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With your permissionvon Paprika Steen
Die Welt, in der Jan sich bewegt, ist durch Regeln streng bestimmt. Jan ist etwa 40 Jahre alt, groß, schlacksig, und arbeitet im Restaurant einer Fähre. Bedient sich einer der Fahrgäste unberechtigterweise am falschen Buffet, dann bleibt Jan nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen. Eine Mitarbeiterin entlässt er, weil sie zweimal in einigen Jahren um einige Minuten zu spät gekommen ist und in ihrer Jackentasche eine Tüte Zucker auftaucht, die eigentlich dem Restaurant gehört. Jans entnervter Chef versucht, auch auf Bitten der Polizei, Jans Unerbittlichkeit hinsichtlich der Restaurantregeln ein wenig zu lockern, doch die Gespräche mit ihm erweisen sich als überaus schwierig. Einen Grund in Jans mieser Laune sieht sein Chef in den vielen blauen Flecken, die er immer wieder am Körper trägt und die angeblich von unterschiedlichen Unfällen mit verschiedenen Türen zusammenhängen. Eines Tages, nachdem wieder einmal die Polizei am Fährhafen wartet, ist das Maß voll. Sein Chef vermutet hinter den blauen Flecken keine Türen oder sonstige unerwartete Hindernisse, sondern Jans etwas rabiate Frau, Benke, eine ehemalige Opernsängerin. Er stellt Jan vor die Wahl: entweder er sucht sich Hilfe, oder er verliert seinen Job. So findet sich Jan bald in einer Selbsthilfegruppe wieder. Durch einen Irrtum gelangt er jedoch nicht in die der Opfer, sondern die der Täter. So trifft er Alf und Rudy, die beide regelmäßig ihre Freundinnen verprügeln und nicht unbedingt den Willen erkennen lassen, dies zu ändern. Jan wechselt nun in den Gesprächen, um sich vor den beiden rohen Naturen nicht zu blamieren, die Seiten. Er wird zum gelangweilten, aggressiven, arbeitslosen Ehemann, verwickelt sich jedoch immer wieder in Widersprüche, was Alf und Rudy ein wenig misstrauisch werden lässt. Doch letztendlich glauben sie ihm seine Geschichte und erklären sich nach einigen weiteren Sitzungen sogar bereit, Jans gehasste Ehefrau unter die Erde zu bringen. Allerdings verläuft der Mordplan anders, als es sich die drei vorgestellt haben und dies ist auch der Wendepunkt des Films. Jan, der bisher, trotz seiner Engstirnigkeit, relativ sympatisch erschien, zumindest liebenswürdiger als seine Ehefrau, erfährt nun einen erstaunlichen Wandel. Aus dem schüchternen, etwas unbeholfenen Ehemann wird ein engstirniger, tyrannischer Despot, der seiner Frau das Glück, welches für ihn selbst unerreichbar ist, nicht gönnt. Alf und Rudy, von Bente sehr eingenommen, werden nun zu so etwas wie ihren persönlichen Leibwächtern und gleichzeitig zu einer Lebenshilfe, da sie sie in ihren Plänen, erneut an der Oper zu singen, unterstützen. Sie drohen Jan auch, dass er, falls er noch einmal die Hand gegen Bente erhebe, ein schlimmes Ende finden könnte. Für Jan ist all dies eine Katastrophe, die ihn (auf den Rat seiner älteren Restaurantgehilfin) tatsächlich dazu veranlasst, Bente selbst einmal zu schlagen. Doch weder dieser (auch für Jan) sehr schmerzhafte Fehler als auch andere Versuche, Bente von ihrem Vorhaben abzubringen, scheitern. Lars Brygmann spielt die Rolle des vielgesichtigen Jan in einer Art und Weise, die dem Zuschauer spätestens in der zweiten Hälfte des Films einen eisigen Schauer über den Rücken jagt. Hinter seinem um Harmonie heischenden Lächeln verbirgt sich eine so knallharte Unerbittlichkeit, das selbst die dunkelhaarige Furie Bente schließlich mild und bemitleidenswert erscheint. Dennoch verabschiedet sich Jan nicht vollkommen von der Seite des Zuschauers, irgendwie erscheint auch er in seiner Hilflosigkeit, mit der er angesichts des gloriosen Scheiterns seiner die Wirklichkeit vollkommen ignorierenden Weltsicht kämpft, rührend. Und dies sind auch die beiden Beinahe-Mörder Alf und Rudy, die überhaupt nicht mehr von Bentes Seite weichen und in jeder Situation aufpassen, dass es ihrem Schützling ja gut ergeht. In dieser Hinsicht entwickeln sie, wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben, so etwas wie Verantwortungsgefühl. Für Jan jedoch verschlechtert sich die Lage immer mehr: Ein Unglück und eine Niederlage folgt auf die nächste, innerhalb derer sich Jan verzweifelt bemüht, sein Gesicht zu wahren. Doch welches Gesicht ist das? Am Ende der verschrobenen und sehr warmherzigen Geschichte wird er gezwungen sein, eines von ihnen fallen zu lassen. Und sich letztendlich zu verabschieden: Von einem Teil seines alten Lebens, von Bitternis, aber auch von lange gehegten Illusionen. Und nicht zuletzt von einer allzu engen Auslegung von Regeln.
Gesehen von Paul Mittelsdorf |
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