Einstellungsgrößen

Darstellung der Welt...

 

Extrem groß
Extrem groß
 
Großaufnahme
Großaufnahme
Nahe
Nahe
Halbnahe
Halbnahe
Amerikanisch
Amerikanisch
Halbtotale
Halbtotale
Totale
Totale
Extreme Totale
Extreme Totale

 

 

Obwohl es in der Filmgeschichte unendlich viele Versuche gegeben hat, die Einstellungsgrößen zu variieren, landen doch so gut wie alle Filme im Wesentlichen immer wieder bei den „klassischen“ Größen.

Dies hat sicherlich mit unserer Wahrnehmung, unserem Gesichtskreis, unseren Seherfahrungen zu tun. Denn auch vor der Erfindung der Fotografie oder des Filmes wurden tausende von Jahren in der bildenden Kunst ähnliche Größen bei der Darstellung der Welt und ihrer Lebewesen verwendet.

Überhaupt ist es erstaunlich, wie viel wir von der Tableaumalerei vor allem der vergangenen 500 Jahre in Sachen Bildgestaltung lernen können.

 

Größen in Folge...

Was aber den Film in dieser Hinsicht von allen anderen Kunstformen unterscheidet, ist die direkte Verbindung verschiedenster Größen in Folge, d. h. im Fluss der erzählten Handlung.

Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Größen aufeinander und ihre Wechselwirkungen verstärken die jeder Einstellungsgröße innewohnende Bedeutung.

Für die Auflösung einer jeden Szene sollte man sehr genau wissen, welche Wertigkeit die Einstellungsgrößen haben und wie man sie möglichst optimal einsetzt, um die Stimmung, Dramaturgie und Folgerichtigkeit optimal zu treffen.

 

Wertigkeiten

Natürlich kommt es, was die Aufgabe jeder Einstellung angeht, auf deren Platzierung innerhalb der Szene und natürlich den Bildinhalt an. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Aufgaben, die für die verschiedenen Einstellungsgrößen in den meisten Fällen zutreffen. Es sind allgemeingültige Bewertungen, die zwar nicht zwingend, jedoch naheliegend sind.

  •  

    -Extreme Totale (Long Shots): Sie zeigt Menschen oder Landschaften aus großem Abstand.

  •  

    -Totale (Wide Shot): Sie führt die Örtlichkeit und / oder die Handlung ein.

  •  

    -Halbtotale (Full Shot): Sie zeigt einen Menschen von Kopf bis Fuß oder ein Objekt vollständig. Sie kann eine Person einführen oder sie begleiten.

  •  

    -Die Amerikanische (Three Quarter Shot): Sie zeigt den Menschen vom Knie an aufwärts und verdankt ihren deutschen Namen der häufigen Verwendung bei Duell-Szenen in Western-Filmen. Filmheld, Halfter, Colt und die "ziehende" Hand konnten nur in dieser Einstellung vernünftig ins Bild gesetzt werden.

  •  

    -Die Halbnahe (Medium Shot): Sie zeigt den Menschen von der Hüfte an aufwärts. Sie zeigt uns mehr von der Handlung und lenkt unser Interesse auf eine Person.

  •  

    -Die Nahe (Head & Shoulder): Sie ist die am häufigsten für Dialoge oder in Interviews verwendete Größe. Wir stellen damit mehr Nähe zur Filmfigur her, können ihr Verhalten, ihre Aktionen und Reaktionen zeigen.

  •  

    -Kopf (Close-Up): Sie zeigt den Kopf oberhalb der Schultern und erlaubt eine größere Annäherung an die Filmfigur. Irgendwie ein Mittelding zwischen der Nahen und der Großen. Eine eher im Videobereich verwendete Größe.

  •  

    -Großaufnahme (Extreme Close-Up): Kinn und Stirn sind angeschnitten. Keine belanglose Größe, sondern eine besonders dichte, die man mit Bedacht einsetzen sollte. Sie kann innere Zustände und Emotionen besonders intensiv, vielleicht fast zu formatfüllend abbilden.