal in seinem Leben merkt er, was er heißt Reue zu
empfinden.
Zu Beginn des Filmes ist es dem Zuschauer unmöglich zu erahnen in welche
Richtung die beiden Regisseure ihren Film treiben lassen. Vor allem die
unterschiedlichen Musikuntermalungen, die teilweise unpassend zur Handlung
erscheinen, geben dem Film einen völlig andern Stil, als die teilweise
ergreifend ehrlichen Bilder der Hauptdarsteller. Auch wenn so manche
Schauspielkunst zu wünschen übrig lässt, so ist es den beiden Regisseuren
doch gelungen, einen sehr menschlichen und realistischen Film zu drehen, der
trotz emotionaler Momente keine Sekunde Zeit für überflüssigen Kitsch
lässt. Der durch Gleichgültigkeit unterstrichene Mord des 20 jährigen
Bastians, steht charakterisierend für die immer häufigeren Gewalt-Exzesse
im deutschen Osten. Mit diesem Tabuthema wagen sich Dominik und Benjamin
Reding auf dünnes Eis, denn es scheint als ob die zusätzlichen
Kamera-Effekte, dramatischen Musik Einlagen und schwarz-weiß Bilder eher vom
Thema ablenken. Auch wenn die Regisseure sich damit Rechtfertigen nicht
langweilig wirken zu wollen, so muss man doch bedenken, dass Sie in ihrem
Film Kritik an der Gleichgültigkeit üben, mit der manche Jugendliche
Gewalttaten gegenüberstehen. Deshalb hätte es mir besser gefallen, die
Dialoge und Bilder für sich selbst sprechen zu lassen, anstatt den Film
durch den nötigen Schnickschnack in eine völlig andere Richtung zu leiten.
Gesehen von Christine Schäfer
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