
Mobilität am Set
Vor, bei und nach Dreharbeiten werden in der Regel viele Fahrzeuge benötigt, weit mehr, als die regulären Firmenwagen einer Filmproduktion. Diese müssen selbstverständlich kalkuliert und auch von den Versicherungen und vom Benzin-, Diesel- oder Stromverbrauch her möglichst genau vorab eingeschätzt werden.
Die Fahrzeuge dienen dabei nicht nur dem Transport von Personen. Kameratechnik, Licht, Ton, Ausstattung, Requisite, Kostüme und Catering müssen häufig über weite Strecken zu den Drehorten gebracht werden. Gerade bei Außenaufnahmen oder wechselnden Motiven kann der logistische Aufwand erheblich sein.
Welche Fahrzeuge werden benötigt?
Je nach Größe der Produktion kommen sehr unterschiedliche Fahrzeugtypen zum Einsatz. Bei kleineren Produktionen reichen oft PKW, Kleinbusse und Transporter aus. Größere Spielfilm- oder Serienproduktionen benötigen dagegen häufig zusätzlich LKW für Technik und Ausstattung, Maskenmobile, Wohnmobile für Darsteller, Produktionsfahrzeuge, Generatorfahrzeuge oder spezielle Kamerafahrzeuge.
Auch Motivfahrzeuge, die im Film selbst zu sehen sind, müssen kalkuliert werden. Dabei können neben den Mietkosten zusätzliche Kosten für Fahrer, Transport, Reinigung oder Umbauten entstehen.
Kosten realistisch einschätzen
Bei der Kalkulation werden nicht nur die Mietpreise der Fahrzeuge berücksichtigt. Hinzu kommen Kraftstoffkosten, Versicherungen, Mautgebühren, Parkgebühren, eventuelle Fährkosten sowie die Kosten für Fahrer. Gerade bei längeren Drehzeiten oder weit auseinanderliegenden Drehorten können diese Nebenkosten einen erheblichen Anteil des Budgets ausmachen.
Moderne Produktionen achten zunehmend auf die tatsächlichen Fahrleistungen. Während früher oft pauschale Kilometeransätze verwendet wurden, ermöglichen digitale Dispositions- und Produktionssysteme heute eine wesentlich genauere Planung der Transportwege.
Diese Beispielseite des Kalkulationsprogramms Cinecalc ist eine aus der Vielzahl von Anlagen und Unterseiten zum Bereich Produktion. Abgesehen von Fahrzeugen im Bild entstehen allein für Transportmittel einige Kosten:

Nachhaltigkeit und Elektromobilität
Auch ökologische Aspekte spielen bei aktuellen Filmproduktionen eine immer größere Rolle. Viele Produktionen versuchen, unnötige Fahrten zu vermeiden, Fahrgemeinschaften zu organisieren oder auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dadurch lassen sich nicht nur Emissionen reduzieren, sondern häufig auch Betriebskosten einsparen.
Dennoch müssen bei Elektrofahrzeugen Ladezeiten, Ladeinfrastruktur und Reichweiten sorgfältig in die Planung einbezogen werden. Insbesondere bei abgelegenen Motiven kann dies eine zusätzliche Herausforderung darstellen.
Reserve einplanen
Wie bei vielen Bereichen der Filmproduktion empfiehlt es sich, bei Fahrzeugen eine gewisse Reserve einzuplanen. Unvorhergesehene Motivwechsel, zusätzliche Transporte oder technische Ausfälle können kurzfristig weitere Fahrzeuge erforderlich machen. Eine zu knapp kalkulierte Transportlogistik kann schnell zu Verzögerungen am Set führen und dadurch deutlich höhere Kosten verursachen als die ursprünglich eingeplanten Fahrzeugbudgets.
