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Einmal alle zwei Jahre kann die Filmbranche in München die neuesten technischen Entwicklungen in Augenschein nehmen, dann wenn die Cinec wieder ein verlängertes Wochenende lang zeitgleich mit dem Oktoberfest geöffnet ist.

Neue Entwicklungen

Während Entwicklungen auf dem Gebiet der Kreativität, der Bildsprache und der Dramaturgie rar und schwer messbar sind, tun sich die Entwickler von technischem Gerät schon etwas leichter. So ziemlich jeder Filmschaffende hat in irgendeiner Weise mit Technik zu tun, ohne die Bilder und Töne sich einfach nicht auf Leinwand oder Bildschirm bringen lassen.

Oft genug haben neue technische Möglichkeiten auch die visuellen oder akustischen Werkzeuge erweitert oder sie wurden durch besondere Vorstellungen von Kreativen überhaupt erst erdacht um deren Visionen Wahrheit werden zu lassen.

Ein Spaziergang über die Fachmesse erlaubt kurze Begegnungen vor allem mit Neuentwicklungen, aber auch mit bereits Bewährtem. Viele Kollegen nutzen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch, einige, die von der Medienkrise betroffen sind, genießen es, mal wieder die begehrten Kameras, Scheinwerfer und Dollies um sich zu haben.

Münchner Heimspiel

Neben zahlreichen internationalen Anbietern ist die cinec vor allem natürlich ein Heimspiel für die Münchner Anbieter, daran lässt der omnipräsente Stand von Arri direkt am Haupteingang gar keinen Zweifel aufkommen. Und da auch keine anderen Film-Kamerahersteller präsent waren, konnten die Münchner ihre bewährten sowie die neuen Entwicklungen relativ ungestört präsentieren.

Neben den großen Produktionskameras 435, 535 sowie der auf der eingekauften Moviecam basierenden Arricam präsentiert die Firma auch eine kompakte 35 mm Kamera, die 235, bei der sich endlich auch für Arri die Erkenntnis durchsetzt, dass die menschliche Schulter, auf der die Kamera beim Dreh aus der Hand ruht, doch keine flache Platte ist.

Der französische Konkurrent, Aaton, der schon seit vielen Jahren eine kompakte ergonomisch geformte 35mm Kamera im Programm hat, war wie erwähnt, nicht mit einem eigenen Stand vertreten. Dafür sah man aber zumindest an einem Stand für Filmzubehör sowie bei einem Audio-Anbieter Produkte der Franzosen.

Großes Angebot

Dafür war die Bandbreite der Kran-, Licht-, Optik-, Ton- oder Supportanbieter erfreulich groß und die Möglichkeiten, selbst einmal den ferngesteuerten Schwenkkopf oder Leichtkran zu bedienen, waren beeindruckend. Auch jene Kameradapter, die dem Videobild seine übergroße Schärfentiefe abgewöhnen wollen, stammen aus München, die P&S Adapter mit der rotierenden Mattscheibe und dem PL-Mount für 35er Optiken.

Digitale Welten

Den Zeichen der Zeit entsprechend, waren digitale Bild- und Tonsysteme wichtige Publikumsmagnete. High Definition und darüber waren die am häufigsten anzutreffenden elektronischen Kamerasysteme, deren Leistungen seltsamerweise zumeist auf TFT-Displays dargestellt wurden. Trotz ihres größeren Kontrastumfangs und einer höheren Brillanz durften klassische Bildröhren-Monitore offensichtlich aus modischen Gründen nicht neben den High-Tech Kameras platziert werden.

Allen hoch auflösenden Videokameras gemein ist ihr beeindruckendes Volumen und das der Filmwelt entliehene Zubehör um den Willen zur Kinofähigkeit auch äußerlich zu demonstrieren.

Licht und ...

Beeindruckend, die immer leistungsfähigeren leichten Lichteinheiten von Ballonlicht über RGB- Kaltlichtröhren bis hin zu Ringlichtern auf LED-Basis mit denen die Stars und Sternchen ohne Belästigung durch Hitze mit weichem Führungslicht versorgt werden können.

... Ton

Und auch für die Freunde des guten Tons war eine größere Auswahl der aktuellen digitalen Rekorder zu besichtigen, mit denen auf Festplatte, DVD oder Flash-Memory Karten in fast allen gängigen Sample-Rates und mit bis zu 10 Spuren aufgezeichnet werden kann.

Spaziergang in der Spielwarenabteilung

Selbst die vordergründig von der elektronischen Aufzeichnung bedrohten Filmhersteller konnten, was das Besucherinteresse und das tiefe Vertrauen in die Güte und Langzeitstabilität des analogen Bildes angeht, in keiner Weise klagen.

So war der Spaziergang zwischen all den oft genug für normal Sterbliche kaum bezahlbaren Exponaten ein wenig wie die Spielwarenabteilung in der Kindheit. Fast alles wäre schön, es für den nächsten Film verwenden zu können.

Doch nicht alles, was man sieht, kann man auch haben, und genau wie in der Kindheit oft die eigene Fantasie aus allem ein Spielzeug machen konnte, so sind die starken Geschichten und deren kreative Umsetzung allemal wichtiger, als die chromglänzendste technische Neuerung.

Wenn das Budget es aber ermöglicht und die neuen Errungenschaften das Drehen erleichtern, dann kann einen die cinec auf so manche hübsche Einkaufsidee bringen…

 
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