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Die Praxis besteht aus einer Sammlung an Details

Kostüme

Die Bandbreite, was ein Kostüm so kosten kann, ist gigantisch

 

Wer in einer konkreten Produktion steckt, spürt ganz unmittelbar die Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis. Wurde an alles gedacht und waren die kalkulierten Beträge realistisch? Jedes Department bekommt ein gewisses Budget zugewiesen, welches sich aus der Vorkalkulation ergibt, die die Produktion erstellt. Dabei hilft die Erfahrung sehr, grobe Einschätzungen vorzunehmen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn ungewohnte Prozesse wie historische Kostüme, Uniformen oder auch künstlerisch bearbeitete Materialien ins Spiel kommen. In diesem Fall muss man besonders genau recherchieren.

Oft genügt es dabei nicht, nur die reinen Material- oder Mietkosten zu betrachten. Auch Änderungen, Anproben, Anpassungen, Alterungen, Färbungen oder Reparaturen können erhebliche Zusatzkosten verursachen. Gerade bei historischen Stoffen oder aufwändigen Fantasy-Produktionen entstehen viele Arbeiten erst während der Vorbereitung oder sogar noch während der Dreharbeiten.

Ein gutes Kalkulationsprogramm ist zugleich auch eine Checkliste der wichtigsten Positionen innerhalb der Herstellungskosten. Es erlaubt zudem, den Effekt von Umschichtungen kalkulierter Beträge unmittelbar abzulesen. Dadurch können Produzenten frühzeitig erkennen, welche Auswirkungen kreative oder organisatorische Entscheidungen auf das Gesamtbudget haben.

 

Beispiel: Kostüme

Anlage 186 erfasst die Kosten für jene Kostüme, die gekauft werden müssen. In den blauen Eingabefeldern wird angegeben, wie viele Darsteller jeweils mit gekauften Kostümen zu welchem geschätzten Pauschalwert eingekleidet werden sollen. Die Summen finden sich in der rechten Spalte.

Anlage 187 erfasst in gleicher Weise die Kosten für Kostümverleih. Hier werden entsprechend Tagesmietpreise oder Pauschalen kalkuliert.

In der Praxis wird häufig eine Mischung aus Kauf, Anfertigung und Verleih verwendet. Während zeitgenössische Kleidung oft kostengünstig beschafft werden kann, müssen historische Gewänder oder spezielle Uniformen häufig eigens hergestellt oder aufwendig angepasst werden. Für Hauptdarsteller werden zudem oftmals mehrere identische Kostüme benötigt, etwa für Stunts, Verschmutzungen oder wetterbedingte Wechsel.

Auch der Aufwand für Garderobieren, Reinigung, Transport und Lagerung sollte nicht unterschätzt werden. Gerade bei längeren Dreharbeiten können diese Positionen einen spürbaren Anteil der Gesamtkosten ausmachen.

 

Ausstattung und Technik

So sehen die Zusammenfassungen für ein paar Kalkulationsposten im Bereich Ausstattung und Technik aus. Insgesamt gibt es etwa 40 A4-Seiten mit Einzelpositionen, die für einen Spielfilm komplett kalkuliert werden müssen. Sie sind weitgehend standardisiert und können von Produzenten, Fördergremien oder Redakteuren gleichermaßen gelesen und verstanden werden.

Die Ausstattung umfasst dabei weit mehr als Möbel und Dekorationen. Requisiten, Set-Dressing, grafische Arbeiten, Spezialanfertigungen, Fahrzeuge im Bild oder auch Tiere müssen oft gesondert kalkuliert werden. Je stärker sich die Handlung von der Gegenwart entfernt oder je außergewöhnlicher die Welt eines Films ist, desto höher wird in der Regel der Aufwand für Ausstattung und Kostüm.

Zwischen den Departments bestehen dabei zahlreiche Abhängigkeiten. Entscheidungen der Regie, Kamera oder Motivabteilung können unmittelbare Auswirkungen auf Ausstattung, Kostüm und Maske haben. Deshalb werden die Kalkulationen während der Vorbereitung immer wieder angepasst und aktualisiert.

 

Auch die folgenden Seiten entstammen dem Kalkulationsprogramm CineCalc.

 

Kalkulation Ausstattung 1600

 

Thema: Produktion Dieser Beitrag gehört zum Themenbereich Produktion. Mehr zur Produktion
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