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Totgeglaubte leben länger Damit hat eigentlich niemand mehr gerechnet, dass Kodak nachdem die früher verfügbaren Kodachrome 40, Ektachrome 64 und 160 in Super 8 Kassetten eingestellt wurden, noch einmal neue Super 8 Materialien auf den Markt bringen würde. Und doch aus den USA wird gemeldet, dass ein neues Material, der Ektachrome 100D auf dem Markt ist. Endlich werden den noch immer vorhandenen Fans des schmalen Formates die Segnungen aktueller Filmemulsionen nicht mehr vorenthalten. Das neue Material kommt mit Tageslicht-Sensibilisierung daher, wer also bei Tageslicht dreht, muss nicht eine ganze Blende verschenken, nur um die Farbtemperatur anzupassen. Man kann ohne den unschönen 85er Filter bei Tageslicht drehen.
Bei Tageslicht stehen also volle 100 ISO/ASA zur Verfügung, mit Daylight- Fluoreszenzleuchten sind es 80 ISO/ASA und mit 80 A Filter zur Anpassung an Kunstlicht sind es aber nur 25 ISO. Die ersten Tester berichten über hervorragende Farbsättigung, neutrale Farben, feines Korn und eine Schärfe, die weit über den bisherigen Super 8 Umkehr-Materialien liegt. Entwickelt wird das Material im normalen Kodak E6 Prozess. Und auch der Preis von etwa 15 Euro (ohne Entwicklung) wird die Anwender freuen, das liegt deutlich unter den Preisen individuell befüllter Kassetten diverser Anbieter. Laut Herstellerangaben ähnelt der Film in seinem Verhalten dem Kodak Professional E 100 VS Material sowie dem Kodak Elite Chrome. Beides Materialien, welche Freunde der analogen Fotografie seit einiger Zeit kennen und schätzen. Von der Schärfeleistung soll das Material dem Vision-Kinefilm entsprechen. Wie alle Umkehr (Reversal) Materialien, arbeitet auch der 100D steiler, dass heißt er hat eine höhere Dichte als Negativ-Material. Das führt dazu, dass beim Abtasten von diesem Material weniger Differenzierung in den dunklen Bereichen möglich ist, was vor allem an den Scannern der Abtaster liegt. Mit seiner höheren Farbsättigung und Schärfe versöhnt das neue Material all die Freunde des uralten Kodachrome Films, der vor allem wegen seines komplizierten Entwicklungsverfahrens, der niedrigen Empfindlichkeit und des Korns aus dem Programm genommen wurde. An einigen grundlegenden Schwächen von Super 8 ändert das neue Material nichts, so wird es weiterhin keine leise Tonkamera geben, doch oft genug dreht man ja auch stumm und vertont nachträglich oder man dreht Playback. Alternativ kann man auch draußen die Kamera etwas entfernt von den Darstellern platzieren, sodass das Kamerageräusch nicht auf den Originalton kommt. Auf jeden Fall sorgt diese Neuauflage eines Super 8 Films um reichlich Aufregung in der Branche und eröffnet den Besitzern von Super 8 Kameras professionelle Qualität mit handlichem Gerät. Gerade für Musikclips, Werbung, Kunstprojekte, aber auch im Nachwuchsbereich eröffnen sich damit neue Möglichkeiten.
Ein Filmbeispiel mit mäßiger Abtastqualität findet sich hier: http://vimeo.com/1169015 Infos von Kodak: http://motion.kodak.com/US/en/motion/Products/Production/Color_Reversal_Films/5285/tech5285.htm
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