TN:Ton

Neue Funkstrecken von Sennheiser

Unter dem Namen AVX bringt Sennheiser neue Funkstrecken auf den Markt, die vor allem klein, kompakt, stromsparend und dank des Frequenzbandes auch anmeldefrei sein sollen. Dabei sind die Empfänger so klein, dass sie direkt in die XLR-Buchse der Kameras oder Digitalrekorder eingesteckt werden können. Die Empfänger erkennen an der Phantomspeisung der Kamera, ob diese ein- oder ausgeschaltet ist. Wenn die Kamera aus ist, werden auch die Empfänger runtergefahren. Auch die Sendeleistung wird angeblich automatisch an die Entfernung und Raumsituation angepasst, eine Technik, die hilft, weiter Akkuenergie zu speichern. Betrieben werden die Funkstrecken übrigens mit Li-Ionen-Akkus, die über USB aufgeladen werden. Als Frequenzband gibt der Hersteller den 1,9 GHz „DECT“-Frequenzbereich an, der anmeldefrei sein soll. Die Frequenz wird vom Gerät selbst gewählt, der Anwender braucht nicht mehr selbst nach freien Frequenzen zu suchen, das übernimmt die Funkstrecke automatisch.

 

Digitalmikrofone

Digitalmikrofone liegen im Trend, auch wenn die verwendeten Druckradienten-Kapseln nach wie vor analog arbeiten, der Schall wird wohl (glücklicherweise) auf immer und ewig analog bleiben. Natur ist Natur. Doch wenn in die Mikrofongehäuse bereits die Digitalwandler integriert werden, kann man die Signale weitgehend störungsfrei zum Mischpult oder Aufnahmerekorder leiten.

Außerdem kann man, wie der Hersteller Schöps mit seinem Super CMIT-Mikrofon beweist, auch sehr spannende Funktionen in ein solches Digitalmikrofon integrieren. 

 

Nach einem ähnlichen Verfahren, wie es die sogenannten Pilotenkopfhörer verwenden - die Beimischung äußeren Lärms phasengedreht zum eigentlichen Audiosignal (dadurch wird der Umgebungslärm reduziert) wird hier durch eine zweite Mikrofonkapsel diffuse Schallanteile (Seite und hinten) herausgerechnet und dadurch die gewünschte vordere Schall (diskreter Schall) stärker hervorgehoben. 

 

Noch gibt es kaum Mischpulte, geschweige denn Rekorder, die die notwendige digitale Phantomspeisung liefern und das Signal verarbeiten können. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, die großen Anbieter stehen schon in den Startlöchern.

 

Auro 3D

Nicht alle Kinobetreiber sind glücklich bei dem Gedanken, in das neue Dolby Atmos sehr viel Geld investieren zu sollen. Bis zu 64 diskret ansteuerbare Boxen im Kinoraum oder in reduzierter Form zuhause im Wohnzimmer, das ist schon ein ziemlicher Aufwand. Nun schickt sich ein alternatives Tonsystem, bei dem ebenfalls der Luftraum über den Köpfen der Zuschauer bespielt wird, an, Dolby Konkurrenz zu machen.

 

Auro 3D wurde von dem belgischen Filmton-Spezialisten Wilfried van Baelen entwickelt und wird über den Beamer-Hersteller Barco vertrieben. Das Tonverfahren erweitert bisherige Surround-Systeme auf bis zu 13.1 Kanäle. Aktuell wird mit 11.2 gearbeitet, wobei fünf Tonkanäle deutlich weiter oben angebracht sind und einer sogar mittig über den Köpfen der Zuschauer. Das amerikanische Produktionshaus Dreamworks will zukünftig seine Filme in diesem Verfahren herausbringen. Man darf gespannt sein, ob Auro 3D gegen den Kino-Dinosaurier Dolby Land machen kann. Noch ist die Zahl der in Auro 3D hergestellten Filme eher klein, in Deutschland etwa war dies 2014 gerade mal "Wir waren Könige", aber das ist auch ein sehr kleiner Markt.

 

4MinX 

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Ein neuer Soundrekorder schickt sich an, die Welt von Sound Devices, Aaton, Nagra & Co etwas aufzumischen. Die französische Firma AETA bringt derzeit ihren 6-Spur-Rekorder 4MinX heraus, der eine Kombination aus Location-Mixer und Harddisk-Rekorder darstellt.

Damit ist neben dem Sound Devices ein weiteres Gerät am Start, welches über seine AES 42 Digitalschnittstelle auch digitale Phantomspeisung (10 Volt Gleichspannung, also anders als die übliche analoge Phantomspeisung von 48 Volt) anbietet, wodurch das momentan bei Tonleuten sehr hippe Schoeps SuperCMIT direkt ohne zusätzliches Speiseteil betrieben werden kann.

Der Rekorder verfügt über zwei hochwertige Mikrofonvorverstärker als analoge XLR-Eingänge, sowie über jeweils zwei digitale AES-42-Eingänge (die je zwei Kanäle verwalten, also über einen XLR-Anschluss werden zwei Kanäle digital transportiert), insgesamt können also maximal sechs Eingänge genutzt werden, wenn man über die entsprechenden Mikrofone (die wie im Fall des Schoeps CMIT recht teuer sind) verfügt.

 

Vom Design her sieht das Gerät recht robust aus, die Bedienelemente sind wettergeschützt, so auch das 3 Zoll große Display zur Anzeige von Pegel und Geräteinformationen. Zeichnet man in Stereo auf, so sollen bis zu 50 Stunden Aufnahme auf SDHC-Speicherkarte oder USB-Stick möglich sein.

 

Ähnlich wie bei Sound-Devices üblich kann man das Gerät in verschiedenen Ausführungen, als reiner Mischer, als Rekorder mit zwei bis (je nach Ausführung und Preis) zu acht Spuren erhalten.

Zubehör ist ebenfalls reichlich vorhanden, eine praktische Tragetasche, externe Tastaturen, auch in deutscher Belegung und viele Erweiterungsoptionen runden das Gerät ab.