Objektive

Linsengehäuse

Festbrennweite_Objektiv

Die Linsen eines Objektivs und die Irisblende sind in Gehäuse gefasst, die aus Metall und/oder Kunststoff bestehen. Am hinteren Ende befindet sich der Objektivanschluss, mit dem die Optik an der Kamera befestigt wird. Es gibt unterschiedliche Normen, C-Mount, PL-Mount oder Arri-Stahlbajonett sind gängige Systeme professioneller Kameras.

Wie bei den Fotoobjektiven, wo die Hersteller das Austauschen der Objektive durch unterschiedliche Normen erfolgreich verhindern, kann man auch beim Film die unterschiedlichen Anschlüsse untereinander nicht austauschen. Es gibt allerdings Adapter, die falls es das Auflagemaß der Kamera erlaubt, in manchen Fällen dennoch einen Austausch erlauben.

Es versteht sich von selbst, dass die einzelnen Linsen bei der Herstellung mit großer Sorgfalt entstehen, um eine hohe Güte zu erreichen.

 

Die Bestandteile von Glas

  1. Glasbildner: Siliciumdioxyd, auch Borsäure und Phosphorsäure
  1. Flussmittel: Carbonate, Nitrate oder Sulfate
  1. Stabilisatoren: Blei, Zink, Cadmium, Lanthan

 

werden bei Temperaturen von 1200-1500 Grad in Platintiegeln geschmolzen. Für die Herstellung optischer Linsen stehen über 200 unterschiedliche Glassorten zur Verfügung.

 

Schärfe

Den unterschiedlichen Objektiven entsprechend kommen auch ganz unterschiedliche, optimierte Gläser zur Verwendung. Mechanisch ist mindestens eine Linse im Objektiv beweglich und kann durch einen so genannten Schneckenmechanismus durch Drehen des Schärfenrings näher oder weiter zum Brennpunkt hin verschoben werden. Das ist wichtig, damit man scharf stellen kann.

Und da es beim Film kein Autofokus gibt und der Kamerassistent von Hand die Schärfe einstellt und gegebenenfalls auch bei laufender Kamera verstellt (etwa wenn sich die Schauspieler oder die Kamera bewegen), ist für ein hochwertiges Objektiv auch der mechanische Aufbau und der Einstellweg für die Schärfe sehr wichtig.

 

Schärfeskala

Die Skala für die Scharfeinstellung benötigt im Nahbereich in der Regel proportional einen viel längeren Weg, als etwa im Bereich ab 2 Meter. Während man für eine Entfernungsveränderung um 2 Metern von 8 bis 10 Metern nur ganz wenig am Einstellring verändern muss, nimmt der gleiche Unterschied im Nahbereich fast die halbe Skala in Anspruch. Daran kann man indirekt bereits erkennen, dass der Schärfentiefebereich in größerer Entfernung größer ist, als im Nahbereich. Das Symbol am rechten Ende der Skala (liegende Acht) bedeutet „unendlich“. Die Angaben auf dem Schärfering unterscheiden sich abhängig vom Hersteller und Baujahr im Layout und in der Skala. Bei einer Normaloptik könnte sie etwa so aussehen:

 

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Blendenskala

Der zweite Einstellring am Gehäuse kontrolliert die eingebaute Irisblende und damit die Lichtmenge. Manche Objektive bieten hier ein leichtes mechanisches Einrasten bei den einzelnen Blendenwerten an, andere laufen kontinuierlich durch.

Am Blendenring erkennt man sogleich am kleinsten Wert (größte Öffnung) die Lichtstärke des Objektivs. Die so genannte T-Blende (Transmissionsblende) bezeichnet die Lichtstärke. Entsprechend der bereits im Abschnitt Blende erläuterten Blendenreihe, könnte die Beschriftung unseres Objektivs so aussehen:

 

T1

1,4

2

2,8

4

5,6

8

11

16

22

32

45

 

Das vorliegende Objektiv ist, wie man am Blendenring ablesen kann, mit einer relativen Öffnung von T1 eine sehr lichtstarkes. Man bezeichnet solche Objektive als High-Speed-Optiken. Sie sind sehr teuer, erlauben dafür aber das Drehen mit wenig Licht (Kerzenlicht etc.).

 

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