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Schon zu Beginn, als er auf das Podest stieg, so Joachim Kosack, der Leiter Fiction bei Sat.1, habe er aufgrund der Fragestellung, die das Thema der Diskussion umriß, so etwas wie Ärger gefühlt. Aber dieser sei während des einführenden  Vortrags von Dr. Gerd Hallenberger doch verflogen. Und auch alle anderen Teilnehmer des Panels beriefen sich immer wieder lobend auf ihren Vorredner, dessen etwa 20-minütige Einleitung die These vertrat, dass es so schlimm gar nicht aussehe. Er verwies auf deutsche Exporte wie "Kobra 11" oder exportierte Einkäufe wie "Verliebt in Berlin", er rief in Erinnerung, dass US-Serien über weitaus mehr Geld und Status verfügen als in Deutschland und warf den deutschen Sendern mit der Äußerung, ihnen gehe es eher darum, dass der Zuschauer nicht abschalte, fehlenden Mut und fehlende Geduld zur Innovation vor. Auf die Kritikpunkte wurde jedoch im Verlauf der anschließenden Diskussion weit weniger eingegangen als auf die Einschätzung, dass man mit Eigenproduktionen doch erfolgreich sei, worüber eine grundsätzliche Erleichterung herrschte. 

Eckdaten für den Erfolg gab es kaum, erfahren tat man einzig, dass 9% Zuschauer beim Serienstart von "Dr. Molly & Karl" eine mittlere Enttäuschung waren, da es laut Kosack erfreulich gewesen wäre, die 10%-Hürde zu erreichen. Schnell wurde klar, dass der Erfolg in Zahlen gemessen wird, aber auch, dass der Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg eben in diesem Bereich minimal zu sein vermag. So stimmte Kosack Dr. Hallenberger zu, forderte mehr Geduld in Fällen wie "Molly" und kritisierte, dass eben jene, die diese von den Sendern immer forderten, bei 9% von einem Flop sprächen. 

Joachim Kosack  

Der allgemeine Bezugspunkt war während des Panels der Erfolg der amerikanischen Serien, der auch trotz einiger Mißerfolge im deutschen Fernsehen ("Die Sopranos", "Californication") unbestritten blieb. Passend zu  Einwänden der Art, dass auch das amerikanische Fernsehen nicht so gut sei, Schwächen habe usw., herrschte alles in allem jedoch eine Art von Zufriedenheit vor, die aufgrund der leichten Gereiztheit einiger Teilnehmer des Panels eher trotzig als wahrhaftig erschien. Heike Hempel, Leiterin der Hauptredaktion Unterhaltung-Wort des ZDF, pries die "unglaublich hohe Qualität" der ZDF-Krimis, die auch Exportschlager seien. Auch fehlenden Mut beziehungsweise fehlendes Durchhaltevermögen wies sie von sich. Ein Problem sei jedoch die mangelnde Stoffentwicklung in Deutschland, ein Bereich, dem man deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken solle. 

Auch andere Kritikpunkte wurden genannt: Barbara Thielen, Bereichsleiterin der Abteilung Fiction bei RTL, sah den höheren Unterhaltungswert der amerikanischen Serien als einen Erfolgsgrund, den deutschen Trend zur Problembezogenheit eher als Einschränkung an. Auch Heike Hempel plädierte für einen gelasseneren Umgang mit und keiner wertenden Unterscheidung zwischen sogenannten unterhaltenden und ernsthaften Stoffen. 

Als Erfolgsgründe der amerikanischen Serien wurden immer wieder deren größeres Budget und ihr höherer Status in der Welt des Fernsehens genannt, sowie ein Erfahrungsvorteil der Amerikaner. Andere mögliche Gründe wie zum Beispiel ein abweichendes Verständnis und Talent für Humor kamen nicht zur Sprache. 

Holm Dressler  

Einwände aus künstlerischer Sicht wurden hin und wieder von Holm Dressler,  Gesellschafter der HDTV-Entertainment Holm Dressler Television GmbH, geäußert, spielten jedoch während der Diskussion ebensowenig eine Rolle wie die Einsicht, dass es in Deutschland kaum eine Annäherung an wirklich gute Serien und dementsprechend auch wenig Exporte gibt. Dies trifft etwas abgeschwächt auch auf Filme zu, auch wenn laut Heike Hempel die Serie das Format der Zukunft ist. 

 

 

 

 
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