Wie ein Bild zwischen zwei Spiegeln, wird auch
der Schall zwischen parallelen Wänden vervielfacht.
Was den sphärischen Klängen der Gesangssternchen hilft, wird auch beim Film
immer wieder gern gehört. Die Verzweiflung der in einer TV-Movie-Höhle
Eingeschlossenen klingt nur mit Hall so richtig verzweifelt. Und wenn die
Film-Heidi auf der Alm dem Alpöhi hinterher ruft, ist schon ein gewaltiges
Echo angesagt.
In der Frühzeit des Tonfilms
und des Rundfunks wurde Hall übrigens in eigenen Hallräumen aufgenommen.
Das waren große, längliche gekachelte Räume, in denen sich eine
Lautsprecherbox (Abhörmonitor) und ein Mirkofon
auf Stativ befanden. Über den Lautsprecher wurde das vom Tonstudio stammende
Tonsignal (z.B. Stimme, Geräusche etc.)
abgespielt, mit dem Mikrofon wieder aufgenommen
und ins Tonstudio zurückgeführt. Der Abstand zwischen Box und Mikrofon
veränderte den Halleffekt. Heute kann man sich derlei architektonische
Feinheiten sparen, Hall und Echo werden heute elektronisch erzeugt.
Hall entsteht dadurch, dass Schall von Wänden
oder sonstigen Hindernissen reflektiert wird und auf Umwegen nochmals beim
Hörer ankommt. In Räumen wird der Schall von allen Seiten reflektiert und
dadurch recht oft zum Hörer zurückgeworfen, bis seine Energie aufgebraucht
ist und er verebbt. Man spricht in diesem Zusammenhang von Direktschall
(von der Quelle direkt zum Hörer) und Diffusschall (Reflexionen/Hall).
Das Verhältnis von Direkt- zu Diffusschall bestimmt, wie weit entfernt
uns ein Klang erscheint. Ein Klang ohne Hall drängt sich in den Vordergrund,
während ein höherer Hallanteil eine größere Entfernung der Schallquelle
suggeriert. Wichtig für die Richtungswahrnehmung sind die ersten
Reflektionen (Early Reflections). Die
Schallquelle wird in der Richtung geortet, wo die ersten Reflektionen
herkommen.
Mit
einem Hallgerät lässt sich akustisch eine Raumsituation künstlich
herstellen. Das ist für eine realistische Darstellung von Klangereignissen
deshalb wichtig, weil der Klang von Tönen, Stimmen und Geräuschen stark von
der Beschaffenheit des umgebenden Raums abhängt. Es kann über das Ohr
wahrgenommen werden, wie groß ein Raum ist, ob er vollgestopft oder leer
ist, aus welchem Material er besteht, usw. Bei Nachvertonungen sollte deshalb
versucht werden, den sichtbaren Filmraum akustisch möglichst genau
nachzubilden.
Einstellungsmöglichkeiten :
Hallanteil
– Bestimmt das Mischungsverhältnis von Originalsignal
(Direktschall) und bearbeitetem Signal (Diffusschall) in %.
Hall-Algorithmen
– Oft kann man zwischen einigen unterschiedlich
klingenden Hall-Algorithmen auswählen, die Namen tragen wie „Medium
Room“, „Plate Hall“, o.ä.
Nachhallzeit
– Die Zeit vom Einsetzen bis zum Verklingen des Halls
(in ms). Sie ist abhängig von der Raumgröße und davon wie viel
reflektierende Flächen im Raum vorhanden sind.
Delay
– Je größer der Raum, desto länger dauert es bis der
Schall von den Wänden zum Hörer zurückgeworfen wird und um so größer
ist die Verzögerung des Halls gegenüber dem Originalsignal. Die
Verzögerungen sind oft gar nicht bewusst wahrnehmbar und beeinflussen
trotzdem den Raumeindruck und die Richtungswahrnehmung
. Es lohnt sich deshalb die Verzögerung richtig einzustellen (in ms).
High-Cut
- Wenn Schall vielfach reflektiert wird oder auf
dämmende Materialien trifft, verliert er als erstes hohe Frequenzen. Tiefe
Frequenzen haben mehr Energie, können sich besser durchsetzen und weitere
Strecken zurücklegen , so dass sie auch längere Nachhallzeiten erreichen.
Dadurch wird der Hall meistens dumpfer als das Originalsignal, was mit einen
High-Cut Filter für den Hall eingestellt werden kann. (Cut-Off-Frequenz in
Hz)
Obwohl Echos in freier Wildbahn eher selten vorkommen, sind die
Effektgeräte zur künstlichen Herstellung von Echos um so verbreiteter. Sie
kommen vor allem bei der Musikproduktion zum Einsatz. Es wird dabei das
Signal mit einer Verzögerung ein oder mehrmals wiederholt.
Einstellungsmöglichkeiten
Mix
– Lautstärkenverhältnis zwischen Originalsignal und den
Wiederholungen
Delay Time
– Zeit nach der das Signal Wiederholt wird (in ms)
Feedback
– Bestimmt die Anzahl der Wiederholungen (in %)
High-Cut
– Wie beim Hall, verliert auch beim Echo der Schall an
Energie, was als erstes die hohen Frequenzen betrifft. Um ein natürliches
Echo herzustellen, lassen sich die hohen Frequenzen pro Wiederholung
Dämpfen. (Cut-Off-Frequenz in Hz)