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DOK.FEST 2010

Von Mittwoch, den 05.Mai 2010 bis Mittwoch, den 12.Mai 2010 fand das 25. Internationale Dokumentarfilmfestival in München statt. Zum Jubiläum gab es eine Interessante Auswahl an künstlerisch und gesellschaftlich wertvollen Filmen, gerade aus dem Ausland. Unter anderem wurden auch Filme aus Asien, Osteuropa und Lateinamerika unter der Reihe „Horizonte“ präsentiert.

Reihen und Preise die dieses Jahr gezeigt und vergeben wurden

Internationaler Wettbewerb

Dieser zeigte Filme, welche im letzten Jahr weltweit für Aufsehen sorgten. Hauptsächlich europäischen Filme traten dieses Jahr im Wettbewerb an, mit Ausnahme des Films ALMAR des Mexikaners Pedro Gonzalez-Rubio. 

Bild aus dem Eröffnungsfilm Der Bergfürst von Philip Vogt 

Internationales Programm

Das Internationale Programm präsentierte die gegenwärtige Vielfalt an dokumentarischen Arbeiten.

Dok.forum

Die wahrscheinlich interessanteste Reihe im Rahmen des Festivals, wartete mit einer Vielzahl von Filmen zu den unterschiedlichsten Themen, aus aller Welt auf.

Horizonte

Unter der Reihe "Horizonte" wurden Filmproduktionen aus Lateinamerika, Asien und Osteuropa gezeigt. Arte war der Sponsor dieser Reihe, mit der man vor allem RegisseurInnen ein Forum geben möchte, deren Filme unter schwierigen politischen und finanziellen     Bedingungen entstanden sind und sich für die Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit einsetzen.

HFF Panorama

Bild aus dem Film We don't care about music anyway von

Cedric Dupire & Gaspard Kuentz

In dieser Reihe wurden die erfolgreichsten Produktionen der Hochschule für Film und Fernsehen, des Jahres 2009 gezeigt. 

DOK.retro 

Anlässlich des 25. Jubiläums zeigte das DOK.fest eine Retrospektive mit 5 Filmen des bedeutenden Dokumentarfilmer Volker Koepp.

FFF Förderpreis Dokumentarfilm

Für neue Filme aus Bayern, vergab die FFF-Jury den Preis des FilmFernsehFonds Bayern. 

Hier geht es zu den Kritiken...

 

Is was Dok? 

Auch in diesem Jahr gelang es dem Dokumentarfestival, zahlreiche Zuschauer für das Genre des Faktischen zu interessieren. Und das, obwohl sich das Festival zeitgemäßer Erneuerung standhaft widersetzt. Sicherlich wäre es an der Zeit und ein Zeichen von Souveränität, auch Mischformen zwischen puren Dokus und inszenierten Anteilen, ja vielleicht auch Doku-Fakes oder selbst gelungene YouTube Dokus in neue Programmreihen aufzunehmen. 

"Volker Koepp während des Interviews mit dem Movie-College"

Die Bandbreite des diesjährigen Dokumentarfestivals war, wie auch in früheren Jahren, durchwachsen. Von hoher Qualität bis zu überraschender Mittelmäßigkeit reichte die Palette, wobei insbesondere die internationalen Filme eher überzeugten. Kein Wunder, denn zumeist liefen diese bereits auf internationalen Dokumentarfestivals, waren also Bestandteil einer "Best of" - Auswahl. 

Was die deutschsprachigen Produktionen angeht, so arrangiert sich das Festival auch unter neuer Leitung offensichtlich, wie viele andere unterfinanzierte Festivals mit der unausgesprochenen Notwendigkeit, mehrheitlich Produktionen der jeweiligen Sponsoren, Förderer und Partner des Dokfestes zu zeigen. 

Bei 10 von 16 deutschsprachigen Filmen die von arte, BR, FFF, HFF u.v.a. (neben der separaten umfangreichen HFF-Reihe) ermöglicht wurden, bleibt nicht viel Spielraum für Filme, die unabhängig von Sendern und Förderungen produziert wurden. Diese kommen so gut wie nicht vor.

Stefanie Brockhaus & Andy Wolff in Publikumsdiskussion zu ihrem auf dem Dokfest preisgekrönten Film "Die andere Seite des Lebens"

Ein Highlight war sicherlich der Besuch des Dokumentar-Urgesteins Volker Koepp. Großes Lob gilt auch dem Gäste & Pressecounter im Stadtmuseum, deren Mitarbeiter die internationalen Gäste mit Engagement betreuten und zu einer sehr familiären und angenehmen Stimmung beitrugen.

Insbesondere die Möglichkeit, nach den Filmen mit ihren Machern zu diskutieren, erlaubte immer wieder auch Gespräche, die mehr in die Tiefe gingen, als das übliche "Wie lange habt Ihr gedreht und wie teuer war der Film"- Gefrage. Dieser Umstand mag der Fachkenntnis des dokumentar-affinen Publikums geschuldet sein. 

Dass sich kein breiter gefächertes Publikum ins Kino locken ließ liegt wahrscheinlich auch an der unverständlich geringen Aufmerksamkeit der Presse. Ein Festival, das sich einem so spannenden Genre wie dem Dokumentarfilm verschrieben hat, hätte deutlich mehr Berichterstattung verdient.

Die Abschlussveranstaltung war von ergreifender Schlichtheit und hätte vielleicht einen etwas frischeren, unverkrampfteren Anstrich verdient gehabt. Doch es wäre ja auch langweilig, wenn so ein seit Jahrzehnten bewährtes Festival keine Optimierungsmöglichkeiten mehr böte. Man darf gespannt sein, welche Erneuerungskräfte in künftigen Ausgaben dieses Festivals noch stecken. 

Wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe. Die Movie-College Video-Interviews vom Festival erscheinen demnächst an dieser Stelle.

Hier geht es zum Interview mit Volker Koepp

 

 
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