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...Heino Ferch, zu der Tragikkomödie „Vincent will Meer“ in welcher er 2010 zu sehen ist.

Filmkritik "Vincent will Meer"

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Heino Ferch

 

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 Heino Ferch im Interview

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Zur Filmkritik über "Vincent will Meer"

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Was hat Sie an dieser Rolle und dieser Geschichte gereizt?

Zwei Sachen – Die Geschichte finde ich sehr interessant, und den Konflikt zwischen Vater und Sohn, auch wenn die nur wenige Szenen zusammen haben. Aber, dass sich jetzt - zwanzig Jahre nachdem bei diesem Jungen das Tourette-Syndrom in Erscheinung getreten ist - jemand um diesen Menschen kümmern muss, und dass das Erste was er macht, ist ihn abzuschieben, ist natürlich etwas, das einen als Schaupieler reizt. Ich finde die Geschichte aber auch einfach spannend, weil es ein Konflikt ist der, glaube ich, ganz oft vorkommen kann und in anderen Formen in der Gesellschaft vorkommt. Da hat der Florian eine schöne Rolle geschrieben, die sehr viel arschig ist und dann am Schluss ein bisschen nicht so arschig aber nach drei, vier Tagen – die Geschichte spielt ja nicht länger als drei, vier Tage - verändern sich die Menschen ja nicht so extrem. Wenn die Olga-Film - mit denen ich schon gearbeitet habe, die sehr viele interessante Filme gemacht haben und eine gute Nase für gute Stoffe und Projekte haben, die auch viel Erfolg haben - mir ein Buch schicken, dann ist das immer Etwas, wo ich von vornherein weiß, dass das Etwas ist, was ich immer gerne aufmache und lese.

War es für Sie als Darsteller ein Vorteil, dass das Drehbuch ein Schauspieler geschrieben hat? Zum Beispiel im Hinblick auf die Charakterdarstellung?

Nein. Das war etwas Neues, das habe ich sehr respektiert. Florian ist ein junger Schauspieler, der dieses Buch geschrieben und dann zusammen mit der Viola Jäger entwickelt hat, die bei Olga-Film eine der Produzenten ist. Man merkt jetzt nicht unbedingt immer, ob ein Schauspieler ein Drehbuch schreibt oder ein Autor, der kein Schauspieler ist, ein Drehbuch schreibt. Das ist etwas wofür man Talent haben muss, was man können muss oder was einem aus der Hand flutscht.

Inwiefern hat eine unterschiedliche Art der Lichtsetzung Einfluss auf das Wohlfühlklima für Sie als Darsteller?

Sagen wir mal so, das Wohlfühlklima wird ganz stark erhöht wenn man nicht lange warten muss als Schauspieler. Es gibt Kameraleute oder Oberbeleuchter, die ganz viel Grundlicht machen – also das hat natürlich mit den Motiven und mit der Geschichte die man erzählen will zu tun – aber es gibt Kameraleute, die Grundlicht in einem Raum oder in einer Wohnung oder in irgendeinem großen Motiv machen und dann gibt es ganz wenig Umbaupausen um die einzelnen Einstellungen zu machen. Je weniger Pausen man da hat, wenn man mal dran und drin ist, desto angenehmer ist es für einen Schauspieler.

Was zeichnet für Sie einen guten Regisseur aus?

Dass er zuhören kann! Und dass er sowohl Vorschläge annimmt, als auch von vornherein eine ganz starke Vorstellung davon hat, was er möchte. Je stärker die Vorstellung des Regisseurs ist, je mehr er den Film im Kopf hat, umso konkreter kann man von Fall zu Fall darüber reden und kann sich reiben und ergänzen um das Projekt auf den richtigen weg zu bringen.

Gibt es für Sie eine typische Herangehensweise zur Vorbereitung auf eine  Rolle?

Rechtzeitig das Buch haben! Also nicht erst 2 oder 3 Wochen vorher, sondern wirklich sehr viel früher. Dass man Zeit hat sich darauf einzustellen, dass man auch versucht, dass man andere Projekte abgeschlossen hat, um sich dann etwas Neuem zu widmen. Das klappt nicht immer, aber frühzeitig zu wissen, mit wem man was macht und was es für ein Film werden soll, ist die Ausgangsbasis, um auch die Zeit zu finden sich drauf einzustellen und zu besprechen.

Wann und wodurch wussten Sie, dass sie Schauspieler werden möchten?

Ich bin während meiner Schulzeit als Artist auf die Bühne gekommen. Ich war Turner und habe Bundesliga geturnt, während ich versucht habe meine Schule hinzukriegen. Und da ist ein Regisseur in meine Heimatstadt gekommen, der für das Theater Musicals inszeniert hat, und so eine Hand voll Jungs aus dem Kader genommen, die er gefragt hat, ob sie Lust hätten Theater zu machen. So bin ich mit 15 auf die Bühne gekommen und habe bis zum Abitur - ich weiß nicht - 20, vielleicht 25 Produktionen als Artist gemacht. Wir haben mal Ballettunterricht gehabt, dann haben wir mal kleinere Rollen gespielt, und so weiter und so fort…Und da hat sich dann rauskristallisiert, dass ich es machen möchte.

Welche Ratschläge haben Sie für angehende Schauspieler, die in das Filmgeschäft einsteigen wollen?

Schwierig, denn heute ist es anders als vor 25 Jahren! Das Soap und schnelle Daily Angebot, das es heute gibt, was ja wirklich eine Menge ist, wo man junge Schauspieler einfach so von der Straße verpflichten kann oder Leute die noch nicht viel gemacht haben einfach vor die Kamera stellt…das gab es damals nicht! Ich habe 10 Jahre Theater gespielt und hab zwischendurch den ein oder anderen Film gemacht, aber insgesamt hat man sich beim Theater 8 bis 10 Wochen auf eine Rolle konzentriert und hat damit eben auch viele Fehler machen können. Das war die Arbeit - die meiste Arbeit eigentlich - Fehler machen um hinterher zu wissen, wo die Reise hingehen soll. Das ist natürlich über die Jahre für einen Schauspieler eigentlich der klassische Weg, wo man so sein Instrument findet, seinen Körper, seine Stimme und vor allem auch das Feeling für Geschichten, für Situationen, für Rollen usw. Die wenigsten haben heutzutage noch eine Ausbildung. Man bekommt schnelle Engargements und muss jeden Tag 15 bis 20 Minuten Sendefähiges Material abliefern. Da kann man sich natürlich nicht viele Fehler leisten.
Ich glaube, dass man versuchen muss sich Zeit zu lassen, nicht dem schnellen Geld hinterher zu rennen. Denn wenige schaffen es, die aus so einer Massenmaschine heraus kommen, in gute und anspruchsvolle Produktionen, zu Regisseuren die sich Zeit nehmen und die auch etwas mit Schauspieler wollen. Wer die Chance hat, auch mal Theater zu spielen oder einfach Geduld zu haben und Zeit zu investieren, der sollte das tun. Theater ist wirklich die Grundlage, weil man einfach Zeit hat sich auszuprobieren und das ist das beste Rüstzeug, um hinterher relativ zielsicher auf eine Bahn zu kommen, die vielleicht mehr verspricht.

Also würden Sie nicht sagen, dass der Einstieg schwieriger ist als früher?   

Er ist anders!

 

 

Interview geführt von Natascha Stevenson

 

 
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