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Kisses

Regie: Lance Daly

Mord und Margeritas

Daten

76 Min. Irland/ Schweden 2008

Regie: Lance Daly, Drehbuch: Lance Daly, Musik: GoBlimpsGo, Kamera: Lance Daly, Schnitt: J. Patrick Duffner, Kostüm: Leonie Pendergast, Darsteller: Kelly O`Neill, Shane Curry, Paul Roe, Cathy Malone, Stephen Rea                              

In einem trostlosen Vorort von Dublin leben die beiden Kinder Kylie und Dylan Haus an Haus. Dieser Ort ist ohne Perspektiven und die Eltern lassen ihre Unzufriedenheit an ihren Kindern aus. Als Dylans Vater die Mutter schlägt, greift Dylan ein und muss als Konsequenz selbst vor seinem Vater flüchten. Kylie verhilft Dylan zur Flucht. Dabei geht ein Fenster zu Bruch. Nun müssen beide Kinder weglaufen. Gemeinsam beschließen sie, nicht nach Hause zurück zu kehren. Mit einem Baggerkahn gelangen sie nach Dublin, wo Dylan seinen großen Bruder suchen will. Es beginnt ein Abenteuer in dem weihnachtlich beleuchteten Dublin. Durch die unschuldigen Augen von Kylie und Dylan bekommen die Stadt und seine Menschen etwas Magisches, etwas Mystisches. Doch je später es wird, desto düsterer wird der Charakter der Stadt.
Regisseur Lance Daly hat dieses Sozialdrama sensibel inszeniert ohne sentimental zu werden. Er sagte einmal es gehe in der Geschichte darum: "how to escape if you can´t escape". Die Geschichte beginnt in Schwarz-Weiß, erhält immer mehr Farbe als die Kinder sich auf dem Weg nach Dublin befinden, ist in voller Farbe, als die Kinder durch die Stadt streifen und verliert langsam wieder an Farbe, als die Kinder wieder nach Hause fahren. Einen Moment der Farbe wird dem Zuschauer am Ende auch in der grauen Welt des Vororts gegönnt. Als Kylie Dylan einen Kuss zuwirft, wird der Moment mit Farbe versüßt.
Für die Rollen von Kylie und Dylan wurde ein aufwändiges Casting veranstaltet. Kelly O´Neill stach schnell heraus und Shane Curry war der einzige Junge der sich nicht von Kelly unterbuttern ließ. Die Inszenierung von Kelly stellte sich für Lance Daly als große Herausforderung heraus. Noch einmal wird er wohl nicht mit ihr drehen. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn selten hat man eine solch natürlich kesse Darstellung gesehen, wie die von Shane und Kelly. Zusätzlich tragen die freimütigen Dialoge zu der Authentizität bei.

Wenn es möglich ist ein Märchen zu erzählen das in der Realität spielt, dann ist das diesem Film gelungen. Trotz der harten Realität, die dieser Film zeigt, verlässt man den Kinosaal voller Hoffnung und sogar etwas beschwingt.

 

Gesehen von Mareike Dobewall

 

Filmfest 2009

 
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